Studieren in Brisbane - Studium in Queensland - Auslandsstudium in Australien

Auslandsstudium in Australien

The University of Queensland - Universität in Brisbane
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Institut Ranke-Heinemann

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Erfahrungsberichte - The University of Queensland / Australien


Nadja Laura Pawlik: Business Administration [7/2009 - 2/2010]
Lukas Peuckmann: Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaften [2/2008 - 8/2008]
Juliane Pasold: Biologie [7/2006 - 2/2007]
Maria Röckmann: Journalism [7/2006 - 12/2006]
Christian Jung: Drug Development / IP Management [2/2006 - 7/2006]
Daniel Hampf: Physik [2/2005 - 7/2005]
Christoph Toeglhofer: Umweltsystemwissenschaften Betriebswirtschaft [2/2005 - 7/2005]
Michael Rybak: Mathematics [7/2004 - 6/2005]
Philipp Götting: BWL [2/2004 - 6/2005]
Gonn Weide: BWL [2/2004 - 7/2004]
Johannes Markmiller: Maschinenwesen [7/2002 - 1/2003]
Jens Froese: Englisch, Geographie [0/2001 - 0/2001]

Erfahrungsbericht - Nadja Laura Pawlik



Mein study abroad semester in Brisbane!

Ich bin nun seit 2 Wochen wieder aus Australien zurück und habe eine wunderschöne und unvergessliche Zeit in downunder verbracht, die ich gerne mit euch teilen möchte. Mein study abroad semester startete im Juli 2009 an der University of Queensland, Brisbane.

Preparations und Ankunft
Nachdem ich beschlossen habe, dass es für mein Auslandsstudium nach downunder gehen soll, kam die Frage nach der Wahl der Uni und somit auch in welcher Stadt werde ich das nächste halbe Jahr verbringen?

Da ich Internationale BWL studiere, wollte ich an eine Uni, die weltweit eine gute Reputation hat; meine Wahl fiel auf die University of Queensland (UQ), die zu den besten Unis der Welt gehört. Da ich in Deutschland auch an einer relativ kleinen Universität studiere, sollte es diesmal eine sehr große sein, was auf die UQ zutrifft, denn mit 37.500 Studenten hat sie dieses Kriterium mit Sicherheit erfüllt. Des weiteren sollte die Uni zu der schönsten in Brisbane gehören, was mich ebenfalls davon überzeugte, diese zu wählen. Brisbane ist außerdem eine der Städte in Australien wo die Lebenshaltungskosten angemessen sind, surfers paradise ist gerade mal 40 Minuten mit dem Zug entfernt und auch sonst bietet die Stadt attraktive Vorteile, aber zu denen komme ich noch später!

Nachdem die Wahl der Uni festlag, machte ich mir Gedanken darüber wo ich wohnen könnte. Mir wurde damals geraten, dass es das Beste ist vor Ort nach einer Wohnung zu suchen, was sich auch bestätigt hatte, allerdings konnte ich es vor Aufregung und der Ungewissheit, ob ich jemals eine Wohnung finde, kaum abwarten und habe mich somit vorab schon mal im Internet nach Wohnungen umgeschaut und mir Adressen notiert. Die Wahl mein Semester in einem College zu verbringen, kam für mich nicht in Frage, da ich das Leben mit anderen Studenten in einem shared house bevorzugte.

Nachdem ich ein paar Adressen gefunden hatte, machte ich mich daran, ein Hostel für die erste Woche nach meiner Ankunft zu suchen. Ich suchte im Internet nach den besten Bewertungen von Hostels und kam auf das Bunk Backpackers, dass sich im Fortitude Valley in Brisbane befindet. Laut Internet gehört es zu den schönsten und besten Hostels in Brisbane. Naja, ich musste leider andere Erfahrungen machen. Nachdem ich angekommen war, wurde ich und noch andere internationale Studenten von einem Professor der Uni abgeholt, der uns dann zu unseren temporären Unterkünften brachte. Nach einem langen aber angenehmen Flug freute ich mich dann erst mal auf eine Dusche und ein Bett. Nachdem ich dem Fahrer sagte, wohin er mich bringen sollte, runzelte er nur die Stirn und meinte: „Take care, it’s not the best area in Brisbane to stay.“ Da ich zu müde war, um mir darüber Gedanken zu machen, nahm ich den Kommentar ohne weiter nachzudenken an und bedankte mich für das Abholen.

Am nächsten Morgen realisierte ich dann erst mal, dass ich in Brisbane angekommen bin und schaute mich erst mal im Hostel um. Leider konnte ich nichts Schönes entdecken: Kakerlaken fielen mir zuerst auf und das Hostel wurde wohl nicht so oft geputzt, aber gut, wenigstens das Personal war freundlich. Aber mir war klar, ich muss so schnell wie möglich eine Wohnung finden, denn hier halte ich es nicht lange aus. Nachdem ich dann auch mal die Gegend um mich herum erkundet hatte, wusste ich auch was der Fahrer gemeint hat: Ich befand mich nicht gerade im besten Stadtteil Brisbanes. Das Fortitude Valley ist bekannt für sein Nachtleben und die zahlreichen Clubs, es gibt viele Obdachtlose und Chinatwon sieht meiner Meinung nicht gerade einladend aus, kurz gesagt, ich fühlte mich nicht gerade am Wohlsten und wollte so schnell wie möglich weg.

Ich nahm mir vor an die Uni zu gehen, um dort Hilfe für die Wohnungssuche zu bekommen, allerdings war dies nicht mehr nötig, da ich eine Österreicherin kennenlernte, die schon einen Platz in einem Haus mit anderen Studenten bekommen hatte und meinte, dass noch ein Zimmer frei wäre. Ich meldete mich daraufhin beim Vermieter, der sich als sehr netter Australier herausstellte und ohne große Mühen hatte ich am nächsten Tag ein Zimmer. Von da an lebte ich mit 7 anderen Studenten in einem wunderschönen Haus in Indooroopilly und die Enttäuschungen von am Anfang waren wie weggeflogen und es begann eine wunderschöne und unvergessliche Zeit in Brisbane!

Einzug in ein neues zu Hause und Uni
Ich lebte mit einer Inderin, einer Österreicherin, einer Chinesin, einem Thailänder, einem Australier, einem Iren und einem Afrikaner zusammen, also sehr international, was ich nur jedem empfehlen kann. Indooroopilly war für mich der perfekte Ort zum Leben, da es eine sehr große Shopping Mall hat, wo man echt alles bekommt und mit dem Bus waren es gerade mal 15 Minuten bis zur Uni. Weitere schöne suburbs sind auch Toowong, Westend oder Taringa, deren Lage sehr gut für Studenten der UQ sind und auch die Mietpreise halten sich im Rahmen. Man muss mit 350-500 Euro im Monat rechnen, je nachdem welchen Standard oder welche Lage man bevorzugt, so ist zum Beispiel St. Lucia sehr beliebt zum Leben, da es direkt an der Uni ist, allerdings sind die Mietpreise für die Häuser sehr hoch.
Und nach einer Woche einleben in Australien fing auch schon die Orientation Week an. In dieser Woche werden die ganzen Clubs und Sportvereine vorgestellt, das Universitätsgelände ist voll mit neuen Studenten, es gibt Führungen, Workshops, die Bibliothek wird erkundet, es gibt zahlreiche Vorträge und nicht zuletzt eine Menge an Partys auf denen man neue Kontakte knüpfen kann.

Nach der Orientation Week fingen dann auch schon die Vorlesungen an. Ich wählte 4 Kurse: International Business Management, Advertising Management, Communication Skills und Event Management. Am Anfang hatte ich noch etwas Schwierigkeiten mit der Sprache, da mir vor allem die Fachwörter fehlten und ich somit sehr anstrengend fand den Vorlesungen zu folgen, allerdings hatte ich nach 3-4 Wochen gar keine Probleme mehr. Was sich allerdings von dem System in Deutschland unterscheidet ist, dass von Anfang an ordentlich gearbeitet werden muss. Denn schon in der zweiten Woche musste ich Präsentationen halten und die Themen für die sogenannten Assignments wurden auch schon vergeben. Ich hatte in jedem Fach mindestens eine Präsentation, Gruppenarbeiten und individuelle Assignements zu einem bestimmten Thema. Dies stellte sich als nicht schwer, aber sehr arbeitsintensiv heraus. Besonders International Business Management und Advertising Management stellten sich als sehr fordernde Fächer heraus, bei denen man sehr viel Arbeit investieren muss, um eine entsprechende Note zu erlangen. Aber gerade International Business Management machte mir persönlich sehr viel Spaß und ich hatte das Gefühl, dass ich sehr viel von dem Fach profitiert und gelernt habe. Es gibt immer theoretische Vorlesungen, die von einem praktischem Tutorium begleitet werden, was ich sehr gut fand, denn so kann man das, was man gelernt hat, anwenden und man kann besser erkennen, ob man es auch wirklich verstanden hat. Das Semester ging so schnell vorbei, so dass auch bald die Klausuren anstanden, die meiner Meinung nach alle machbar waren, da man sich während des Semesters schon sehr viel mit dem Stoff befassen musste. Die Professoren waren immer ansprechbar und nahmen sich sehr viel Zeit, wenn man Fragen hatte, auch die Vorlesungen wurden interaktiv gestaltet, was mir sehr gut gefallen hatte. Also zusammengefasst war das Semester sehr lehrreich, es hat super viel Spaß gemacht und auch die mich sonst nervenden Gruppenarbeiten machten Spaß und auch auf diesem Weg konnte ich Freundschaften mit „Aussies“ knüpfen!

Zu der UQ möchte ich noch sagen, dass es meiner Meinung nach die schönste Uni in Brisbane ist und überhaupt die schönste die ich jemals gesehen habe, der Campus ist einfach der Wahnsinn, er ist riesen groß, also wer lieber eine kleinere Uni bevorzugt, ist an der UQ falsch aufgehoben. Es gibt Geschäfte, der Foodcourt ist schön gemacht und man bekommt echt alles von Sushi über Subway ist alles dabei und der beste Platz zum entspannen ist der See auf dem Campus. Es gibt ein Freibad, Tennsiplätze, von Yoga über Leichtathletik kann man echt alles machen. Also es wird extrem viel geboten und je nach Laune kann man sich unter Menschen begeben oder alleine einen Spaziergang um den See machen, der übrigens auch bei Joggern sehr beliebt ist, da ein Weg um den ganzen See geht.

Brisbane und Reisen
Mit ca. 1.800.000 Einwohnern ist Brisbane nicht gerade die größte Stadt Australiens, aber einer der Städte in der die Lebensqualität ganz weit oben steht. Da ich auch etwas länger in Sydney und Melbourne war, kann ich sagen, dass Brisbane meiner Meinung nach eine wunderbare Stadt ist, die nicht nur von Touristen belebt wird, sondern man trifft hier auf sehr viele Australier und somit bekommt man auch gleich den „aussi“ way of life zu spüren; Sydney und Melbourne sind eher europäisch geprägt und waren somit für mich nichts Neues, da die Kultur doch sehr europäischer Lebensweise ähnelt.

Brisbane zeichnet sich durch den Brisbane River aus, der mitten durch die Stadt fließt; es ist wunderschön einen Spaziergang um den Fluss zu machen oder am Fluss entlang zu joggen, die City Cat Ferry ist ein bequemes Verkehrsmittel um den Fluss zu überqueren und erspart manchmal sehr viel Zeit. In Southbank befindet sich die Lagune von Brisbane, wo man entspannen kann und direkten Blick auf die Skyline von Brisbane hat. Auch das Nachtleben ist aufregend… Es gibt sehr viele Clubs, die sich im Fortitude Valley befinden, die teils sehr gut sind, also geht auf jeden Fall aus und genießt das Semester :)

Nachdem man dann auch einen australischen Freundeskreis aufgebaut hat, kann man sich vor BBQ’s und House Partys auch kaum noch retten und bekommt sehr viel von dem australischen Lebensstil mit: Meiner Meinung nach sind Australier sehr relaxt, freundlich und sobald das Eis gebrochen ist, sehr gute Freunde mit denen man eine Menge Spaß haben kann.

Nachdem die Klausuren dann vorbei waren, habe ich mich mit ein paar Freunden auf den Weg nach Sydney gemacht. Ein Auto zu mieten ist in Australien gar kein Problem, es gibt zahlreiche Unternehmen, die Autos vermieten, ich habe allerdings immer Thrifty bevorzugt und nie Probleme damit gehabt. Sydney ist eine tolle Stadt, allerdings viel zu viele Touristen, was ja nicht verwunderlich ist, und leider zu teuer zum Leben. Melbourne gefiel mir nicht so gut, aber natürlich muss man sich diese Städte auf jeden Fall angucken.

Mein Highlight war das Great Barrier Reef, die Unterwasserwelt zu sehen ist einfach unglaublich und ein absolutes must wenn man in Australien ist. Ebenso die Whitsunday Islands sind traumhaft schön und definitiv eine Reise wert. Auch Byron Bay, was gerade mal 2 Stunden mit dem Bus von Brisbane entfernt ist, muss man sich unbedingt anschauen. Byron Bay hat ein ganz besonderes Hippie-Flair und man findet dort die schönsten Surfstrände. Falls ihr noch nicht surfen könnt, macht auf jeden Fall einen Kurs, es macht so viel Spaß und den Muskelkater danach werdet ihr auch nie vergessen :) Ich bin dann auch noch nach Neuseeland gereist, was ich jedem empfehlen kann. Sowohl Nord- als auch Südinsel sind traumhaft schön und die Natur ist einfach atemberaubend.

Mir persönlich hat es in Brisbane so gut gefallen, dass ich sogar meinen Aufenthalt in Australien verlängert habe, um noch einige Zeit Brissie genießen zu können!

In diesem Sinne wünsche ich allen eine unvergessliche Zeit und genießt das Leben dowunder! Und denkt immer daran: no worries! Denn Sonnenschein und der „laid-back“ Lifestyle sorgen dafür, dass es die beste Zeit eures Lebens wird!

Greets, Nadja Pawlik


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Erfahrungsbericht - Lukas Peuckmann



Lukas Peuckmann
Westfälische Wilhelms-Universitäts Münster
Study Abroad University of Queensland/ Brisbane
01/2008

Das Sommersemester 2008 war zugleich auch mein Gastsemester an der australischen University of Queensland in Brisbane/Australien. Ich habe also mein Studium mit einem Urlaubssemester für ein halbes Jahr in Münster nach dem siebten Fachsemester unterbrochen und es in Australien fortgesetzt.

Das Programm war ein „Study Abroad Programm“, also ein Gastsemester, bei dem Vorlesungen und Seminare aus verschiedenen Fachrichtungen gewählt werden konnten. Dies kam meinem Magisterstudium entgegen, das mit Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie breit angelegt ist. Bei der Vorbereitung für dieses tolle Auslandssemester haben mir vor allem die Friedrich-Ebert-Stiftung finanziell und das Ranke-Heinemann-Institut administrativ (Bewerbungsprozess, Beglaubigungen der Dokumente, E-Mail Kontakt etc.) geholfen.

Der Start in Down Under:

Mitte Februar kam ich in Brisbane an und wurde gleich am Flughafen angerempelt. Ein wenig verwunderte mich das schon. Sollen nicht alle Australier so freundlich sein? Erst später realisierte ich, dass der englische Linksverkehr auch für die Fußgänger gilt. Ansonsten fiel der Einstieg in Australien erstaunlich leicht. Das Wetter war in Brisbane für den australischen Sommer erstaunlich milde. Soll heißen bei 30 Grad verbrannte uns die Sonne nicht sofort und unerbärmlich wie befürchtet. Auch die Wohnungssuche gestaltete sich erstaunlich einfach. Natürlich waren die 10 Tage des Suchens und gleichzeitigen Wohnens im Hostel auf gepackten Koffern stressig, aber die Ergebnis lohnte sich. Ich und mein Studienfreund Jörg, der auch aus Münster kommt, fanden ein tolles Haus in Dutton Park, einem Stadtteil direkt gegenüber der University of Queensland auf der anderen Flussseite des Brisbane Rivers.

Die University of Queensland:

Nach erfolgreicher Wohnungssuche starten wir eine Woche später gleich in die Orientierungswoche an der Uni. Hilfreiche Einführungsveranstaltungen etwa zum Gestalten des Stundenplans oder zum australischen Benotungssystem wechselten sich mit unterhaltsamen Vorlesungen zur australischen Lebensart und Reiseempfehlungen ab. Generell ist das australische Universitätssystem anders als das in Deutschland aufgebaut. Pro Semester werden nur 3 oder 4 Kurse belegt, die dann nach sechs Semestern mit 18-24 Kursen zum Bachelor und später zum Master führen. Dafür sind die einzelnen Seminare auch sehr arbeitsintensiv und häufig mit mehreren Klausuren und Hausarbeiten verbunden. Ich habe drei Kurse besucht, um mich auf die einzelnen Kurse besser konzentrieren zu können und sie letztlich auch erfolgreich bestehen zu können.

Seminar „Television and Popular Culture“:

Mein erstes Seminar hieß „Television and Popular Culture“ und griff mein Hauptstudium der Kommunikationswissenschaften auf. Der Kurs war in den Cultural Studies angesiedelt, sehr praktisch ausgerichtet und ergänzte meine vorherigen Seminare in Münster sehr gut. Er gab einen spannenden Einblick in die australische Medien- und Fernsehkultur, griff aktuelle Diskurse in Australien auf und gab somit einen detaillierten Einblick in einen völlig anderen Kultur- und Medienkreis. Die Dozenten betreuten sehr kleine Kurse, die die Vorlesungen ergänzten. Mein Seminar war mit 10 Studenten belegt, was es meiner Dozentin, Dr. Lisa Bode, einfach machte, eine gute Betreuung anzubieten und Hausarbeiten und Übungen zügig zu korrigieren. Neben den wöchentlichen Übungsaufgaben, die zu den Texten des Kursbuches angefertigt werden mussten, waren regelmäßige Beiträge im Internet zu Fernsehthemen und zwei größere Hausarbeiten erforderlich, um den Kurs erfolgreich zu bestehen. Dabei ergeben die Aufgaben Prozentwerte, die am Ende die gesamte Note ausmacht, die dann in einer Zahl von 1 bis 7 wiedergegeben wird. 7 stellt die beste Note dar, der Kurs ist erst ab einer 4 bestanden. Meine Hausarbeiten über die britische Autosendung „Top Gear“ und die amerikanische Krimiserie „CSI: New York“ haben mir nicht nur Spaß gemacht, sondern am Ende auch 85,5% der Gesamtnote gebracht, was einer Note 7 („high distinction“) entspricht.

Seminar „International Relations in East-Asia“:

In Politik habe ich im Bereich der International Relations einen Kurs über Internationale Beziehungen in Ostasien belegt, was meinen Interessen und Studienschwerpunkten in Deutschland entgegenkam. Der Kurs „International Relations in East-Asia“ war vom Betreuungsverhältnis ähnlich gut wie „Television and Popular Culture“, garantierte daher auch engen Kontakt zum Tutor und Professor und schnelle Bearbeitung der Klausuren und Hausarbeiten. Ein Referat, zwei Hausarbeiten und eine zweistündige Klausur zum Abschluss waren notwendig für die Gesamtnote. Ein Referat auf Englisch zu halten war eine interessante Erfahrung und eigentlich gar nicht so schlimm wie ich es befürchtet hatte. Thematisiert wurden das Verhältnis und der Einfluss der USA auf Ostasien (u.a auch China, Japan, Korea). Die Ausarbeitung (1200 Wörter) war für mich die erste Hausarbeit mit genauen Vorgaben zum Wortlimit, der Struktur und zu den stilistischen Normen. Die zweite Hausarbeit (2500 Wörter) beschäftigte sich mit dem sino-japanischen Verhältnis von 1945 bis heute. In beiden Hausarbeiten haperte es ein wenig an der Absprache zwischen mir und dem Dozenten, der die Anzahl der Wörter (ca. 1500 Wörter) in der ersten Arbeit und inhaltliche Differenzen in der zweiten Hausarbeit anmerkte. Ca. 76% der Gesamtnote reichten so zur Note 5 von 7, denn auch die Klausur zog den Schnitt der Hausarbeiten und des Referates nicht mehr sonderlich nach oben oder unten.

Seminar „Australia’s Marine Environment“:

Für meinen dritten Kurs orientierte ich mich ein wenig um und belegte einen Kurs in Meeresbiologie „Australia’s Marine Environment“. Zum einen, weil mich mein Interesse an Biologie immer begleitet hat, zum anderen die weltberühmten Dozenten an der University of Queensland und die exklusiven Exkursionen zu den Forschungsstationen der Universität. Der Dozent Dr. Davey Kline ist selber Amerikaner und Experte für Korallen- und Riffentwicklungen. Da das Great Barrier Reef direkt vor der Haustür der Uni liegt, treffen sich die Experten weltweit hier, um zu forschen und lehren. Im Übrigen ist es durchaus üblich, gerade in seinem Auslandssemester einmal eine Studienrichtung kennen zu lernen, was auch die australischen Unis mit dem Study Abroad fördern. Einige unserer Freunde belegten etwa Kurse in Popular Musik oder BWL. Der Kurs war ein wirklicher Gewinn für mich. Viele Freundschaften, etwa mit Amerikanern oder Kanadiern sind so entstanden (und dank Facebook auch nach dem Australienabenteuer haltbar) und mein Bewusstsein für das fragile System der Korallenriffe ist weiter verstärkt worden. Auch die Anforderungen waren anspruchsvoll, drei Hausarbeiten und zwei Klausuren hielten uns immer auf Trab. Die Hausarbeiten und Klausuren, konnte ich aber fast immer mit 90% oder besser abschließen, auch mit Hilfe meines deutschen Freundes Tobias, der Biologie in Gießen studiert und mit mir viele anregende Diskussionen über die Biologie und seine vielen Facetten führte. Den Kurs bestand ich so mit der Note 7 von 7, was mich sehr gefreut hat. Die Klausuren behandelten den Stoff der Vorlesungen, die Hausarbeiten waren wissenschaftliche Artikel, die über ein kleines Forschungsprojekt bei den Exkursionen geschrieben wurden. So untersuchte ich mit meiner internationalen Gruppe, die Vielfalt der Lebewesen im flachen Wasser der Sandbänke und in Seegrasbetten. Dabei ging uns sogar ein Stachelrochen ins Netz, der mit einer spektakulären Rettungsaktion aus dem Netz geschnitten wurde und bei Ebbe ins tiefere Wasser zurück getragen werden musste. Heron Island beheimatet die zweite Forschungsstation der Universität mitten im schönsten Teil der Great Barrier Reef. Es sollte meine schönste Exkursion in Australien werden. Der weiße Sand und die Palmen, das kristallklare Wasser, indem Haie, Rochen und Schildkröten schwammen, kamen meinen Träumen und Tauchfantasien von Australien am nächsten. Sie übertrafen sie eigentlich. Für ein paar Eindrücke habe ein Fotoalbum auf meiner Homepage www.brisbane2008.de geladen, auf der auch alle anderen Bilder, Blogeinträge und Infos stehen. Die Homepage ist auch auf den Webseiten des Ranke-Heinemann-Instituts verlinkt. Das theoretisch Gelernte aus den Vorlesungen konnten wir auf den Exkursionen im Riff wunderbar erfahren und bestaunen. Selten bin ich in einem Seminar so motiviert worden zu lernen und zu entdecken.

Leben an der University of Queensland:

Auch neben den Seminaren haben wir die Universität genauer kennen gelernt. Hilfreich war sicher unser tolles Haus, das direkt neben der Brücke lag, die über den Brisbane River in den Park der Universität führte. Morgens über die Brücke zur Uni zu laufen, den Sonnenaufgang zu sehen und im Park von unzähligen Papageien begrüßt zu werden, war immer ein toller Start in den Unitag. Auf dem Gelände der Universität habe ich auch im Fitnessstudio trainiert und in der Fußball-Universitätsliga mitgespielt. Unsere australischen Nachbarn stellten ein Team, das allerdings erfolglos Letzter in der Liga war. Mit meinem kolumbianischen Mitbewohner Viktor, der beinahe Profifußballer geworden wäre und dessen frühere Freunde mittlerweile beim PSV Eindhoven und bei Sporting Lissabon spielen, wirkte ich ein paar Mal mit und gewann etwa gegen den Spitzenreiter der Liga 7:1. Die Frage, ob wir wirklich so gut waren oder die Australier einfach lieber Rugby spielen, lass ich an dieser Stelle offen. In den Play-Offs konnten wir leider nicht mehr eingreifen, da waren wir bereits auf Reisen.

Auf einem Fotoshooting im April suchte die Uni unter anderem mich aus, eines der Gesichter für ihre Kampagne zu werden, die Uni international zu repräsentieren. Der Termin war nett, zumal mit Iren, Amerikanern, Malaien, Japanern und anderen eine bunte Mischung an Nationen vertreten war. Die Fotos sind noch auf der Homepage der Uni und im asiatischen Raum als Prospekte und Hefte auf Universitätsmessen unterwegs. Vielleicht inspiriert es ja einen chinesischen Studenten oder eine iranische Studentin, den Weg nach Australien zur University of Queensland zu finden, wer weiß.

Reisen in Australien:

Neben dem ausführlichen Studium blieb noch zum Glück genug Zeit zum Reisen und Erkunden des roten Kontinents. Da wir keine Zeit verschenken wollten, reisten wir bereits während des Semesters, erledigten unsere Uniaufgaben in der Woche und planten schöne Trips an den Wochenenden. So zum Beispiel zum Surfen nach Agnes Water. Ein großer Spaß, zum ersten Mal vom Surfbrett zu fallen und in den Wellen halb zu ertrinken. Mit ein wenig Geduld klappte das Wellenreiten dann aber auch. Abends stolperten wir in eine australische Kneipe mitten hinein in einen australischen Junggesellenabschied. Jungs in Frauenkleidern, die bis zum Umfallen Bier tranken, dann aber auf die Bühne gingen und tollen australischen Rock spielten, haben mich wirklich beeindruckt.

Mit Melbourne, Sydney und Brisbane haben wir uns alle großen Städte an der Ostküste näher angeschaut, Melbourne war zudem das Tor zur weltberühmten Great Ocean Road, für die wir uns einen Campingwagen gemietet haben und an der pazifischen Küste entlang gefahren sind. In den Eukalyptusbäumen saßen oder schliefen Koalabären, auf den Golfplätzen entspannten die Kängurus im Schatten und das Meer brandete an die schroffe Küste Südaustraliens. Tolle Eindrücke. Wir haben mit Stadionbesuchen die Sportarten Rugby, Kricket und Australiens Nationalsport Australian Football kennen und (teilweise) lieben gelernt.

Ein Abstecher auf die Fiji-Inseln hat uns noch einmal die Gelegenheit gegeben, an das gefühlte Ende der Welt zu kommen, mitten in ein traumhaftes Inselparadies voller Strände, Palmen und Hängematten. Abstecher auf die nahen Sandinseln Fraser Island und Moreton Island ließen unseren Entdeckergeist aufleben mit Exkursionen über die Inseln und Begegnungen mit Dingos, Pythons, Schildkröten, Haien und Delfinen. Die Whitsunday Islands mitten im Great Barrier Reef besuchten wir nach dem Semester für einen mehrtägigen Segeltörn und Tauch- und Schnorchelgängen. Ebenso eignete sich dafür Cairns im hohen Norden. So sahen wir Rochen, Mantas, Schildkröten, Haie und Wale. Da ich mir einen Unterwasserschutz für meine Kamera gekauft hatte, konnte ich unter Wasser Bilder aufnehmen. Viele schöne Fotos sind auch auf meiner Homepage zu sehen. Die letzten drei Wochen besuchte mich meine Familie in Cairns und Sydney und ermöglichte so ein Wiedersehen bereits in Australien. Eine wunderbare Zeit zum Abschluss in Australien, die mein Fernweh zurück ans andere Ende der Welt ein wenig verstärkt hat.

Kamen, den 21.08.08


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Erfahrungsbericht - Juliane Pasold



Australien – ein Traumziel nicht nur für Biologen
von
Juliane Pasold

Hinweis: Bitte beachtet, dass dies die “Nur-Text-Version” des Berichtes ist. Die pdf Version mit zusätzlichen Grafiken und Bildern findet Ihr unter folgendem Link.

“How ya goin´?”

..ist die Standardfrage hier und immer zu hören sobald zwei Aussies aufeinander treffen.

Ich bin Juliane, 24 Jahre alt und Biologiestudentin an der Universität Rostock. Ich werde demnächst mein Studium beenden und dachte mir, dass ich vorher noch etwas ganz besonderes erleben möchte. Einen Aufenthalt im Ausland würde nicht nur gut im späteren Lebenslauf aussehen, sondern auch mir eine Reihe interessanter Eindrücke und spannender Erfahrungen bescheren. Australien ist mir dabei sofort in den Sinn gekommen, da ich diesen Kontinent schon immer faszinierend fand. Die Fauna und Flora ist einfach einzigartig, so dass man dort als Biologe auf jeden Fall voll und ganz auf seine Kosten kommt.

Nachdem ich mir ein Bild von den Unis in Australien gemacht habe und mich mit Hilfe des Ranke-Heinemann Instituts über Bewerbungsablauf und Kosten schlau gemacht habe, konnte mich nichts mehr bremsen..

Ich wählte die „University of Queensland“ in Brisbane aufgrund der reichhaltigen und sehr interessanten Kursangebote und weil eine Freundin, die dort auch studierte, mir nur positives berichtete.
Um möglichst viel von Australien bereits während meines 5 Monate andauerndem Studiums an der UQ zu sehen, habe ich mir vor allem Kurse ausgewählt die Exkursionen beinhalteten.

Ich bin am 11.Juli 06 in Brisbane, der Hauptstadt des Sonnenstaates Queensland gelandet und habe mich von dem UQ-Service vom Flughafen abholen und zu meiner vorrübergehenden Unterkunft, dem Emmanuel College direkt in Uni-Nähe, chauffieren lassen. Das war sehr angenehm, denn zum Einen konnte ich sofort Kontakt zu anderen internationalen Studenten knüpfen und zum Anderen musste ich mich nicht schwer bepackt alleine durch eine völlig fremde Stadt schlagen. Ich hatte außerdem nun die Möglichkeit in aller Ruhe auf die Suche nach einem längerfristigen Zuhause zu gehen.

Exkursion ins Outback (Kurs: „Outback Ecology Field Trip“)
Mein erstes großes Abenteuer startete nur 3 Tage nach meiner Ankunft am 14 .Juli. Ich nahm an einer 6-tägige Exkursion ins Outback zum Idalia National Park (1600 km westlich von Brisbane) teil, noch bevor die Vorlesungsperiode startete. Mir war anfangs ziemlich mulmig, weil ich absolut nicht wusste, was mich erwarten würde und ich auch keine Menschenseele kannte. Wir trafen uns um Mitternacht am Campus und begaben uns dann auf eine 14-stündige Busfahrt!!! Das war mir vorher gar nicht so klar, aber man darf die Distanzen hier wirklich nicht unterschätzen (besonders bei späteren Reiseplänen). Letztendlich kann ich sagen, dass es ein super gut organisierter Kurs war; Das beste was mir zu Beginn meiner Reise ins Ungewisse passieren konnte. Denn ich konnte gleich viele nette australische Studenten kennen lernen und einen einzigartigen Teil des australischen Festlandes erkunden.
Was euch wahrscheinlich am meisten interessieren dürfte ist, ob ich denn auch Kängurus gesehen hab... JA :) und zwar viele verschiedene Arten und wir haben sogar eins seziert (da lacht das Biologenherz). Es wurde frisch für Forschungszwecke geschossen, um uns Biologen die innere Anatomie eines Kängurus näher zu bringen. Es war sehr beeindruckend. Insgesamt waren knapp 40 Leute auf dieser Exkursion. Wir wurden also in kleinere Gruppen unterteilt, um dann insgesamt 4 Stationen (Projekte) zu durchlaufen – eine davon war „The Hill of Knowledge“, wo es darum ging das Verhalten der Kängurus zu studieren... :) Als unsere Gruppe still auf den Felsen hockte hoppelten nach kurzer Zeit so einige Kängurus vorbei. Das war ziemlich aufregend und ich konnte tolle Photos machen.
Meine Aufgabe war es dann einen Report zu einem der 4 Projekte sowie einen Aufsatz zum Management des Idalia Nationalparks zu verfassen. Das war schon eine ganz schöne Herausforderung, nicht nur wegen dem Englischen, sondern auch weil die Reporte anspruchsvolle Kriterien erfüllen mussten.

Exkursionen zur Ostküste Australiens (Kurse: „Marine Environment of Australia“ und „Marine Mammals“)

Den Kurs „Marine Environment of Australia“ kann ich nur weiterempfehlen, denn es war mein Lieblingskurs hier. Er war nicht nur höchstinteressant sondern auch total amüsant (ein großes Lob an den Referenten Dr. Ian Tibbet). An dem Kurs nahmen mehr als 90% Nicht-Biologen teil. Davon war ich anfangs sehr überrascht. Demzufolge fiel mir der Kurs jedoch sehr leicht :), da ich nicht viel lernen musste. Er beinhaltete zwei tolle Exkursionen, nach North Stradbroke Island und nach Heron Island. Besonders beeindruckt hat mich Heron Island, ein echter Traum!!! Kristallklares türkisblaues Wasser, weißer Korallensand und eine artenreiche Meeresfauna. Heron Island gilt als eines der schönsten Ferienorte und begehrtesten Tauchziele, weil es eine sehr interessante Unterwasserwelt bietet. Unsere Hauptaufgabe bestand darin die Insel und besonders das Korallenriff zu erforschen – sehr anstrengende Arbeit, sag ich euch ;): Rausfahren mit dem Research-Speedboat, das viele schnorcheln gehen, tauchen, Riffwanderungen bei Ebbe, Strandspaziergänge und und und. Wir mussten immer schon um 7 Uhr in der früh am reich gedeckten Frühstückstisch sitzen, um den Tag möglichst voll ausnutzen zu können. Die Verpflegung war echt super. Es gab alles was das Herz begehrt. Die Insel konnte man innerhalb von 20 bis 30 Minuten komplett umlaufen.

Der Zoologiekurs „Marine Mammals“ beinhaltete auch zwei Trips, einmal nach Seaworld und zum anderen nach North Stradbroke Island (Moreton Bay). In Seaworld konnte ich mir Delphine aus nächster Nähe anschauen. Das war toll, aber ich bin absolut kein Fan von irgendwelchen Delphin- oder Robbenshows. Deswegen müsste ich dort nicht unbedingt noch mal hin. Auf North Stradbroke Island konnte ich vom „Point Lookout“ Wale, Delphine und Schildkröten in freier Wildbahn bestaunen und das war echt beeindruckend. Wir sind auch mit kleinen Forschungsbooten rausgefahren und haben Dugongs (Indopazifische Seekühe) sowie große Meeresschildkröten gefangen. Die professionellen Forscher haben sämtliche Messungen und Probenahmen (Haut, Blut, Fäzes..) durchgeführt und wir konnten alles genau beobachten. Ich habe eine große Schildkröte genauestens bestaunen und anfassen können. :)
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass sich das Auslandssemester hier in Australien wirklich sehr gelohnt hat. Ich konnte sehr viel während meines Studiums hier lernen. Es ist doch sehr verschieden von dem Studium in Deutschland. Denn hier lernt man von Beginn an wissenschaftliche Reporte und Aufsätze zu schreiben, was man als forschender Biologe später auf jeden Fall beherrschen sollte.

So genug zur Uni und zum Studium... Nun zum Leben und Wohnen..
Ich wohne hier während des Studium in einer tollen Unterkunft, einem „Queensländer“, das ich mir mit zwei australischen Mitbewohnern und einem Hund teile. Ich habe hier eine schöne Terrasse zur Verfügung, wo man wunderbar studieren kann. Mittlerweile konnte ich mich auch gut in den australischen Alltag einleben. Ich fahre jeden morgen 15 min mit Fahrrad zur Fähre (Dutton Park), lass mich dann für 1,40 $ rübersetzen und dann bin ich auch schon an der Uni. Ich habe mich ja total in das super schöne warme Klima hier verliebt.. sehr, sehr angenehm... Die Winter in Australien werden als warm und trocken charakterisiert, was ich absolut bestätigen kann. Die Sommer hingegen sollen heiß und feucht werden.. könnte etwas unangenehm werden, weil man wahrscheinlich bei jeder kleinsten Bewegung schwitzt. Mal schauen.

Dies und das

Der Australische Akzent ist zeitweise wirklich etwas schwer zu verstehen, aber dann fragt man einfach noch einmal nach. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, um mit dem Englischen vertraut zu werden.
Die Australier sind wirklich ein sehr genügsames und freundliches Volk. Man kann sie eigentlich nur lieb haben. Die Busfahrer allerdings können schön manchmal ganz schön launisch sein, aber das hängt sicher mit dem stressreichen Job zusammen.
Das Essen hier in Australien ist auch nicht viel anders als in Deutschland, bis auf das Brot. Ich liebe deutsches Vollkorn- und Mischbrot. Doch die Australier haben nichts dergleichen, sondern nur weiches Toastbrot. Es gibt aber wohl auch deutsche Bäckereien hier. Ich habe wenigstens Pumpernickel entdeckt und mich viel davon ernährt.
Man hat die Chance eine Reihe netter und unterschiedlichster Menschen zu treffen, auch viele Deutsche, was seine Vor- und Nachteile hat. Ein großer Nachteil ist, dass man wieder sehr stark ins Deutsch sprechen zurück verfällt. Ein großer Vorteil jedoch ist, dass man Gleichgesinnte hat und die Freundschaften auch über Australien hinaus einfacher aufrechterhalten werden können.
In Brisbane kann man sehr viel Party in der City erleben (The Valley). Es gibt viele verschieden Clubs und Bars. Allerdings sind die immer sehr gut besucht und manchmal hat man genug von der ganzen Partymeute. Ich bevorzuge eher Houseparties mit Pool, lecker Essen, Musik und vielen Leuten, mit denen man quatschen und Blödsinn machen kann. Außerdem gebe ich mein Geld hier lieber für Wochenendsausflüge mit Freunden aus. Ich war zum Beispiel in Byron Bay, wo man viel surfen, feiern und Beachvolleyball spielen kann. Eine Attraktion dort ist u.a. der östlichste Punkt des australischen Festlandes, von dem man einen atemberaubenden Blick auf den endlosen Pazifik genießen kann.
Ein wunderschönes Ereignis, dass sehr zu empfehlen ist, ist auch das „River Fire“, ein etwa einstündiges und sehr facettenreiches Feuerwerk über dem Brisbane River.
Ich habe auch am „Race day“ teilgenommen, einem Event an dem sich alle Jugend in die schönsten Kleider und Anzüge wirft, um dann zum Pferderennen zu gehen. Es war rammelvoll und natürlich ging es nur darum bestaunt zu werden (nach dem Motto: Wer hat das schönste Outfit). Die Pferde wurden kaum beachtet. Das entsprach nicht meinem Geschmack.

Nach dem Studium habe ich nun noch knapp 3 Monate Zeit, um Australien mit meiner Familie, die mich hier besuchen kommen wird, zu bereisen. Ich plane einen Campervan zu mieten und mit meinem Freund, der mich schon eher besuchen kommt und zwei Monate bleibt, eine große Tour entlang der Ostküste bis nach Darwin im Norden zu machen. Dank Inlandsflüge werde ich hoffentlich auch den Süden und Westen Australiens bereisen können. Man weiß ja nie, wann man mal wieder die Gelegenheit hat, nach Australien zu kommen.

Also, an alle die aufregende und hilfreiche Erfahrungen fürs Leben sammeln möchten, zögert nicht und kommt nach Australien!


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Erfahrungsbericht - Maria Röckmann



Bei Stress immer cool bleiben

Zu spät! Jetzt ist es passiert, und ich kann es leider nicht mehr ändern. Ich habe es erst gar nicht gemerkt, obwohl die die Symptome schon seit einer ganzen Weile spürbar waren: Ich hatte ständig so ein Grinsen im Gesicht, bin Tagträumereien nachgehangen, hatte schon morgens beim Aufstehen gute Laune. (Naja, auβer wenn ich jetzt schon um halb 7 aus den Federn musste, dann vielleicht nicht, man muss es ja auch nicht übertreiben mit der guten Laune...) Wie auch immer, was ich sagen wollte ist: Hilfe! Es hat mich voll erwischt!
Dabei hat mich meine beste Freundin doch noch auf meiner Abschiedsparty in Deutschland zur Seite genommen und gesagt: „Nicht dass du dich in Australian verliebst und dableibst!“ „Nein, Quatsch, natürlich nicht!“, habe ich da wohl geantwortet. Ups. Versprechen gebrochen. War jetzt aber echt keine Absicht, sorry... Ich konnte einfach nicht anders: Die vielen netten Leute hier, immer locker drauf und super hilfsbereit. Brisbanes Innenstadt mit den viele alten Häusern, den Parks mit riesigen Bäumen, den gemütlichen Kneipen... Die Strände, die Sonne (auch wenn sie mir manchmal etwas zu schaffen macht, ist man ja als Mitteleuropäer nicht gewohnt diese Temperaturen...), all das hat es mir schwer angaten. Selbst die Uni (auch wenn ich mich wie eine Streberin fühle, wenn ich das sage. Aber so ist es halt nun mal.) Ich bin so begeistert, da musste ich mich einfach in Australien vergucken. Oder in Brisbane, wie auch immer. Hier studiere ich seit Juli diesen Jahres das „Graduate Certificate in Journalism“ an der University of Queensland. Und eigentlich wollte ich mich im Dezember wieder auf den Weg Richtung Heimat machen, zurück ins winterliche Deutschland, um weiβe Weihnachten im Kreise der Familie zu feiern. Aber ich werde mich in den nächsten Wochen wohl eher auf den Weg zum Reisebüro machen, 100 Dollar auf den Tisch legen und meinen Flug um ein halbes Jahr nach hinten verschieben. Und Weihnachten mal anders feiern: Statt Geschenken unterm Tannebaum fruchtige Cocktails am Strand oder so...
Meine offizielle Erklärung für die Daheimgebliebenen lautet: „Mein Studium bringt mir so unglaublich viel, dass ich unbedingt weitermachen will. Auβerdem habe ich gemerkt, dass ich noch etwas länger brauche, um auf Englisch richtig gut schreiben zu lernen. Und „Graduate Diploma“ hört sich doch irgendewie besser an als „Graduate Certificate“, findet ihr nicht? Ein Diplom kennt man auch bei uns, damit finde ich bestimmt leichter einen Job.“ Das alles entspricht der Wahrheit. Mein Studium macht sehr viel Spaβ und ich habe hier eine Menge gelernt. Aber ich habe meinen Lieben daheim verschwiegen, dass das nicht der einzige Grund für mich ist, hier zu bleiben. Dass ich verliebt bin müssen die jetzt nicht wissen, sonst machen die sich nur Sorgen, dass ich gar nicht wiederkomme oder so.
Jaja, die Liebe. Hat natürlich auch ihre Aufs und Abs. Wenn ich nicht dieses „Kribbeln im Bauch“ hätte, hätte ich es mir vielleicht schon längst anders überlegt und wäre im Dezember wieder Richtung Heimat gedüst. Es ist nämlich leider nicht immer alles „easy“ hier. Die Uni ist ganz schön hart, das könnt ihr mir glauben. (Aber bitte, bitte jetzt nicht abschrecken lassen!!! Man kann es alles schaffen, und die meisten Dozenten sind total hilfsbereit. Aber man muss, entschuldigt den Ausdruck, zwischendurch wirklich den Hintern zusammenkneifen.) Ich kann jetzt natürlich nur für die University of Queensland sprechen. Aber was diese Uni angeht, da spreche ich nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung. Immer, wenn ich jemanden von den anderen Deutschen treffe, die ich hier kennen gelernt habe, sehen unsere Gesapreche in etwa so aus: „Na, wie gehts denn?“ „Ja, ganz gut, bis auf die....“ Und dann fällt auch schon das fiese Wort: Assignments. Bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch der internationalen Studenten soviel wie „Aufgaben, die man im Laufe des Semesters regelmäβig abgeben muss und die benotet werden“. (Sonst wärs ja alles halb so wild, wenn die nicht benotet würden). Das sind Hausarbeiten, Papers, oder, in meinem Fall, Reportagen und Zeitungsartikel.
Bei mir sind es drei pro Kurs, inklusive der Klausuren am Ende. Und die meisten anderen Deutschen haben auch nicht weniger Assignments, egal was sie studieren. Die einzigen, die sich nicht beschweren, sind die Naturwissenschaftler: Die kennen das anscheindend alles bereits aus Deutschland. Aber gerade für Geisteswissenschaftler ist es eine Umstellung: Anders als bei uns hat man nicht zwei Monate in den Semesterferien Zeit, um eine Hausarbeit zu schreiben, sondern das muss alles drei Wochen nach der Vorlesungszeit über die Bühne sein. Also, wenn ihr ein Austauschsemster machen wollt, und keine vier Kurse nehmen müsst, nehmt drei. Oder fangt mit vier an, und schmeiβt nachher was raus, wenn ihr könnt. Macht das Unileben viel stressfreier. Wenn ihr, wie ich, vier Kurse nehmen müsst, dann gilt: Nicht verrückt machen lassen. Ich habe hier echt gelernt, relaxter an viele Dinge ranzugehen. (Müsste jetzt in diesem Moment eigentlich eine Reportage schreiben, die in wenigen Tagen fertig sein muss und dann 50 Prozent der Endnote ausmacht. Aber immer mal locker bleiben und erst mal einen kleinen Erfahrungsbericht für die zukünfitigen Ranke-Heinemann-Austauschstudenten verfassen.) Das letzte Mal, wo ich dann doch ziemlich nervös wurde, war als ich die Tage bis 12 Uhr nachts an einem Assignment saβ, dass am nächsten Morgen fertig sein musste. Irgendwann war ich fertig, (mit dem Assignment und auch mit den Nerven), habe alles zugemacht und wollte schon ins Bett gehen. Da habe ich plötzlich bemerkt, dass ich, übernächtigt wie ich war, die endgültige Fassung meines Assignments nur im temporären Ordner gespeichert habe. Und auf den konnte ich jetzt komischerweise nicht mehr zugreifen... Der Albtraum eines jeden Studenten war soeben zur bitteren Realität geworden: Mein Assignment war futsch. Verloren in den virtuellen Abgründen meines Computers. In solchen Fällen ist es immer wichtig, erstens die Nerven zu behalten und zweitens ausreichend Kaffee im Haus zu haben.
Was ich mit dieser kleinen peinlichen Geschichte sagen will: Wer ein gutes Zeitmanagement hat, ist hier klar im Vorteil. Ich habe mein Assignment zwar noch pünklich (d.h. fünf Minuten vor Abgabetermin) eingereicht. Aber ich war danach so müde, dass ich abends nicht mehr anständig das Semesterende feiern konnte.
Sehr schön ist, dass man mit seinem Assignment-Stress nicht so allein ist. Es geht allen so. Mit „allen“ meine ich alle anderen ausländischen Studenten. Und zumindest in den Postgraduate-Kursen sind das oft sehr viele. Ich habe einen Kurs, der sogar komplett aus „international students“ besteht. Ist sehr interessant, das sitzen Leute aus China, Thailand, Kolumbien und Deutschland zusammen und lernen gemeinsam, journalistische Texte auf Englisch zu verfassen. Ich muss sagen, ich war sehr erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die so verrückt ist, Journalismus in einer Fremdsprache zu studieren.
Dass alle dieselben (sprachlichen) Sorgen und Nöte haben, schweiβt zusammen: Wir helfen uns gegenseitig aus, bilden Lerngruppen... Oder gehen zu zweit in den Gerichtssaal, denn so versteht man doppelt so viel. (Wir mussten einen Zeitungsbericht aus dem Gerichtssaal schreiben. Man muss sich die Situation ungefähr so vorstellen: man sitzt hinten im Raum hinter einer Plastikwand, ständig kommen Leute rein und gehen wieder raus, Richter und Anwälte unterhalten sich, dir den Rücken zu gewandt, in gedäpfter Lautstärke auf Fachchinesisch – und da soll man noch was verstehen! Deshalb sind wir irgendwann zu zweit gegangen und das hat die Sache wirklich einfacher gemacht.) Die Dozenten lassen in solchen Fällen übrigens auch immer mit sich reden, sie sind wirklich hilfsbereit den ausländischen Studenten gegenüber. Man muss einfach nur Mund aufmachen, wenn man ein Problem hat.
Wie ihr seht: Es kann hier schon mal stressig werden und vielleicht habt ihr zwischendurch auch mal echt den Kaffee auf. Aber so habt ihr wenigestens keine Zeit für Heimweh. Und das Wichtigeste ist echt: Cool bleiben. Öfter mal was Nettes unternehmen, um sich vom Unistress abzulenken. (Sehr schöne Strände hier sag ich nur). Und immer schön Muttersprachler suchen, die eure Aufsätze etc. Probe lesen. Oder den Service nutzen, den zumindest die University of Queensland anbietet (die anderen bestimmt auch). Die haben sogenannte „Learning Adviser“, die euch bei Englischproblemen helfen. Wissen viele gar nicht. Ist aber wirklich gut. Also schön davon Gebrauch machen. Es gibt übrigens noch ne ganze Reihe anderer Services, die die Uni anbietet, u.a. Seminare und Beratung zu Time Management, oder einen Kurs, wie man besser mit Geld umgehen kann. (Ähem, mein Konto ist allerdings trotzdem schon wieder im Minus. Aber vielleicht bring es euch ja was...).
So, ich hoffe ihr habt mindestens genauso viel Spaβ in Australien, wie ich! Und macht euren Lieben nicht dieselben leeren Versprechungen wie ich, dass ihr auf jeden Fall zum geplanten Datum wieder kommt und euch auf gar keinen Fall verliebt. Klappt sowieso nicht!
Viele Grüβe aus Down Under!
Maria


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Erfahrungsbericht - Christian Jung



Der University of Queensland / Brisbane Guide 2006

Hinweis: Bitte beachtet, dass dies die “Nur-Text-Version” des Berichtes ist. Die pdf Version mit zusätzlichen Grafiken und Tipps findet Ihr unter folgendem Link (2.1 MB).

Vorwort:

Lieber Leser,

Dieser Guide handelt von meinen Erlebnissen und Erfahrungen während meines Auslandaufenthaltes in Brisbane im Rahmen eines “Study abroad” Programmes. Dieser Guide wurde nicht geschrieben um Euch Australien zuhause erleben zu lassen; das müsst Ihr schon selber machen. Dieser Guide wurde geschrieben um potentiellen zukünftigen Studenten der UQ in Brisbane anfänglich das Leben zu erleichtern, Ihnen ehrlich und zugleich kritisch zu zeigen, was Sie erwartet und Ihnen mit Tipps über die Anfangsschwierigkeiten hinwegzuhelfen.

Der Guide ist chronologisch verfasst; die Themen werden in der gleichen Reihenfolge behandelt wie Sie auf Euch zukommen werden. Am Ende des Guides findet Ihr noch ein eine Frage/Antwort Sektion mit häufig gestellten Fragen.

Ich hoffe, Ich kann Euch mit diesem Guide helfen einige der Fragen zu beantworten die Ihr im Vorfeld sicher haben werdet. Für Anregungen und Fragen könnt Ihr an christian(at)brisbane2006.de mailen.

Abschließend möchte ich Ranke-Heinemann für die unproblematische und professionelle Betreuung herzlich danken und Euch eine wunderschöne Zeit in Australien wünschen. Genießt es!

Christian Jung

TEIL I : PLANEN

A) Stadtwahl
Ist die Entscheidung für Australien als Land gefallen, müsst Ihr Euch darüber klar werden, wo in Australien Ihr studieren wollt. Auch wenn Brisbane mit rund 1,8 Mio Einwohnern die drittgrößte Stadt Australiens ist kann es nicht als Großstadt im klassischen Sinne gesehen werden, da die Stadt extrem weitläufig ist. Seid Ihr mit einer kleineren Stadt zufrieden, die Euch zudem durch Ihre Lage eine exzellente Ausgangsbasis für Reisen bietet, dann liegt Ihr mit Brisbane genau richtig. Seid Ihr allerdings eher der Grossstadttyp würde ich Euch zum hektischeren Sydney oder auch Melbourne raten.

B) Uniwahl
In Brisbane gibt es drei Universitäten, die University of Queensland (UQ), die Queensland University of Technology (QUT) und die kleinere Griffith University. Die UQ beansprucht für sich die renommierteste Universität der Region zu sein und befindet sich auf einem standesgemäßen Campus im Stadtteil St.Lucia. Wer auf einen schönen Campus keinen gesteigerten Wert legt und stattdessen mitten im Stadtzentrum studieren will ist mit der QUT bestens bedient. Ob die Qualität der Universitäten groß voneinander abweicht wage ich zu bezweifeln. Die Preise sind ebenfalls recht ähnlich. Letzlich sollten persönliche Vorlieben und vor allem das Kurstangebot den Ausschlag geben und nicht der vermeintlich gute/schlechte Ruf der Universität.
> UQ
> QUT
> Griffith

C) Bewerben und Ranke-Heinemann
Generell sollte man ca. ein Jahr vor dem geplanten Studienbeginn anfangen sich ernsthaft Gedanken zu machen und dann spätestens ein halbes Jahr vorher bewerben um unnötigen Stress zu vermeiden. Sich bei mehreren Unis gleichzeitig zu bewerben ist sicherlich sinnvoll, besonders dann, wenn Ihr einen ganzen Degree machen wollt. Ich kann Euch nur ermutigen, den Service von Ranke-Heinemann auch wirklich in Anspruch zu nehmen; Ihr zahlt ihn nämlich über Eure Studiengebühren indirekt mit und spart Euch eine Menge Aufwand. Bitte lest die sehr wichtigen Infos auf den Seiten von Ranke-Heinemann genau durch.
> Ranke-Heinemann

D) TOEFL
Um sicherzugehen, dass Ihr über ausreichende englische Sprachkenntnisse verfügt verlangt die Uni einen Englischtest. Meistens ist dies der TOEFL, es gibt aber auch noch andere. Üblicherweise verlangt die Uni von Euch im Test rund 240/300 Punkte. Dies klingt zunächst nach viel, ist aber mit ein bißchen Vorbereitung leicht zu schaffen. Ich habe noch von keinem Fall gehört in dem das Studium in Australien am TOEFL gescheitert wäre. Der TOEFL kostet um 150US$. Anmelden kann man sich online.
>TOEFL

An folgenden Standorten könnt Ihr den TOEFL in Deutschland machen:
Aachen, Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Koblenz, Mannheim, München, Osnabrück, Sankt-Augstin, Schönebeck, Tübingen.

E) Money matters!
Gerade in den ersten zwei Wochen in Brisbane werdet Ihr schnell über viel Geld verfügen müssen um etwa die Kaution oder die erste Miete für Eure Wohnung zu bezahlen. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltet Ihr Euch vor Abflug ein Konto bei der deutschen Bank eröffnen, die als einzige kostenlose Abhebungen von Eurem deutschen Konto an Westpac Geldautomaten in Australien bietet. Dies hat sich für alle nach wenigen Tagen als unverzichtbar herausgestellt.

Eine Kreditkarte sollte man ebenfalls besitzen. Sie sichert Euch ab und wird überall akzeptiert. Die Barclay Bank bietet für Studenten kostenlose Kreditkarten mit niedrigem Entgelt fürs Ausland (1,5%) an.
> Barclay

F) Visum
Sobald Ihr die CoE (Confirmation of Enrolment) in Euren Händen handelt, könnt Ihr das Visum beantragen. Dies geht sehr einfach online auf den Seiten der australischen Botschaft in Berlin.
> Visum

Bei mir war es innerhalb von 2 Stunden bewilligt, bei keinem den ich kenne hat es länger als 2 Tage gedauert. Anders sieht die Lage aus wenn Ihr für mehr als ein Jahr nach Australien geht. Dann müsst Ihr noch einen medizinischen Test über Euch ergehen lassen.


TEIL II : BRISBANE

Da standen wir: Flughafen Brisbane, 3. Februar 2006, 30°C im Schatten, 09.30AM.
Hinter uns: 22h Flug, 2h Einreise, 4 mal Gepäckkontrolle.
Vor uns: 6 Monate Auslandsstudium an der UQ, Brisbane, Australien.

So oder so ähnlich wird es Euch ergehen wenn Ihr im ersten Teil alles richtig gemacht habt und nun zum ersten Mal den Fuß ins gelobte Land setzt. Ab diesem Moment gilt es eine Menge Dinge zu meistern.

A) Ankommen und Temporary Accommodation
Der kostenlose Aiport-Pickup Service der Uni erleichtert das Ankommen. Ein Fahrer fährt Euch zu einem Ziel Eurer Wahl. In den meisten Fällen wird dies ein Hostel sein. In Brisbane gibt es zahlreiche Hostels. Ein sehr schönes Hostel, das ich Euch empfehlen möchte ist das Bunk Brisbane.
> Bunk Brisbane

B) Allgemeines zum Thema Wohnung suchen
Wohl das Hauptproblem der ersten Tage. Erstmal vorweg: Bis jetzt hat noch jeder eine Wohnung gefunden. Wichtige Variablen, die die Dauer der Wohnungssuche bestimmen, sind der Anspruch an die Wohnung sowie die finanzielle Lage und das Erscheinungsbild des Suchenden.

Sehr wichtige und hilfreiche Websites zur Wohnungssuche sing folgende:
>University of Queensland: http://accommodation.uq.edu.au/
> Queensland U of Tech : http://www.guildonline.net/classifieds/accommodation.asp
> Brisbane Exchange: http://brisbaneexchange.com.au/pages/5000.html
> EL Property Management: http://www.educationlodge.com.au/
> Real Estate Brisbane: http://www.realestate.com.au/
> BrisRentals : http://www.brisrentals.com/rentals/
> Flatmates Australia : http://www.flatmates.com.au/

Eine Auflistung aller Real Estate Agents in Brisbane:
> http://accommodation.uq.edu.au/index.html?page=31122

Eine super Hilfe um Adressen auf einem digitalen Stadtplan zu überprüfen:
> http://www.whereis.com

C) Einfühung in das australische Mietrecht
Nun, da Ihr Euch anschickt Mieter zu werden solltet Ihr paar Dinge über das australische Mietrecht wissen. Owohl man zumindest an der UQ eine Informationsveranstaltung besuchen kann und die sich mit diesem Thema befaßt, trotzdem halte ich es für wichtig diese Thematik kurz anzusprechen, da es zum Teil erhebliche Unterschiede zum deutschen Mietrecht gibt.

In Australien wird die Miete generell wöchtentlich und dann sogar häufig in bar bezahlt. Ausserdem wird die Kaution nicht direkt an den Vermieter bezahlt sondern an eine Art Treuhandfonds, die RTA. Dies soll sicherstellen, dass der Vermieter die Kaution nicht unbegründet zurückhalten kann. Mehr Informationen hierzu unter > RTA. Für die Pflege des Gartens oder Pools ist in Australien ebenfalls der Vermieter zuständig!

D) Kommunikation
Wahrscheinlich werdet Ihr am Anfang lieber auf Essen verzichten als auf eine Handy-/Internetverbindung. Es gibt drei große Anbieter : Optus, Telstra und Vodafone, wobei ich immer Optus Prepaid am billigsten fand.
> Optus
> Telstra
> Vodafone

Wollt Ihr ebenfalls eine DSL Leitung haben, findet Ihr unter diesem Link eine Übersicht aller Anbieter.
> DSL

E) Essen, Trinken & Feiern

Den täglichen Einkauf erledigt man schnell und relativ günstig in den überall reichlich vorhandenen Supermärkten. Die Preise sind in etwa gleich denen in Deutschland. Gewöhnungsbedürftig wird in dem Moment wenn eine Flasche Wein das Essen bereichern soll; der Supermarkt darf nämlich keinen Alkohol verkaufen. Den gibt es meist im nebenan vorhandenen Bottle Shop zu Preisen die einen ins Kloster treiben. Interessanterweise wird dann der Ausweis, selbst bei offensichtlich 14-Jährigen, im Bottle Shop trotzdem nicht kontrolliert was das ganze System an sich zur vollkommenen Absurdität verdammt und manchen Europäer zurecht entnervt zurücklässt.

In Brisbane gibt es unzählige Möglichkeiten zu feiern. Es gibt zwei “Hotspots” an denen nachts das Leben pulsiert. Einerseits die “City”, also die Clubs die direkt im Zentrum gelegen sind und andererseits das “Valley”, ein Stadtteil östlich vom Stadtzentrum. Im Allgemeinen wird in Brisbane eher in Pubs “gerockt” , das Embassy oder das Friday’s bieten denjenigen eine Alternative die lieber zu House tanzen beim Weggehen.

Die zwei bekanntesten und bestbesuchten Studentenkneipen liegen im Stadtteil Toowong, auf halber Strecke zwischen dem Stadtzentrum und St. Lucia. Das RE (Royal Exchange Hotel) darf sich mit Fug und Recht als DIE Studentenkneipe schlechthin bezeichnen, die besonders am Donnerstag, wenn der Deal 2 for 1 heißt, aus allen Nähten platzt. Ein paar Straßen weiter und ebenfalls sehr bekannt ist das Regatta, das mehrheitlich von amerikanischen Austauschstudenten besucht wird die sich freuen endlich auch mit 18 trinken zu dürfen.

Der perfekte Stadtteil für einen gemütlichen Abend bei einer Flasche Wein und gutem Essen ist Westend, südlich vom Stadtkern. Westend bietet sehr viele schöne Bars, Cafés und Restaurants und ist eine unter Studenten sehr beliebte Wohngegend.

Generell gilt für die Gastronomie in Brisbane: Es ist noch niemand verhungert, kulinarische Highlights sowie Einfallsreichtum sucht man aber getrost woanders.

F) Reisen

Brisbane bietet sich an als optimale Ausgangsbasis für Ausflüge zu Orten wie Moreton Island, der Sunshine Coast, der Gold Coast oder auch zur wunderschönen Fraser Island. Von Brisbane aus fliegen Qantas, sowie die beiden Low-Fare-Carrier virginBlue und Jetstar an nahezu jeden Ort in Australien.
> Qantas
> Jetstar
> virginBlue

TEIL III : STUDIEREN


Wie bereits eingangs erwähnt habe ich von Februar bis Juni 2006 an der UQ studiert. Die UQ liegt im Stadtteil St. Lucia und manchmal hat man den Eindruck die Uni könnte auch gut als eigener Stadtteil ausgegliedert werden, so umfassend ist der Campus. “On campus” gibt es eigentlich alles was eine Kleinstadt am Leben halten könnte: Cafés, Sushi-Bar, Pizzeria, Mensa, Pub sowie diverse Shops mit allem was der Student braucht. Ein Friseur sorgt dafür, dass man stets frisiert zur Vorlesung erscheint, wobei ich selbigen gerade den Frauen unter Euch wegen der recht rustikalen Arbeitsweise nicht empfehlen würde. Im folgenden will ich Euch kurz ein paar wichtige Tipps geben damit der Start an der UQ glückt....

A) Studieren in Australien

Die UQ gibt sehr viel Geld für Ihren Verwaltungsapparat aus und dementsprechend ist alles stabschefmässig durchorganisiert. Eine Antwort lässt selten länger als ein paar Stunden auf sich warten, bei Standardproblemen ist die Hilfe erstaunlich schnell und nur selten muss man Leuten hinterherlaufen um etwas zu bekommen. Außerdem existiert mit dem “Student Centre” eine zentrale Anlaufstelle für Studenten. Das wäre alles sehr lobenswert, würde es nicht jedes Mal zum Drama eskalieren wenn mal ein Problem nicht in ein vorgefertigtes “Form” passt. Dann bekommt man leider schnell das Gefühl, dass die Mitarbeiter der Verwaltung Ihren gesunden Menschenverstand morgens an der Tür abgegeben und darauf dressiert wurden Regelkatalog XY durchzusetzen.

Ein Unisemester in Australien läuft anders ab als in Deutschland. Während es in Deutschland oftmals bis zur Klausurenzeit nicht viel zu tun gibt, ist in Australien die Prüfungsleistung über das ganze Semester verteilt und das Abschlussexamen zählt durchschnittlich nur rund 50-60%. Die restlichen Prozent entfallen auf ein eventuelles Exam in der Mittes des Semester respektiv auf Assignments. Assignment sind eine Art “Hausaufgaben für Fortgeschrittene”, die meist nur unter erheblichem Zeitaufwand zu meistern sind. Dementsprechend kann man in Australien auch nicht 7 oder 9 Vorlesungen belegen wie in Deutschland teilweise üblich, sondern man beschränkt sich auf vier was einem “full study load” entspricht. Seit diesem Jahr kann man an der UQ als Study abroad Student nur noch mit spezieller Genehmigung mehr als 4 Kurse belegen.

Gegen Ende des Semesters und möglicherweise bereits früher werdet Ihr das Vergnügen haben Examen zu schreiben, was definitiv ein Erlebnis für sich ist. Die Mitarbeiter verursachen hier durch Ihr panisches Getue viel unnötigen Stress und Aufregung. Mitunter gleicht das Ganze einer Inszenierung hart an der Grenze zur Lächerlichkeit, z.B. dann wenn Studenten vor dem Examensraum mit Lautsprechern und reichlich Hektik dirigiert werden obwohl nur 20 Leute anwesend sind. Vor dem Examen werden einem dann in 15 Minuten “schnell” alle Regeln erklärt die zu 50% reichlich absurd sind und sich zu den restlichen 50% für Leute mit gesundem Menschenverstand erübrigen. Hier täte man besser daran, die Zeit zu nutzen und zu erklären wie das Antwortblatt auszufüllen ist, weil das fernab von selbsterklärend ist.

B) Einschreiben in Kurse

Das Einschreiben in Kurse geht sehr leicht über eine spezielle Website der UQ. Login und Passwort für diese Seite liegen Eurer CoE bei.

C) Kurswahl

Folgende Kurse habe ich an der UQ besucht:
BIOM3005 Cardiovascular Science
BIOM3008 Biomedical Pharmacology
PHRM7180 Intellectual Property Management
BIOT3002 Drug Design and Development

Die Kurse waren allesamt sehr arbeitsintensiv aber auch interessant, anspruchsvoll und empfehlenswert. Es sind keine klassischen Kurse die von Study abroad Studenten gewählt werden und so war ich in Cardiovascular Science fast der einzige. Andere Kurse wie z.B. der Klassiker “Marine Biology” werden zu 99% von “Study abroads” besucht und man kann sich dem Eindruck nicht verwehren, dass die UQ teilweise Kurse speziell für Study abroads schafft um die “normalen” Vorlesungen zu entlasten.

Bei der Kurswahl sollte man nach persönlicher Situation entscheiden. Will man sich die Kurse nachher in Deutschland anerkennen lassen sollte man unbedingt drauf achten dass der wissenschaftliche Anspruch gewahrt bleibt, kriegt man hingegen sowieso keine Credits kann man auch genauso gut an einer der “Spaßvorlesungen” teilnehmen.

D) Ein ehrliches Wort über Asiaten an der Uni

An der UQ studieren viele Asiaten, mitunter zu viele für den australischen Geschmack was sich dann in unschönen Kommentaren äußert. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Studenten die Asiaten als notwendiges Übel sehen um die Uni mitzufinanzieren. Ist der Frust teilweise verständlich, weil es z.B. gerade in Business Vorlesungen passiert, dass 2 Australier auf 150 Asiaten kommen, bin ich doch der Meinung, dass man nicht einerseits das Geld dankend annehmen kann und auf der anderen Seite diesen Studenten mit Aneignung begegnet.

Von der viel beschworenen Verständigung der Kulturen und desgleichen habe ich nun wirklich nichts bemerken können die ganzen sechs Monate. Zu tief ist die Kluft, so dass es darauf hinausläuft dass Asiaten und Europäer/Amerikaner/Australier stets fein säuberlich getrennt voneinander studieren, essen und feiern.

FRAGEN UND ANTWORTEN


Q: Wo finde ich einen billigen Flug?
A: Ich benutze meist diese Internetportale: www.ebookers.de, www.skyways.de, www.traveloverland.de

Q: Wieviel Gepäck darf ich mitnehmen?
A: Offiziell 20kg. Ich hatte 29kg und keine Probleme. Ich habe auch von keinem gehört der nachzahlen mußte und gehe davon aus, dass keiner mit 20kg geflogen ist. Generell empfiehlt sich nicht schon am Limit hinzufliegen, weil sonst wißt Ihr beim Zurückfliegen gar nicht mehr wohin mit allem. Achtung: Wenn Ihr über Dubai fliegt, müßt ihr unter 31kg bleiben sonst akzeptiert der Flughafen Dubai Euer Gepäck nicht!

Q: Sollte ich mich im Vorfeld um eine Wohnung kümmern oder erst nach der Ankunft?
A: Wenn Ihr ein Minimum an sozialer Kompetenz besitzt auf jeden Fall erst nach der Ankunft. Das erlaubt Euch erst mal die Stadt zu erleben und herauszufinden wo Ihr wohnen wollt.

Q: Sollte ich mit Deutschen zusammen wohnen?
A: Wenn Ihr die Leute mögt: jein. Eigentlich haben wir uns geschworen nicht zusammenzuziehen, als sich dann aber eine günstige Gelegenheit ergab haben wir es doch getan, zusammen mit drei Amerikanerinnen. Zurückblickend eine gute Entscheidung, weil wir viel Spaß zusammen hatten und trotzdem unser Englisch verbessern konnten. Davon, ausschließlich mit Deutschen zusammenzuwohnen würde ich Euch aber abraten.

Q: Was wird mich die Wohnung in Australien kosten?
A: Das absolute untere Limit dürfte bei 90 Aus$/Woche liegen, der Durchschnitt für gute Wohnungen bei 140-160Aus$ und nach oben sind fast keine Grenzen.

Q: Welche Stadteile sind “in”?
A: St.Lucia, Toowong, Westend

Q; Wird mein Handy in Australien funktionieren?
A: Ja

Q: Brauche ich ein Laptop?
A: Aus meiner Sicht: Ja. Zwar gibt es an der Uni PCs in Massen, nur sind dort wichtige Zugangsarten wie Outlook, VPN und ICQ geblockt. Wenn Ihr nicht immer an der Uni arbeiten wollt sondern auch mal zuhause und Ihr drauf angewiesen seid ständig Eure Emails abrufen zu können solltet Ihr definitiv ein Laptop kaufen.

Q: Muss ich einen Stromadapter mitnehmen?
A: Nein. Die gibt es in Australien an jeder Ecke für ca 7 €. Was sich allerdings lohnt ist eine deutsche Steckleiste mitzunehmen, dann braucht Ihr nicht für jedes Gerät einen eigenen Adapter!

Q: Darf ich als Student in Australien arbeiten?
A: Dürft Ihr. Maximal 20 Stunden die Woche. Hierfür benötigt Ihr eine Erlaubnis die Ihr Euch in Australien abholen könnt.

Q: Ich bin krank, was nun?
A: Wendet Euch erstmal an die Ärzte “on campus”. Man akzeptiert Eure OSHC Karte problemlos und es entstehen Euch nur 40AUS$ Kosten. Der Zahnarzt auf dem Campus kann ebenfalls empfohlen werden. Die Einrichtung mag zwar etwas rustikal wirken aber ich war sehr positiv überrascht von der Kompetenz der Zahnärzte!

Q: Werde ich Australier kennenlernen?
A: Entgegen allem was ich im Vorfeld gelesen habe haben wir sehr viele Australier kennengelernt.

Q: Kann ich mein Studentenvisum verlängern lassen?
A: Prinzipiell ja, jedoch nur wenn Ihr vorweisen könnt, dass Ihr weiterhin akademisch tätig seid. Wahrscheinlich ist es einfacher ein Touristenvisum zu beantragen nach Ablauf Eures Studentenvisums.

Q: Wie lange ist mein Studentenvisum gültig?
A: Bis “1 Monat nach Studienende”. Der Begriff “1 Monat” sorgt oft für Verwirrung. Mit einem Monat ist in diesem Fall das Datum gemeint, d.h. endet das Semester am 24. Juni, läuft Euer Visum am 24. Juli aus.

Q: Wie schicke ich mein Zeug zurück?
A: Wenn Ihr viel Papier oder schwere Bücher habt, könnt Ihr den Tarif “Documents only” der australischen Post wählen. Sehr billig, dauert allerdings auch ca 3 Monate. Ansonsten bietet Jetta (http://www.jetta.com.au) gute Tarife an.


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Erfahrungsbericht - Daniel Hampf



Hallo!

ich habe von Februar bis Juli 2005 an der University of Queensland (UQ) Physik studiert. Der folgende Bericht soll helfen, bei den Vorbereitungen in Deutschland so viel wie möglich richtig zu machen, um einen gelungenen Aufenthalt zu haben. Insgesamt besteht er aus drei Teilen: Der erste in an Leute gerichtet, die zunächst einmal auschecken wollen, ob Brisbane wohl eine gute Wahl wäre. Die Teile zwei und drei geben eher Insidertips an Leute die definitiv nach Brisbane und an die UQ gehen. In diesen Teilen habe ich Abschnitte, die australienweit relevante Informationen enthalten, mit einem Stern (*) gekennzeichnet. Bei Internetangeboten habe ich in der Regel nicht die genaue Adresse eingegeben, weil es wahrscheinlich für alle Beteiligten einfacher ist, einfach unter google (.com.au) nach den Angeboten zu suchen.

PART 1 - Brisbane oder nicht Brisbane?

Als erstes steht natürlich die Auswahl eines Landes und einer Uni zur Debatte. Wenn du das hier liest, scheint das Land für Dich Australien zu heißen. Glückwunsch, ich glaube. dass ist eine gute Wahl. Was die Uni anbetrifft, ist es schon schwieriger, eine Entscheidung zu finden. Für mich war die erste Selektion dadurch gegeben, dass viele Unis hier kein Physik angeboten haben, weiterhin hatte man mir von Universities of Technology abgeraten, da sie eher auf dem Niveau einer Fachhochschule wären. Ob letzteres wirklich so ist, wage ich inzwischen etwas zu bezweifeln, die hier ansässige Queensland Uni of Technology hat jedenfalls keinen schlechten Ruf. Jedenfalls, übrig blieben bei mir zunächst ca. 15 Unis, aus denen ich dann die mit dem besten Wetter rausgesucht habe ;-).

Nein, es gibt natürlich auch noch andere Sachen zu bedenken: Wie weit ist der Campus von der Stadt entfernt? Viele Unis haben den Campus weit außerhalb der Stadt, so dass sich das tägliche Leben voll auf den Campus und evtl. die anliegende Kleinstadt konzentriert, was meiner Meinung nach nicht unbedingt empfehlenswert ist. Hier in Brisbane gibts drei Campi (Campusse?), nämlich Ipswich, Gatton und St. Lucia. Erstere beide sind ziemlich weit weg von der City, St.Lucia (an dem ich bin) ist dagegen nur ca. 7 km vom Zentrum entfernt. Lass Dich nicht von euphemistischen Beschreibungen einlullen... oft werden auch Entfernungen von 30 oder mehr Kilometern als Katzensprung dargestellt, die sie einfach nicht sind, insbesondere wenn man kein Auto hat. Mir persönlich reichen die sieben Kilometer völlig, wenn ich die mitten in der Nacht auf dem Heimweg von ner Party überbrücken muss - auf welche Art auch immer. An welchem Campus man landet ist abhängig vom Fach, man kann sich das also nicht wirklich aussuchen. Absolut vermeiden sollte man Aktionen, die das Pendeln von einem Campus zum anderen erfordern.

Wie teuer ist die Uni? Auch wenn meiner Erfahrung nach sich zwischen den Unis nicht so arg viel tut - einen Blick ist es wert. Study Abroad Studenten zahlen einen Pauschalpreis, im Gegensatz zu den einheimischen Studenten, die (neuerdings) per Kurs bezahlen (und dabei aber immer noch billiger wegkommen). Ich hab AUD$ 8200 bezahlt, ca. 4800 Euros.

Wie teuer ist die Stadt selbst? Brisbane soll angeblich die günstigste Großstadt here around sein. Ob das stimmt, weiss ich nicht, aber sehr teuer ist es nicht. Trotzdem kann es für Leute aus kleineren Städten teilweise zu Überraschungen kommen (s. Finanzen)

Wie toll ist die Stadt? Hier liefern Reiseführer sicher gute Dienste. Ich bin soweit mit Brisbane ganz zufrieden, auch wenn es ein etwas verschlafenes, konservatives Nest ist. Es ist defintiv eine sehr ruhige und relaxte Stadt, kaum Kriminalität und offener Wohlstand (was sich in protzigen Fahrradwegen genauso äußerst wie in subventionierten Buspreisen und somit nicht zu verachten ist). Sydney hab ich mir eine Woche lang angeschaut und es hat mir auch sehr gut gefallen. Allerdings sind dort die typischen Großstadtprobleme offensichtlicher, so wie Randalierer in den UBahnen oder aufdringliche Bettler. Aber auch wenn man sich dazu entscheiden sollte, nicht dort zu studieren, ist ein (längerer!) Besuch absolute Pflicht. Die Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und Parks hat mehr als ein Wochenende verdient. Perth war bis zuletzt meine Zweitwahl, aber inzwischen bin ich froh, nicht dort gelandet zu sein, weil es definitiv zu einem schönen Aufenthalt hier gehört, etwas vom Land zu sehen. Und das ist schwierig genug, wenn man an der Ostküste ist - an der Westküste bist du verloren.

Mehr über Brisbane

Wenn Du auch nach Brisbane möchtest, gibt es hier immer noch drei Unis in der Stadt: Die Griffith, die QUT und die Uni of Queensland (UQ). Alle haben aber auch woanders Niederlassungen, also Vorsicht. Die Griffith und die QUT sind in Southbank, seines Zeichens Brisbanes Vorzeigeort und direkt neben der Innenstadt. Die UQ, an der ich bin, ist in St.Lucia, ein nobler Vorort im Süden. In Brisbane gibt es drei Viertel, die zu kennen es sich lohnt: Innenstadt (CBD) mit der Queenstreet Mall zum Einkaufen, Southbank zum Relaxen oder Joggen oder nachmittags spazierengehen, und das Fortitude Valley, das Kneipen- und Diskoviertel Brisbanes. Praktischerweise sind diese drei Viertel direkt nebeneinander (Fortitude Valley direkt rechts neben der Innenstadt, Southbank südlich auf der anderen Flussseite). St.Lucia ist ein sehr ruhiges Wohnviertel mit vielen Einfamilienhäusern, Spielplätzen, ein paar kleinen Geschäften und Restaurants und einem Golfplatz. Sein großes Plus ist die Nähe zur Uni, dieses Plus erkauft man sich jedoch mit hohen Mieten, mittelmäßiger Verkehrsanbindung und suboptimalen Einkaufsmöglichkeiten. Mein persönlicher Tip für UQ Studies wäre Toowong, von wo aus man mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Ferry immer noch gut zur Uni kommt (ca. 10 min Fahrradfahrt), wo man aber einen Citytrainbahnhof und ein Shopping Centre hat (und die zwei einzigen Kneipen hier im Umkreis). Ich wohne in St Lucia, allerdings an der Grenze zu Toowong, so dass ich auch noch was von dem Bahnhof und dem Shopping Centre habe. Eine andere schöne Möglichkeit zum Wohnen ist das West End, DAS Studentenviertel überhaupt in Brisbane. Der einzige Nachteil ist, dass man eine Fähre zur Uni nehmen muss, weil es auf der falschen Flussseite liegt (West Ender pflegen dagegen zu behaupten, ihr Ort läge auf der richtigen und die Uni auf der falschen Flussseite!). Die Kneipen, Restaurants und Clubs und die Nähe zur Stadt und zum Valley sprechen deutlich für das West End.

Mehr über die UQ

Die UQ hat den Anspruch, einer der ganz großen Unis zu sein, was man ihrem Flair durchaus anmerkt. Auf internationale Vergleichbarkeit und hohe Standards wird hier Wert gelegt. An der Uni gibt es einen hohen Anteil an ausländischen Studenten und Mitarbeitern, und die Uni tut einiges für ihre international visitors. So gibt es sowohl von der Union (so ne Art ASTA, s.u.) als auch von der Uni selbst Beauftragte, die sich bei großen und kleinen Problemen um die Studenten kümmern, außerdem gibt es zahlreiche Angebote für ausländische Studenten von Ausflügen bis Get-together BBQs. Der Campus ist sehr edel, mit Parks und Seen und allem drum und dran, und auch die Hörsäle sind hervorragend ausgestattet. Auf dem Campus gibt es auch diverse Bibliotheken, die eine große Auswahl, aber nicht immer genug Exemplare haben. Weiterhin gibt es (im Moment noch, siehe "Clubs und VSU") zahlreiche Clubs, die für jeden Geschmack etwas anbieten (von Segeln, Fussball und Beachvolleyball über Theater und Literaturgruppen bis hin zu den "chocolate lovers") und neben den eigentlichen Aktivitäten auch immer eine einzigartige Möglichkeit darstellen, neue Menschen kennenzulernen. Etwas bemängeln kann man die Ausstattung mit Computern (zu wenige, eMail checken nur nach fünf Uhr) und die Nichtexistenz einer vernünftigen Mensa. Trotz des hohen Anspruchs, den die Uni hat, muss man keine Angst haben, vom Niveau der Kurse überfordert zu sein - zumindest im Vergleich zu meiner vorherigen Uni (Münster) hab ich keinen großen Unterschied gemerkt, es war eher noch ein wenig einfacher.

PART 2 - Vorbereitungen in Deutschland

Technisches * Steckdosen Die Australier haben sehr seltsame Steckdosen, aber immerhin 230 Volts. Adapter kriegt man hier günstig und an jeder Straßenecke, die Anschleppung aus Deutschland lohnt sich daher nicht wirklich. Was aber Sinn macht, ist eine deutsche Steckerleiste mitzunehmen, so dass man nicht für jedes seiner Geräte einen eigenen Adapter braucht.

Handys
Deutsche Handys funktionieren hier, eine einheimische SIM Karte ist von den größeren Anbietern zum Selbstkostenpreis zu kriegen (AUD$ 30 für SIM Karte mit AUD$ 30 Credit). Für etwas mehr Geld kriegt man hier aber auch ein Prepaidhandy (ab AUD$ 80, Virgin Mobile). Die Kosten sind meiner Meinung nach etwa identisch mit Deutschland, sehr günstig finde ich nur SMS nach Deutschland: zwanzig australische Cent. Außer Virgin Mobile gibt es noch Vodafone (sehr verbreitet, günstige Tarife), Optus und Telstra. Telstra ist das ehemalige Staatsunternehmen und von Reputation, Service und Verbreitung mit der deutschen Telekom zu vergleichen (keiner will, aber jeder hat mit ihnen zu tun).

Telefon
Ein Ortsgespräch kostet hier zwanzig Cents pauschal (unabhängig von Gesprächsdauer), mit dieser Gebühr kann man sich auch mit einem Call-by-call Anbieter verbinden, der wiederum eine günstige Verbindung nach Deutschland herstellt. Den Credit bei dem Call-by-call Anbieter muss man im Vorraus kaufen, erhältlich an jeder Newsagency (Kiosk, sehr verbreitet, zum Beispiel auch mehrere auf dem Campus). Gesprächspreise nach Deutschland liegen grob geschätzt bei ca. 2 Cent die Minute, abhängig vom Call-by-call Anbieter. Wenn man zu seltsamen Zeiten telefonieren kann (drei Uhr nachts zum Beispiel!) kann man auch mal mit unter einem Cent/Minute wegkommen. Welche Telefonkarte am günstigsten ist, ist ein Super-Gesprächsthema mit anderen Studenten, eine defintive Antwort gibt es nicht (um die Sache nicht zu einfach zu machen, haben viele Anbieter noch eine Verbindungsgebühr). Auch die Verkäufer in den Newsagencies erweisen sich aber als hervorragende Berater ("Oh, you wanna call Germany. Yeah mate, I call Germany a lot, too")

Wetter
Auch wenn Brisbane als tropische Stadt bezeichnet wird, sollte man den australischen Winter nicht unterschätzen. Bei klarem Himmel wird es hier nachts oft bis zu unter zehn Grad kalt, so dass man eine Winterjacke dabeihaben sollte, wenn man nicht zu den ganz Hartgesottenen gehört. Ab April braucht man öfter schon einen Pullover, wenn man abends draußen sitzt, während es tagsüber immer noch an die dreißig Grad rangeht. Etwas tückisch ist auch die Tatsache, dass die Häuser hier keine Heizungen haben, und grade in einem Queenslander (Holzhaus) hat man dann innen die gleiche Temperatur wie draußen. Da wir in einem solchen Haus wohnen, haben wir fünf von den sechs Hausbewohnern sich einen kleinen Elektroheater (ca. 20 Dollar) angeschafft. Nur eine Mitbewohnerin, abgehärtet von den kalten Winterwinden an der norddeutschen Waterkant, hält weiter tapfer ohne Heizung durch. Der Sommer dagegen ist einfach nur heiß, und oft auch sehr schwül. Nicht selten bin ich schon beim eMail tippen ins Schwitzen gekommen. Das Wetter ist also wunderbar für Ausflüge zum Strand oder sonstwohin, wobei man die Sonnencreme nicht vergessen sollte (Queensland ist die Region mit der höchsten Hautkrebsrate der Welt, auch wenn das hier noch keiner zur Kenntnis genommen zu haben scheint). Die Uni ist übrigens klimatisiert. Brisbane soll durchschnittlich nur sechzig Regentage im Jahr haben, und ich könnte nicht das Gegenteil behaupten. Vor allem im Winter ist oft für Wochen keine Wolke zu sehen.

Der TOEFL Test *
Das Schwierigste beim TOEFL Test ist wohl die Anmeldung und Bezahlung. Ich war jedenfalls sehr erstaunt, als ein per Post nach Holland verschickter Verrechnungsscheck tatsächlich eingelöst wurde und ich meine Terminbestätigung bekam. Für den Test selbst musste ich ca. 300 Kilometer von Münster nach Frankfurt, was mir eine schlaflose Nacht im Intercity (und zusätzliche Kosten von hundert Euros) beschert hat. Am nächsten Morgen war ich so müde, dass ich kaum meine Daten in den Anmeldebogen eintragen konnte, den Test hab ich aber trotzdem glorreich bestanden. Der ganz große Trick dabei ist nur, sich mit den richtigen Materialien vorzubereiten. Es gibt diverse Bücher und Computerprogramme, die man meistens auch in der Bücherei kriegen kann. Und dann heißt es lernen. Denn das Tückische bei dem Test ist nicht die Sprache (wem der sprachlich zu anspruchsvoll ist, sollte sich das mit dem Auslandssemester vielleicht nochmal überlegen), sondern die Art der Fragen. Nachdem man aber genug Fragen durchgegangen ist, sollte man sich in das Denkmuster der Teststeller reindenken können. Deren Spezialität sind Fragen wie: A friend tells you that it has been late. What does he imply?
a) It has been late
b) he is tired
c) He couldn't call you the day before. Und meistens könnte bei sowas b) sogar richtig sein! Nicht zu weit und nicht zu kurz denken... Achja, mogeln ist tatsächlich absolut unmöglich, die Überwachung toppt jeden Hochsicherheitstrakt. Das Testcentre in Frankfurt ist übrigens mitten in der Innenstadt, in easy walking distance vom Hbf. Das Testergebnis kann man zum Ranke-Heinemann Institut schicken, das dürfte besser funktionieren als direkt zur Uni.

Sprache *
Die Aussies haben einen sehr eigenen Akzent, der aber eigentlich nur bei älteren Leuten oder Leuten vom Land wirklich stark ausgeprägt ist und den man lieben oder hassen kann. Typsich sind Sachen wie "Allruaight, maite" oder "on the wuay", wobei ersteres auch das am häufigsten gebrauchte Wort der australischen Sprache enthält: Mate. Um den LonelyPlanet zu zitieren: "To get in along in Australia, you need the willingness to call absolutely everybody mate, whether you know or like him or not". Also: Supermarktverkäufer, Busfahrer, Dozenten, wildfremde Passanten oder Polizisten: Die Standardanrede "mate" ist immer richtig, und kann notfalls auch fünfmal in einem Satz verwendet werden. Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat (und das dauert eigentlich nicht lange), kann man den Akzent ganz gut verstehen, und wenn man gut ist, sogar imitieren. Allerdings laufen hier eh so viele Asiaten, Amis, Franzosen und sonstige Landsleute rum, dass man ständig einem Mischmasch der abgefahrensten Dialekte ausgesetzt ist. Und nicht verzweifeln, wenn der Taxifahrer schon beim Nennen der Adresse merkt, dass du aus Deutschland kommst: Du bist nicht der erste. Falls Bedarf an einem Preview besteht: Einen schönen, wenn auch nicht allzu starken Aussie-Akzent hat Missy Higgins, eine australische Sängerin, die aber auch in Europa bekannt sein dürfte (glaube ich, ich hab sie erst in Australien mitgekriegt).

Die BaFÖG Spezies
Na, Antrag schon eingereicht? Nicht? Dann aber los! Auf der Homepage (Studentenwerk Marburg) wird eine Bearbeitungszeit von sechs Monaten angedroht, Erfahrungen zufolge ist das noch sehr optimistisch. Ich habe meinen Antrag im August eingereicht und erst im April Geld gesehen. Viele andere haben das Geld erst kurz vor der Rückreise bekommen, so dass man auf jeden Fall darauf vorbereitet sein sollte, einen Großteil der Kosten vorzuschießen (d.h. auch Lebenskosten). Sehr lustig sind auch kryptische Aufforderungen seitens des BaFöG Amtes, irgendwelche dubiosen Formulare einzureichen, auf der alle möglichen Unterschriften und Stempel zu seien haben. Am besten zwei Tage vorm Abflug. Da man in der Regel im August (oder noch früher) weder die Zahlung der Studiengebühren noch die Flugkosten nachweisen kann, muss das halt später geschehen. Aber auch hier heißt es wahrscheinlich: Eher einreichen, eher Geld kriegen. Vergleiche mit anderen Studenten haben ergeben, dass die genauen Anforderungen an die Formulare von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter variieren, so dass die effektivste Variante der Telefonterror sein dürfte ("Können Sie mal bitte meine Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen?"). Die Menschen dort haben sich als nett, aber völlig überarbeitet erwiesen, also Geduld (auch wenn die Leitung hundert mal besetzt ist: Irgendwann kommt man durch).

Visum und Pässe *
Ja, das Visum ist tatsächlich so teuer (ca. 250 Euro) und tatsächlich kriegt man nichts in die Hand außer einer Bestätigungsemail. Die sollte man sich wohl sicherheitshalber ausdrucken und mitnehmen, aber im Prinzip steht dein Name in den Computern der Einreisebehörden und das reicht. Für hier und alle anderen Aktionen ist übrigens immer der Reisepass zu verwenden, nicht der Perso. Letzterer wird auch hier vor Ort nirgends anerkannt (nicht mal in die Disko kommt man damit), man könnte ihn genausogut auch zuhause lassen. ISIC (internationaler Studentenausweis) hilft oft und bringt Ermäßigungen, weiterhin ist der lokale Studentenausweis von der UQ sehr hilfreich. Für Kneipe und Disko reicht das alles aber nicht: Nur Reisepässe werden anerkannt (und glaub nicht, du könntest den Türstehern einen deutschen Perso als Reisepass verkaufen! Meine Erfahrungen in dem Thema sind genauso bitter wie eindeutig). Kritisch wird es für viele Studenten am Ende des Aufenthaltes, da das Visum nur einen Monat über das Ende des Semesters hinaus gültig ist. Möchte man noch etwas das Land erkunden oder sonstwie etwas Zeit im Land verbringen, kann das knapp werden. Eine Verlängerung ist möglich, muss aber für mindestens drei Monate geschehen und kostet dann schlappe 200 Dollar. Die Einwanderungsbehörde ist sehr streng in dieser Hinsicht, zumindest vermittelt sie das in zahlreichen Plakat- und Fernsehwerbespots. Andererseits ist ein Freund von mir trotz neun Tage Überziehung seines Visums problemlos aus dem Land rausgekommen.

Kofferpackliste *
Haha, nicht wirklich. Was Du hier brauchst, ist zunächst mal alles, was du auch für einen normalen Urlaub brauchst. Unterschätz nicht den Winter, nimm lieber einen Pullover mehr mit. Bring ne kleine Reisetasche für Wochenendtrips mit, und Füllerpatronen, wenn Du einen Füller benutzt. Sonst gibts hier das meiste auch zu kaufen, und die Post soll ja auch was verdienen (s. nächsten Abschnitt).

Sachen schicken *
Die Post ist weder billig noch schnell, und auch nicht hunderprozentig zuverlässig, aber dummerweise fast Monopolist. Andere Speditionen lohnen sich in der Regel nur bei großen Mengen (ab ca. 15 bis 20 kg), wenn überhaupt. Vorsichtig sollte man beim Verschicken von Wertgegenständen sein, es sind nämlich durchaus schon Pakete verschwunden. Es wird zwar bei Verlust ein akzeptabler Pauschalpreis erstattet, aber für persönlich wertvolle Sachen hilft das auch nicht viel. Das nächste Postamt ist auf dem Campus, außerdem ist eins im Shopping Centre in Toowong. Falls Du übrigens zufällig mit Korean Airlines fliegst, kannst Du zehn Kilo kostenloses Extragepäck beantragen. Falls du wirklich große Mengen Übergepäck hast (passiert ja vor allem auf der Rückreise mal), gibts ein Angebot von jetta.com, die für die Strecke Australien-Deutschland ca. 6-8 Euro pro Kilo nehmen.

PART 3 - Vor Ort Wohnen *
Da gäbe es folgende Varianten: Colleges sind so was ähnliches wie Studentenwohnheime, mit dem Unterschied, dass sie fast unbezahlbar sind - das können schon mal tausend Dollar im Monat werden, und da hilft einem dann auch nicht mehr so viel, dass da drei Mahlzeiten pro Tag inklusive sind. Wenn man diese Variante machen will, heißt es, sich früh (!) anzumelden - die Anmeldefristen finden sich auf der Webseite des UQ-Accomodation Service.

Units sind Wohnungen/Appartments für Einzelpersonen oder kleine WGs. Meistens sind sie leicht zu kriegen, und die Organisation einer kleinen WG ist einigermaßen einfach, allerdings sind sie auch nicht immer ganz billig. Mit ein bischen Geduld und Glück findet man aber durchaus Schmuckstücke für akzeptable Preise. Häuser: Die Edelvariante. Man spart oft ein bischen Geld und hat ein ganzes Haus für sich, so dass man auch kaum Probleme mit Nachbarn kriegt. Allerdings muss man sich um alles kümmern (von Müllabfuhr bis Stromrechnung) und vor allem muss man erstmal genug Leute für sowas zusammenkriegen, denn die Häuser werden in der Regel nur komplett vermietet. Granny Flats sind in der Regel umgebaute Garagen oder Gartenlauben und daher nicht wirklich zu empfehlen (naja, wenn man auf sowas steht...). Die Uniseite hat eine gute Accomodation Sektion und auch der Accomodation Service an der Uni hat sich als fähig erwiesen. Auf dem freien Markt kann man auch mal gucken (Schilder an den Häusern, Webseiten von Real Estates), hier ist aber Vorsicht geboten. Wir haben so ein sehr schönes Haus für (verhältnismäßig) wenig Geld bekommen, aber die Vehandlungen mit der Real Estate sind oft etwas abenteuerlich (wenn man zum Beispiel was am Haus repariert haben möchte oder so). Insgesamt empfiehlt es sich, erst vor Ort nach einer dauerhaften Bleibe zu suchen, da die Auswahl groß ist und die Angebote sehr verschieden (von Bruchbude bis Palast ist alles dabei, und nicht immer ist das am Preis zu erkennen). Die ersten Tage kann man mehr als gut in einem Backpacker überleben.

Einrichtung und andere Anschaffungen *
Viele Wohnmöglichkeiten sind schon möbiliert, ansonsten gibt es auf der Uniseite hervorragende Newsgroups, in denen ALLES zum Verkauf angeboten wird, und zwar meistens zu Spottpreisen. Dort empfiehlt es sich auch zu stöbern, wenn man nach einem Auto, einem Fahrrad, einem Fernseher, einer Mikrowelle oder einer Gitarre sucht. Um dorthin zu kommen, musst du dich bei my.UQ anmelden (auf Startseite unten links verlinkt). Die Newsgroups sind dann im Seitenmenü verlinkt (Channels: myNewsgroups --> UQ Newsgroups). Ansonsten gibts halt ebay, das zwar kleiner als in Deutschland, aber immer noch ganz gut ist. Für gebrauchte Textbooks gibts einen Shop auf dem Unigelände (neben der Noodlebar, gegenüber der großen Library). Wenn man dort kein Glück hat und ein neues Exemplar braucht, gibt es einen Bookshop neben dem Café Wordsmith. Neue Bücher sind hier aber tatsächlich oft noch teuerer als in Deutschland. Außerdem gibt es diverse Gebrauchtwarenläden, zum Beispiel die CashConverters, die alles kaufen und verkaufen. Der nächste ist in Indooropilly, der Vorort jenseits von Toowong. Für Lebensmittel gibts hier Woolworths und Coles (Qualitäts- und Preisunterschiede zwischen diesen beiden lassen die Gerüchteküche brodeln), für alles andere KMART. KMART ist der absolute Billiganbieter für wirklich alles von Staubsaugertüten, Kugelschreibern, Mikrowellen über Fahrräder, Schuhe, Textilien und Grillkohle bis zu Computerspielen, Heizlüftern und Schokolade. Insbesondere ist bemerkenswert, dass alle diese Artikel ohne erkennbare Ordnung über den Laden verstreut sind. Die nächste Filiale ist im Shopping Centre in Toowong und sollte nur mit begrenzten Bargeldvorräten betreten werden!

Verkaufen
Rückt das Ende des Aufenthalts näher, stellt sich die Frage, wie man den ganzen Krempel in seinem Zimmer eigentlich wieder los wird. Hier bieten sich eigentlich die gleichen Möglichkeiten wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Einigermaßen vernünftige Preise kriegt man bei Privatverkäufen (über Uni Newsgroups oder Aushänge) oder ebay, bei CashConverters wurde ich dagegen mit miesen Preisangeboten abgespeist (Zelt fünf Dollar, Schlafsack zwei Dollar, Scanner drei Dollar usw.). Im Endeffekt hab ich den Großteil meiner Sachen verschenken müssen (einige Sachen hab ich sogar der Heilsarmee gespendet!), also sollte man sich wohl frühzeitig um so was kümmern.

Transport
Um hier von einem Ort zum anderen zu kommen, stellen sich folgende Möglichkeiten zur Wahl:
Citytrain: Schnell, pünktlich, regelmäßig, bequem. Meine Lieblingsalternative, allerdings ist die Flächenabdeckung nur mittelmäßig (von mir zum nächsten Bahnhof in Toowong sinds zu Fuss ca. 20 Minuten, mit dem Fahrrad fünf).
Ferry: Die CityCat Fähre fährt von St Lucia im Süden bis zur City und noch etwas nach Norden. Sie kommt alle zwanzig Minuten und ist verdammt schnell (zur City ca. 15 Minuten). Die Flächenabdeckung ist natürlich auch sehr begrenzt (so einer Fähre sind halt natürliche Grenzen gesetzt). Darüber hinaus gibt es noch andere Fähren, die aber größtenteils nur für direkte Flussübersetzungen an brückenlosen Punkten zuständig sind.
Bus: Das Bussystem von Brisbane ist das seltsamste, was ich je gesehen habe. Experten schaffen es zwar, innerhalb kürzester Zeit enorme Strecken per Bus zu überwinden, alle anderen landen aber meistens völlig woanders als geplant. Um die Verwirrung Ortsunkundiger zu maximieren, werden keine Busfahrpläne hergestellt, fahren die Busse keine definierte Route, werden die Bushaltestellen im Bus weder angezeigt noch -gesagt und haben die Busstops keine Namen. Darüber hinaus gibt es Express und Rocketbusse, die nur ab und zu halten, außerdem halten die Busse nicht, wenn sie voll sind (max. Kapazität wird peinlichst genau eingehalten). Der einzige Vorteil ist, dass man wirklich überall hinkommen kann (könnte). Und man muss zugeben, dass die Busfahrer oft freundlich und hilfsbereit sind und wenn man fragt, werfen die einen an der gewünschten Endhaltestelle raus, ohne das man drücken muss. Diese drei Alternativen laufen unter einem gemeinsamen Tarifsystem, das nicht trivial, aber relativ günstig ist. Wenn man Ausflüge ins Land und an der Küste lang plant - und das sollte man - ist ein Auto unglaublich hilfreich. Selbst für ein halbes Jahr lohnt sich die Anschaffung, für ein ganzes Jahr sicherlich. Gebrauchtwagen sind hier fantastisch günstig, Sprit, Steuern und Versicherung ebenfalls. Sehr teuer sind dagegen Mietwagen (europcar, rolo, hertz, thrifty), insbesondere für unter 25jährige. Einen internationalen Führerschein brauchte ich bisher noch nicht (deutscher war ok), aber angesichts der Billigheit des ersteren lohnt sich wahrscheinlich doch die sicherheitshalbe Mitnahme. Ich habs leider nur zu einem Fahrrad gebracht, aber für Stadtfahrten reicht es völlig aus. Insbesonders die Kombination Fahrrad/Zug (man kann sein Fahrrad kostenlos mitnehmen) erweist sich als sehr effektiv. Plant man weitere Ausflüge, ist die bequemste und meist günstigste Variante das Flugzeug (virginblue.com.au, jetstar.com.au und quantas.com.au). Das Eisenbahnnetz beschränkt sich auf die Hauptstrecken, so dass da die Konkurenz durchs Flugzeug enorm ist. Für Ausflüge zu abgelegenen Orten ist neben dem Auto der berühmt-berüchtigte Greyhound Bus oft die einzige Alternative (aber verhältnismäßig sauteuer).

Finanzen
Oft hört man Geschichten über die erstaunlich niedrigen Lebenshaltungskosten hier. Das ist grundsätzlich nicht ganz falsch, aber trotzdem sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Brisbane ist eine Großstadt und damit teurer als eine deutsche Kleinstadt. Insbesondere die Mieten sind in den angesagten Stadtteilen horrend (ich zahle AUD$ 470 kalt pro Monat, und viele andere hier in St.Lucia zahlen deutlich mehr (600 bis 700 Dollar sind durchaus üblich). Lebensmittel sind recht günstig, insbesondere das Speisen in Restaurants ist spotbillig (normales Dinner für ca. AUD$ 10). Auf dem campus gibt es auch eine große und einige kleine Mensen, die aber weder durch Qualität noch Günstigkeit überzeugen. Was man aber bei allen Kalkulationen nicht vergessen sollte, ist der höhere Bedarf, den man hier hat. Da man aus seiner Zeit hier das Beste machen möchte, gibt man eine Menge Geld für diverse Kurztrips oder andere Aktionen aus. Ich verbrauche hier im Moment ca. 200 Euro mehr als in Deutschland (insbesondere wegen der höheren Miete, aber nicht nur). Auch ein Semesterticket gibt es nicht, aber immerhin 50% Ermäßigung für Studenten, so dass man mit einem Dollar zur Uni und mit AUD$ 1.20 in die Stadt kommt, was zugegebenermaßen sehr günstig ist. Um das Geld nach Australien zu krigen, empfehle ich folgende Variante: Mach bei der Deutschen Bank ein Girokonto auf (für Studenten kostenlos), dann kannst du mit der Deutschen Bank EC Karte hier an den Westpac Geldautomaten Geld ziehen, und zwar alles komplett ohne Gebühren! Dazu braucht man auch kein Konto bei der Westpac. Westpac ist ziemlich groß, und an allen strategisch wichtigen Punkten finden sich deren ATMs, so z.B. Campus, Supermarkt in St Lucia, Shopping Centre in Toowong. Soweit ich weiss, gibts keine andere Möglichkeit, Geld kostenlos hierhin zu transferieren. Die billigsten Überweisungen sind von der Postbank zur Westpac (dann braucht man natürlich ein Konto bei der Westpac). Alle größeren Geldinstitute bieten hier kostenlose Girokonten für Studenten an (Commonwealth Bank, ANZ, Westpac, National Bank,...), wobei die ersten beiden Fillialen auf dem Campus haben und sich damit anbieten. Man braucht eigentlich nicht unbedingt ein Girokonto hier, aber manchmal ist es ganz bequem (EC an der Supermarktkasse, Miete überweisen, Ebay Käufe).

Ausflugziele
Die nächsten schönen Strände sind an der Goldcoast (südlich, teilweise sehr touristisch und voll, z.B. Surfer's Paradise) und der Sunshine Coast (nördlich, etwas ruhiger, z.B. Noosa). Mit dem public transport braucht man ca. zwei Stunden zur Gold- und drei Stunden zur Sunshine coast, mit dem Auto etwa jeweils die Hälfte. Für weitere Ausflugsziele empfehle ich die entsprechenden Reiseführer (insbesondere den LonelyPlanet), die wohl eine weit vollständigere Liste und bessere Informationen haben als ich. Ein paar Stichworte zum Nachgucken: Byron Bay (Surfer- und Chilloutparadies), Lamington National Park, Glasshouse Mountains, Fraser Island (Sandinsel mit wunderschönen Süsswasserseen, mein persönliches Highlight), Stradbroke Island. Wenn man Zeit (vor oder nach dem Semseter oder in der einwöchigen Midsemesterbreak) und Geld (achja) hat, kann man natürlich auch weiter in die Ferne schweifen: Sydney, Melbourne, Uluru (Ayers Rock), Darwin, Cairns, Great Barrier Reef oder vielleicht sogar Neuseeland oder die Fidjiinseln ? Ein bischen Vorsicht ist bei den von der Uni offiziell beworbenen Studi-Reisen, mit deren Flyern man gerade am Anfang des Semesters zubombadiert wird. Sie sind zwar nicht schlecht und auch nicht gerade überteuert, aber auch alles andere als günstig, es lohnt sich also ein neutraler Vergleich. Reisebüros gibts übrigens allein auf dem Campus schon mehrere.

Das Studieren an sich *

Lectures
Die Vorlesungen sind eigentlich genauso wie bei uns. Anwesenheit ist in der Regel nicht Pflicht, aber hilfreich. Die Dozenten sind oft etwas lockerer als deutsche Profs und werden in der Regel geduzt (Vorname genügt)

Assignments und Exams
Während des Semesters wird immer mal wieder Leistung eingefordert, deren Ergebnisse auch in die Benotung eingehen. Meistens geschieht das in der Form von Hausarbeiten (Assignments), Referaten und Klausuren mitten im Semester. Am Ende des Semesters werden die großen Exams geschrieben, die ca. 50% der Endnote ausmachen.

Anspruch
Einen Kurs zu bestehen ist meiner Meinung nach etwas einfacher als in Deutschland, aber für eine gute Note muss man genausoviel machen.

Anerkennung der Leistungen
Zu jedem Kurs gibt es im Internet ein Course Profile, in dem detailiert erläutert wird, was für Stoff durchgenommen wird. Damit sollte man vor der Abreise zu dem zuständigen Prof (Vorsitzender des Prüfungsausschuss) in Deutschland gehen und dessen Meinung einholen. Die Course Profiles sind nicht immer einfach zu finden, am besten klickst du dich auf der Homepage über "faculties & divisions" zu deiner Fakultät durch und gehst auf deren Homepage. Die UQ stellt nach Abschluss des Semesters ein Zeugnis her und schickt das ans Ranke-Heinemann Institut. Für ein zusätzliches Exemplar zahlt man aktuell stolze zwanzig Dollar.

Just-for-fun Kurse Es scheint sich so eingebürgert zu haben, dass viele study abroad Studenten mindestens einen Funkurs wählen, also etwas, was nicht in ihrem eigentlichen Studienbereich gehört. Besonders empfehlenswert soll marine science sein, wo man einiges über die Flora und Fauna Australiens erfährt und Exkursionen zu traumhaften Inseln unternimmt, um an den Korallen tauchen zu gehen. Rudimentäres biologisches Vorwissen (Mittelstufe) scheint ausreichend zu sein.

Tips fürs Unileben - where to go
Die Leute vom Student Centre sind für alles zuständig, haben nie viel Zeit und sind damit sowas ähnliches wie die Studierendensekretariate in Deutschland. Ihr Domizil ist direkt an der Hauptbushaltestelle der UQ (neben der Chansellory), kaum zu übersehen, und die Öffnungszeiten sind recht generös. Langes Warten, gerade am Anfang des Semesters ist trotzdem üblich. Wenn man spezielle internationale Probleme hat, lohnt es sich, in den ersten Stock zu gehen (Eingang auf der Rückseite oder durch die Chancellory). Dort sitzen die Beauftragten für international students der Uni, bei denen es etwas lockerer zugeht. Dort werden auch klaglos sämtliche BaFöG Formulare abgestempelt. Die UQ Union bietet einige Services, die nicht immer leicht zu überblicken, allerdings alle nebeneinander lokalisiert sind, nämlich rund um die Mensa (main refectory). Im Zweifelsfalle wird man auch gerne zur entsprechenden Stelle weiterverwiesen. Dort gibts Informationen zu Accomodation, Rechtsberatung und die Leute vom Sudent Support Sevice, ihres Zeichens Helfer in allen Lebenslagen. In einem dieser Gebäude werden auch die obligatorischen "Getting Started" Sessions abgehalten. Öffentlichen Computerzugang gibts in der Hauptbücherei (der hohe Turm an der einen Ecke vom Great Court) und in allen Zweigbüchereien. Dort kann man auch drucken, wobei (zum Zeitpunkt dieses Schriebs) die Farbausdrucke in der Bio-Bücherei nur halb so viel kosten wie in der Main Library (sechzig Cent zu einszwanzig !). Der Andrang ist aber groß und die Computer relativ schrottig, außerdem ist außer einem Browser bestenfalls noch Office installiert, sonst nichts, weiterhin ist dort eMail schreiben wochentags erst nach fünf Uhr erlaubt. Wesentlich größere Chancen auf einen vernünftigen Computerarbeitsplatz hat man in seiner eigenen Fakultät, wenn man an den richtigen Stellen fragt und den Schlüssel oder die Chipkarte für den Computerraum kriegt. (In Physik funktioniert das so: Schlüssel für das Second Year Lab im Sekretäriat im ersten Stock im Bldg 6 abholen. Das Second Year Lab ist im Bldg. 7 im Obergeschoss, dort stehen einige Computer, die ständig eMailzugang ermöglichen und einige für Physik relevante Programme installiert haben. Ob die private Nutzung hundertprozentig legal ist, weiss ich nicht, aber solange man dort keine Unterrichtsveranstaltungen stört, dürfte es keine Probleme geben.)

Clubs und VSU
Die UQ-Union ist unabhängig von der Uni selbst und so eine Art Mischung aus Gewerkschaft für die Angestellten und ASTA für die Studenten. Ein Großteil der Services an der Uni werden von der Union getragen, wofür jeder Student einen Semesterbeitrag von ca. zweihundertfünfzig Dollar zahlt. Für die ganze Zeit meines Aufenthalts tobte eine politische Debatte über die Einführung der Voluntary Student Union (VSU), bei der die Mitgliedschaft nicht mehr zwingend ist. VSU würde zweifellos einen bedeutenen finanziellen Einschnitt für die Union und höchstwahrscheinlich eine Verschlechterung der Services bedeuten, dennoch ist meiner Meinung nach die Einführung zu erwarten. Im Moment ist noch nicht abzusehen, welchen Einfluss das auf die Clubs der Uni hat, die von der Union stark subventioniert werden. Im Moment gibt es hier eine unglaubliche Anzahl von Clubs, wobei die meisten entweder dem Hochschulsport (UQ Sport) zuzuordnen sind oder die Vereinigung der Studenten eines bestimmten Landes darstellen. Es gibt auch einen german club, dem ich aber nicht beigetreten bin - soweit ich weiss, beschränkten sich deren Aktionen auf einen Videoabend. Es gibt auch diverse international clubs, wo sich Studenten aller Länder vereinen. Da die Mitgliedschaft meistens nur einige Dollar kostet und ein freies Würstchen enthält, ist sie grundsätzlich zu empfehlen, auch wenn sich die Aktionen dieser Clubs meistens auch auf einen Videoabend oder ein BBQ beschränken (aber immerhin). Die Clubs des UQ Sport hingegen bieten meistens hervorragende Leistung gegen gute Bezahlung. Ich persönlich kann den Segelclub sehr empfehlen (sehr nette Leute, fantastische Segelreviere, tolle Katamarane), aber natürlich gibts auch viele andere nette Sportarten. Alles in allem bieten die Clubs DIE Möglichkeit überhaupt, mit anderen Studenten in Kontakt zu kommen, und die Mitgliedschaft bei so vielen wie möglich kann man nur empfehlen. In diesem Semester gab es in der ersten Vorlesungswoche einen Market Day, an dem sich alle Clubs vorgestellt haben, höchstwahrscheinlich wird es sowas wieder geben.

So, ich hoffe ich konnte Dir ein paar Fragen beantworten und Deine Vorfreude auf Australien maximieren. Es wird eine geile Zeit, glaub mal!


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Erfahrungsbericht - Christoph Toeglhofer



Ankunft und Wohnungssuche:

Die Ankunft in Brisbane war grundsätzlich unspektakulär. Die Abholung vom Flughafen wurde von der Uni organisiert, und wir hatten das Glück, dass wir die ersten Tage bei Bekannten verbringen konnten. So fiel mit Hilfe des ‚fans’ (Ventilator) auch die Akklimatisierung nicht allzu schwer (von ca. -5 °C in Schwechat auf 35 °C in Brisbane). Dazu ist anzumerken, dass es meines Erachtens leichter ist mit den höheren Sommertemperaturen in Brisbane umzugehen, als mit den Temperaturen in den Wintermonaten Juni-August (3 – 20 °C; aber die Häuser werden nicht geheizt und die Tage sind kurz). Also sollte man bei einem Aufenthalt in Brisbane auch warme Kleidung mitnehmen (was einem zwar von jedem empfohlen wird, aber natürlich auch von mir von mir nicht gemacht wurde)!
2 Wochen vor der ‚orientation week’ begann ich mit der Wohnungssuche über das ‚Uni Accomodation Service’, die bei mir mittelprächtig verlief, d.h. nach ca. 50 Telefonaten und 10 Besichtigungen hatte ich zusammen mit 2 Aussies eine Bleibe gefunden (wobei andere AustauschstudentInnen bereits nach 2 Stunden was Nettes gefunden hatten, andere jedoch bis zu 2 Wochen suchten). Würde ich heute noch mal eine Wohnung in Brisie suchen, würde ich von meinen drei Grundsätzen
1. Uninähe (St. Lucia, Toowong, Taringa)
2. ‘native speaker’ als Mitbewohner
3. Internetanschluss in der Wohnung
dahingehend abweichen, dass die Mitbewohner nicht unbedingt ‚native speaker’ sein müssen, solange sie sich zumindest ausreichend verständigen können und nicht Deutsch als Muttersprache haben (denn so sehr man es sich auch vornimmt, man spricht dann doch Deutsch miteinander  Ein Austausch in Berlin oder Zürich wäre billiger). Sich mit Menschen zu umgeben, die in der gleichen Lebenssituation (nämlich Austauschstudierende) sind, kann unter Umständen vorteilhafter sein, als mit Aussies, mit denen man dann nicht allzu viel zu tun hat, bzw. die ganz andere Lebensgewohnheiten pflegen (z. B. um 5 Uhr aufstehen müssen).
Generell gilt, je früher man mit der Wohnungssuche anfängt, desto höhere Ansprüche kann man stellen, und desto stressfreier ist es natürlich, wobei man sich trotzdem nach der Ankunft unbedingt ein paar Tage zum Eingewöhnen und Akklimatisieren gönnen sollte!

Uni und Kurse:

Die von der Uni organisierte ‚Orientation Week’ ist nützlich um sich an das neue Umfeld gewöhnen zu können, allerdings hatte ich (wie auch einige Male unterm Semester) manchmal das Gefühl beim österreichischen Bundesheer zu sein (es wurde einem alles Hundertmal und bis ins Detail erklärt, so dass man das wirklich wichtige dann verschläft). Die Kursanmeldung erfolgt problemlos über Computer, auch ist es völlig ausreichend sich erst vor Ort, nachdem man sich im Rahmen der Orientation Week über die Kurse informiert hat, anzumelden, weil in allen Kursen genug Kapazitäten vorhanden sind.
Generell gilt die UQ als sehr gute, aber konservative Uni. So wird sehr viel Wert auf richtiges akademisches Arbeiten (3 Kurse – 3 komplett verschiedene Zitierweisen, die einem jeweils gründlich erörtert werden) und die Form von Essays (wobei auch Rechtschreibung und Grammatik mitberücksichtigt werden) gelegt. Die Lehrenden hätten zwar potentiell die Möglichkeit moderernste technische Hilfsmittel einzusetzen, sind aber meiner Erfahrung nach eher von der alten Schule (deren Vortragsweise, bzw. die kategorische Ablehnung des world wide web).
Jedenfalls ist die UQ in diesem ominösen weltweiten Uni-Ranking auf Platz 28 gereiht (Uni Graz Platz 385 oder so). Dies zeigt sich u. a. durch Tutorien (15er-Gruppen) in jedem Fach, Zugriffsmöglichkeiten zu fast jedem akademischen Journal auch für Studenten, und genügend Kursplätzen in den Lehrveranstaltungen.
Bei der Kurswahl habe ich mich schlussendlich für folgende Kurse entschieden:
MARS 2005 (Marine Biology): Mein absoluter Lieblingskurs, unbedingt weiterempfehlens-wert, ganz egal was man als Hauptstudium macht. Dieser Kurs wird ausschließlich für Austauschstudenten organisiert. Höhepunkte sind ein 3-Tages-Field-Trip nach North-Stradebroke-Island (nähe Brisbane) und ein 5-Tages-Field-Trip nach Heron Island (am Great Barrier Reef), für die allerdings extra bezahlt werden muss (ca. 370 Euro).
AUST 1000 (Contemporary Australia): In diesem Kurs hört man über die Entstehung der Australischen Nation, über nationale Identität, nationale Feiertage, Jugendkultur, Immigration, Randgruppen etc. Er bietet eine gute Möglichkeit an mit der australischen Medienlandschaft vertraut zu werden, die meisten Themen werden allerdings sehr, sehr wissenschaftlich und trocken abgehandelt, Gegenwartsprobleme nur am Rande angeschnitten.
POLS 1201 (An Introduction to International Relations): Dieser Kurs gibt einen umfassenden und guten Überblick über alle Themen der Weltpolitik. Neben einer theoretischen Einführung und Vorlesungen über Themengebiete wie z.B. den Kalten Krieg, die Jugoslawienkriege, die UNO, Umweltprobleme etc. wird vor allem in den Tutorien sehr viel über aktuelle Entwicklungen diskutiert.

Clubs:

Es gibt auf der Uni eine unendliche Vielzahl an Studentenorganisationen und Clubs, neben unzähligen Sportclubs, politischen und religiösen Organisationen findet man darunter auch Exoten wie z. B. den Lego-Club, den Debate-Club, die „Chocolate Appreciation Society“, den Brettspielclub und die „Marihuana Appreciation Society“ All diese Clubs organisieren gesellschaftliche Events und stellen eine gute Möglichkeit dar, Leute kennen zu lernen. Hervorgehoben sei in diesem Zusammenhang der Study-Abroad-Club, wo sich Austauschstudenten aus der ganzen Welt mit Australiern, die bereits im Ausland studierten, bzw. dies noch vorhaben, 14-tägig im RE (beliebtes Studentenlokal) treffen, und auch sonst viele Aktivitäten unternehmen.

Versicherungen:

Zusätzlich zu der verpflichtenden OSHC-Health-Cover hatte ich noch eine Diebstahlsversicherung abgeschlossen, wobei ich keine davon benötigte.

Leben in Brisbane:

Brisbane gilt gegenüber Sydney und Melbourne als sehr preiswerte Stadt. Die Lebenskosten in Brisbane entsprechen in etwa denen in Graz, wobei vor allem Kleidung und Treibstoffe wesentlich billiger sind. Im Großraum Brisbane leben an die 2 Millionen Einwohner, großteils in Einfamilienhäusern im Grünen, dementsprechend groß sind auch die Distanzen innerhalb der Stadt.


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Erfahrungsbericht - Michael Rybak



Jahresbericht über den Aufenthalt in Australien
an der University of Queensland
(zweites Semester 2004 und erstes Semester 2005)
in dem Study Abroad Program

Stipendiat: Michael Rybak
Frankfurt, den 22/08/2005


Inhaltverzeichnis:

1. Einleitung
2. Vorbereitung des Studienaufenthaltes
2.1 Wahl der Hochschule
2.2 Einschreibung an der Gasthochschule
2.3 Visum Angelegenheiten
2.4 Zahlungsprocedere
2.5 Versicherung
2.6 Anschaffungen
3. Wohnungssuche vor Ort
4. Studium
4.1 UQ
4.2 Meine Kurse
4.3 Anerkennung der Leistungsnachweise
4.4 Kontakte zu Studienkollegen
5. Freizeit
5.1 Freizeit vor Ort
5.2 Reisen
6. Arbeiten und Praktika
7. Lebensunterhaltskosten
8. Nachwort





1. Einleitung

Ich möchte mich bei den Mitarbeitern des Ranke – Heinemann Institutes bedanken. Die Abwicklung aller Angelegenheiten mit der Gasthochschule von Deutschland aus erwies sich als sehr hilfreich. Es war in allerlei Hinsicht wesentlich besser, so einen Vertreter meiner Interessen an meiner Seite zu haben.

Nicht zu letzt, bevor wir zum Eigentlichen übergehen werden, sollte man sich fragen, ob es sich überhaupt lohnt nach Australien zu gehen und wieso das ausgerechnet Australien sein soll. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann. In meinem Fall überwiegen die Vorteile eindeutig. Ich hoffe, dass aus dem weiteren Verlauf es verständlich sein wird, warum das so ist.

Ich werde im Weiteren einige Passagen von meinem Zwischenbericht benutzen, da diese zu einem an einigen stellen überarbeitet werden sollten und zum anderen einen dennoch hohen Informationswert haben.

Als letztes, um die Einführung abzuschließen, einige Details über mich. Ich studiere Wirtschaftmathematik mit dem Schwerpunkt Finanzmathematik an der Technischen Universität Berlin. In Juli 2004 habe das sechste Semester abgeschlossen.


2. Vorbereitung des Studienaufenthaltes
2.1 Wahl der Hochschule

Zu den Vorbereitungen des Studienaufenthaltes zählt in erster Linie die Auswahl der Universität, wo man künftig studieren möchte. Es gibt dabei einiges zu beachten, wenn man sich für diese oder jene Hochschule entscheidet. Dazu gehören die Kurse die angeboten werden, ob es einem vom Inhalt her passt und natürlich ob diese an der Heimhochschule anerkannt werden können. Wie auch in Deutschland, werden einige Kurse nur jedes zweite Semester angeboten. Das gilt wohl aber nicht für die Kurse die sehr viele Teilnehmer haben und somit viel Geld einbringen.

Die Größe der Universität und womöglich damit verbundene Anzahl der ausländischen Studierenden ist ein Punkt, den man nicht vergessen sollte. Die Lage der Universität ist ebenso wichtig, ob man einen Campus haben wird oder nicht, insbesondere wenn das einem noch nicht gegönnt war, was in meinem Fall zutreffend war.

Die Kosten sind nicht zuletzt ein wichtiger Aspekt, sowohl für die Hochschule selbst als auch für den Lebensunterhalt. Die Kosten für die Hochschule sind neben den Studiengebühren, zusätzliche Gebühren für einige Kurse, Literatur die ab und zu als Pflicht angegeben wird. Die Kosten für einige Kursbücher übersteigen 150 AUD.

Darüber hinaus kommt dem Ort der Hochschule eine wichtige Rolle hinzu. Die Entfernungen in Australien sind etwas anders als in Deutschland und das wird spätestens in den Ferien bemerkbar.


2.2 Einschreibung an der Gasthochschule

Ist die Entscheidung gefallen, wäre es zu empfehlen, sich mit Ranke-Heinemann Institut in Verbindung zu setzen. Ich hatte demzufolge persönlich fast gar keine Kontakte mit der University of Queensland (UQ). Bei der Einschreibung muss man zwischen 3 und 5 Kursen angeben. Möchte man weniger als drei Kurse besuchen, wird einem das Visum nicht gegeben. Möchte man andererseits 6 Kurse belegen, muss man vor Ort einen Antrag mit einer überzeugenden Begründung in der entsprechenden Fakultät stellen. Es kommt durchaus vor, dass für die Kurse ab dem dritten Jahr man eine Genehmigung brauch. Da muss man sich keine Sorgen machen, diese kriegt man schnell vor Ort. Des Weiteren werde ich mich nur auf die UQ beziehen (www.uq.edu.au).


2.3 Visum Angelegenheiten

Die Einschreibung und damit verbundener Papierverkehr wurde von Ranke – Heinemann erledigt, sodass mein Beitrag wirklich bescheiden war. Sobald man Confirmation of Enrolment (COE) bekommt, kann man ein Studentenvisum beantragen (www.australian-embassy.de/visa/index.html). Der einfachste Weg ist wohl über das Internet (ca. 250,- EUR). Es muss dabei beachtet werden, dass der Aufenthalt in diesem Fall automatisch um einen Monat nach dem Ende des Semesters verlängert wird. Der andere Punkt ist: Wenn man mehr als für ein Jahr nach Australien geht, sei es ein Tag oder ein Monat, muss man sich einem medizinischen Test unterziehen, der kostenpflichtig ist (ca. 100 EUR). Wenn man also sich das ersparen möchte, sollte man sich informieren, bevor man das Visum beantragt. Diese Untersuchung hat eine weiteren negativen Aspekt: Wenn man vorhaben sollte, mit Menschen zu arbeiten, z.B. als Tutor, muss man sich einem umfangreicheren Test unterziehen, was weitere Kosten mit sich bringt. Selbst wenn man das Vorhaben haben sollte, würde ich davon abraten, das mitzuteilen, da sobald man in Australien ist, fragt keiner mehr danach. Ansonsten kommt das Visum in elektronischer Form, es dauert nur einige Tage, und im Pass erscheint lediglich der Stempel der Zollbehörde bei der Einreise.

Man beachte, dass Australien ein Land ist, das einen großen Wert auf die Gesundheit der Menschen legt. Es ist also nicht erlaubt Lebensmittel ins Land zu bringen. Mag ja komisch klingen, aber in dem Flughafen, suchen die Zollbeamten mit Hunden nach den Lebensmitteln im Gepäck. Siehe dazu und für allgemeine Fragen www.immi.gov.au.


2.4 Zahlungsprocedere

Die erste Zahlung, die auf einen zukommt, sind die Studiengebühren (Tuition Fees), die auf drei verschiedenen Arten bezahlt werden können: Bankscheck, Überweisung oder Visa. Alles hat unterschiedliche Preise, die zum Teil von Bank zu Bank variieren. Ich hatte mich für den Scheck entschieden, der mir innerhalb einiger Tage auf den Namen der UQ in AUD ausgestellt wurde. Das versenden von dem Scheck hat wieder mal Ranke-Heinemann übernommen. Sehr wichtig ist der Kurs vom AUD, da man relativ große Beträge überweist, wäre es nicht verkehrt sich davor zu informieren, wie der Kurs gerade ist und eventuell zu warten oder nicht zu warten oder sich gegen die Kursschwankungen abzusichern. Der Betrag für Study Abroad Program, der zu zahlen ist, beträgt 8200 AUD (Stand 2005). Die Kursschwankungen können somit einen Unterschied von 500 EURO mit sich bringen. Für das zweite Semester habe ich problemlos vor Ort mittels einer Art Überweisung von meinem australischen Konto bezahl, wobei die Kreditkarte an der Universitätskasse ebenso akzeptiert ist.


2.5 Versicherung

Die einheimische obligatorische Krankenversicherung OSHC (Overseas Student Health Cover) ist im Voraus für den ganzen Aufenthalt zu bezahlen(ca. 200 AUD). Diese deckt 85% vor den Kosten, die bei notwendigen Arztbesuchen entstehen sowie die Kosten für die Medikamente, dabei muss der Preis für ein einziges Produkt ca. 25 AUD überschreiten. An der Uni gibt es einen Doktor, der umsonst ist, wenn man bei der OHSC versichert ist. Der Krankenhausaufenthalt wird wohl völlig erstatten. Auf jeden Fall informiere man sich besser selbst auf www.oshc.com.au.


2.6 Anschaffungen

Zu den Anschaffungen in Deutschland könnte man einen Laptop hinzuzählen, falls man noch keinen besitzt. Das Arbeiten am Computer ist in mehreren Computersälen im Laufe des Semesters möglich, doch in der Zeit, wo das Semester sich dem Ende neigt, wird es immer schwieriger, einen freien Computer zu finden. Der nächste, nicht weniger wichtiger, Punkt ist das Versenden von Emails. Wir werden im Laufe des Berichtes darauf zurückkommen.

In allen Kursen, wenn man im ersten Semester an einer Uni ist, ist es möglich während der Klausuren ein mitgebrachtes Wörterbuch zu benutzen, so lange dieses nicht elektronisch ist. Man kann sein eigenes mitbringen, eins ausleihen oder kaufen. Englisch-Englisch Wörterbücher sind wohl für alle zugängig.

Natürlich ist eine Digitalkamera es Wert, sie mitzunehmen. Man wird ganz schnell merken wie sie einem fehlt, falls man sie nicht hat. Darüber hinaus wird man fast sicher beim Reisen einen Schlafsack brauchen. Natürlich kann man sich einen vor Ort kaufen, doch vielleicht schläft es sich im Eigenen besser.

Wetter bedingt ist das Wärmste, was man an Kleidung mitbringen sollte, ist ein Pulli oder eine leichte Jacke. Lediglich in der Nacht in den Wintermonaten wird es kühl. Doch die Tendenz ist die, dass man sich vor Ort einiges kauft und damit ganz gut leben kann.

Normalerweise findet man in den Ferien, also vor Semesterbeginn, unglaublich viele Anzeigen von den Studenten die nach Hause gehen und somit alle ihre Sachen, die sie nicht mehr brauchen, zu sehr günstigen Preisen verkaufen. Dadurch wird es sehr einfach gemacht, sich ein gemütliches Zuhause einzurichten. Wir werden darauf etwas genauer im nächsten Punkt kommen.

Eine weitere ziemlich nützliche Anschaffung wäre die Kreditkarte, falls man noch keine hat. Am besten mit einem hohen Limit. Es ist möglich mit einigen Geldkarten, gebührenfrei Geld abzuheben, das beste Beispiel ist Deutsche Bank, die mit Westpac kooperiert (www.westpac.com.au). Man kann damit ca. 500 AUD pro Woche kostenlos abheben. Dazu gibt es doch anzumerken, dass einige Geldautomaten von Zeit zu Zeit nicht adäquat reagieren und Karten behalten. Nur in dem Fall, dass sich dieser Automat in einer der Filialen befindet, kann die Karte herausgeholt werden.

Komischerweise findet man in Australien wohl kaum karierte Blätter, alles ist liniert. Kling nicht sehr realistisch, ist aber wahr.


3. Wohnungssuche vor Ort

Die Zimmersuche erweist sich als ziemlich unkompliziert. Man hat verschiedene Möglichkeiten, sich eine Unterkunft zu finden: Internet, Agenten oder Zeitungen. Die meist herkömmliche Art ist, sich auf der Serviceseite der Uni zu informieren: http://www.accommodation.uq.edu.au/index.html?id=350. Den entsprechenden Service gibt es auch an der Uni, wo das Ausdrücken von Anzeigen umsonst ist und während der Orientierungswoche täglich Informationsveranstaltungen stattfinden.

Die von Studenten meist bewohnte und zu der Uni am nächsten gelegene Gegend ist St. Lucia, siehe dazu www.ourbrisbane.com/visitors/maps, hier kann man eine Unterkunft auf dem Campus oder außerhalb finden. Des Weiteren muss man beachten, wie man zur Uni kommt, ob man die Fähre nimmt, die jede halbe Stunde fährt, den Bus oder einfach läuft. Die Busse fahren morgens sehr oft, abends wird es immer seltener, sodass man bis auf eine halbe Stunde warten muss oder sogar mehr. Dazu informiere man sich auf der Seite www.transinfo.qld.gov.au.

Überwiegend lebt man in einer WG mit einem oder mehreren Mitbewohnern, dabei gibt es sowohl Einfamilienhäuser als auch Units in Mehrfamilienhäusern. Es besteht die Möglichkeit, ein möbliert es oder nicht möbliertes Zimmer zu bewohnen. Die Preise für möblierte Zimmer beginnen bei ca. 85 AUD und gehen bis 200 AUD pro Woche, wenn man eine Klimaanlage, eigenes Badezimmer, Kabelfernsehen, Pool am Haus, etc. haben möchte. Dazu kommen die Kosten für das Telefon und eventuell Internet sowie Strom. Telefon gibt es nicht in jedem Haus, Strom aber schon. Die Stromrechnung ist dann etwa 10 - 20 AUD pro Monat pro Person. Manchmal ist einiges davon schon im Preis enthalten. Die Preise für die nicht Möblierten beginnen bei ca. 65 AUD, dabei ist nur das Schlafzimmer unmöbliert. I hatte mich für ein Zimmer erst in einer Dreier WG und im zweiten Semester für eine WG mit fünf Mitbewohnern entschieden. Ich möchte hier nur anmerken, dass es beide Male ganz nett war. Es waren nur 7.5 Minuten zu Laufen von der Haustuer bis zum Mathegebäude.

In den meisten Fällen beträgt die Mietdauer 6 Monate. Die Kaution ist im Normalfall vier Wochenmieten, die Miete ist im Voraus für zwei Wochen zu zahlen.

Die Orientierungswoche ist die letzte Woche vor Semesterbeginn. In dieser Woche wird es mit jedem Tag immer schwieriger, ein Zimmer zu finden, weil die meisten Studenten schon angekommen sind. Es gibt dennoch immer wieder Ausnahmen. Wenn man also ca. 1 – 2 Wochen vor Semesterbeginn ankommt oder einfach schnell handelt, stellt das absolut kein Problem dar, sich eine Unterkunft zu finden.

Die erste Zeit, nachdem man angekommen ist und noch keine feste Wohnmöglichkeit hat, kann man in einem Backpacker, eine Art Jugendherberge, überbrücken, welches man von Deutschland aus im Internet auf www.accomandation.com.au buchen kann, zusätzlich wird man noch vom Flughafen abgeholt und hingebracht, oder auf eigene Faust suchen. Der Preis ist ab ca. 20 AUD für ein Bett pro Nacht in einem vierer bis sechser Zimmer. Ein Doppelzimmer oder Einzelzimmer ist doppelt so teuer.

Theoretisch kann man schon von Deutschland aus sich ein Zimmer finden, doch im Normalfall macht man das besser vor Ort, wo man auch die Nachbarn kennen lernen kann. Man sollte diesen Aspekt nicht unterschätzen, da die Studenten aus vielen unterschiedlichen Ländern kommen und man möglicherweise nicht mit allen klarkommen wird.


4. Studium
4.1 UQ

Nun kommen wir zum Eigentlichen. UQ ist eine ziemlich große Uni mit mehr als 30000 Studierenden. Dabei beträgt der Anteil von ausländischen Studenten ca. 20%. UQ ist die größte Uni in Brisbane und hat einen guten Ruf. Es belegt einigen Statistiken zur Folge Plätze 3 bis 5 in Australien. Wenn man nach genaueren Informationen sucht, bietet www.uq.edu.au alles was man braucht. Die Qualität der Bildung hängt von der Fakultät ab. Die Mathefakultät www.maths.uq.edu.au verfügt leider nicht über große Geldmittel und hat daher eine ziemlich beschränkte Kursauswahl. Im Allgemeinen ist Mathematik hier im Gegenteil zu TU mehr praktisch. Dasselbe gilt wohl für den IT Bereich (www.itee.uq.edu.au). Mir hat es viel mehr Spaß gemacht, IT Kurse hier zu besuchen, als das in Berlin der Fall war. Businessfakultät (www.bel.uq.edu.au) gehört zu den besten in Australien, was wo möglich an den Geldern liegt, die zur Verfügung stehen. Beispiele zu den Teilnehmerzahlen finden sich in dem nächsten Abschnitt.

Der Campus ist sehr nett, grün und ziemlich groß. Man findet diverse Sportanlagen, Bookshops, Zeitungsläden und eine große Auswahl an dem, was man essen kann. Dazu gehören einige Mensen, Pizza Restaurant, das ziemlich beliebt ist, Cafes, Sushibar, Süßigkeiten Laden, Eiscremegeschäft und Bäckerei sowie das Red Room, eine Bar wo man alkoholische Getränke kaufen kann. Mehr zu diesem Thema ist unter 5. zu finden. Es finden regelmäßig kleine Konzerte und Messen statt. Weitere Informationen über das Leben an der UQ kann man der UQ Union Seite entnehmen: www.uqunion.uq.edu.au.

Vom Anfang an, wenn man zu UQ kommt, wird man mit Informationen zu allen Möglichen Aspekten des Lebens überschüttet. In der letzten Woche, bevor das Semester beginnt, der so genannten Orientierungswoche, finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sowohl für alle Studenten als auch für Studenten der jeweiligen Fakultät gedacht sind. Die ganz große Welcome - Session findet immer am Montag dieser Woche statt. Erfahrungsgemäß ist das die Zeit, wo man neue Menschen kennen lernt. Als sehr nützlich erweist sich Student Center (www.sss.uq.edu.au), wo man sich mit allen möglichen Problemen, die die Uni betreffen, wenden kann. Das ist auch der erste Ort, wo man nach dem Ankommen hingeht.

Das Bildungssystem in Australien ist in Bachelor und Master aufgeteilt. Bachelor nimmt etwa 3 – 4 Jahre in Anspruch, Master 1 – 2 Jahre. Es ist üblich, vorausgesetzt man hat einen mehr oder weniger guten Schnitt, nach dem Bachelor ein honest Jahr zu machen. Man kann erst mit diesem Abschluss dann gegebenenfalls den Master in UK machen. Bei weiterem Interesse wäre www.immi.gov.au/settle/education/system.htm zu empfehlen.

Die bittere Wahrheit ist, dass man für alles an der Uni zahlen muss. Die meisten Kurse haben Kursbücher, die in dem Bookshop am Campus zu erwerben sind. Wegen der geringen Auflage und wahrscheinlich hoher Produktionskosten sind diese relativ teuer, ein guter Rat wäre, falls man welche kaufen muss, sich vor dem Semesterbeginn umzuschauen, denn die meisten Studenten verkaufen ihre Bücher, sobald sie ihre Kurse absolviert haben. Da spart man bis zu 50%. Das Ausdrücken kostet auch Geld, 5-8 Cent pro Seite. Umsonst wird es wenn man einen Post Graduate Account hat (zumindest in der Fakultät für Mathematik) oder den Zugang zu einigen Speziellen Labs hat, wo es nur ab und zu an Papier mangelt.

Diverse Bibliotheken bieten eine relativ gute Auswahl an Büchern. Man kriegt einen Bibliotheken Account, sodass solche Sachen wie Verlängern oder Bestellen vom zu Hause aus möglich ist. Die Uni hat eine sehr große Datenbank an diversen Informationen, die frei zur Verfügung stehen und unter www.library.uq.edu.au zu finden sind. Bibliotheken, sind die Plätze, wo man die öffentlichen Computer benutzen kann. Einige Fakultäten bieten eigene Labs, wo man den Zugang nur als Studierender dieser Fakultäten hat. Das Computer Problem, das in 2.6 angesprochen wurde, wird durch die USB und Emails Regeln verschärft. Man hat nur an wenigen Computern USB Anschlüsse, sodass es manchmal einfacher ist, die Daten per Email zu senden. Das Lesen und Schreiben von Emails ist an den herkömmlichen Computern von 9 bis 17 Uhr nicht möglich ist, auch nicht an den Wochenenden. Es gibt Terminals, wo man das im Stehen erledigen kann, doch auf die Dauer wird das nicht gerade angenehm, abgesehen davon, dass diese immer besetzt sind und man mit einer Wartezeit rechnen muss. Mit einem eigenen Laptop kann man von den Computersälen aus oder von zu Hause aus über den Uni Provider surfen. Wenn man sich mit dem Laptop von der Uni aus einlogt wird man sich über die Geschwindigkeit nicht beklagen. Einige Kurse oder Fachbereiche bieten die Möglichkeit, spezielle Labs zu benutzen, wo das Emails Problem nicht gegeben ist.

Letzten Endes wäre zu erwähnen, dass mit seiner COE man Zugangsdaten zu seinem Account kriegt: www.my.uq.edu.au. Von da aus kann man alles regeln, was die Kurswahl, etc. angeht. Das Studienjahr ist aufgeteilt in erstes Semester (Anfang März bis Ende Juni), zweites Semester (Ende Juli bis Ende November) und das Sommersemester (je nach dem in den großen Ferien). Ich habe das Sommersemester nicht besucht, da für dieses eben so zu bezahlen ist. Ich glaube, dass fast gar keine Austauschstudenten haben das je gemacht. Ich werde im Weiteren mich nicht auf das Sommersemester beziehen. In jedem Semester kriegt man ca. einen Monat Zeit um seine Kurse zu ändern oder zu streichen. Das hat keine materiellen Nachteile für das Study Abroad Program, da man einen festen Betrag zahlen muss, unabhängig davon wie viele Kurse man macht. Es sei also noch mal gesagt, dass man genügend Zeit in den ersten Wochen hat, sich seine Kurse in aller Ruhe auszusuchen.


4.2 Meine Kurse

Als erstes sollte man erwähnen, dass in vielen Kursen man zwei Klausuren hat, Mitte (ca. 30% der Gesamtnote) und Ende (ca. 70% der Gesamtnote) des Semesters. Abgesehen davon muss man für einige Kurse mehrere Assignments (Hausaufgaben) abliefern. Diese können bis zu 60% Prozent zur Gesamtnote beitragen, doch im Normalfall sind das ca. 30-40%. Es ist üblich, in Business Kursen ein bis zwei Assignments zu haben. In Mathe gab es für mich wöchentliche Assignments aber auch, was eher die Regel war, vier pro Semester. IT Studenten haben eher große Assignments, die bis zu vier Mal abzugeben sind. Die Anzahl der Assignments und deren Umfang variiert vom Kurs zu Kurs und von Fakultät zu Fakultät.

Im ersten Semester hatte ich mich für die folgenden Kurse entschieden: „Measure Theory“, „Stochastic Processes“, „Computation in Financial Mathematics“ (alles Mathe), „Corporate Finance“ (Business) und „Australia’s Terrestrial Environment“ (Biologie). Ich werde nur auf den letzten Kurs etwas genauer angehen. Man kann sich wohl vorstellen, worum es in den vier ersten Kursen gehen könnte. Dieser Kurs war von der Biofakultät angeboten. Das ist der Vorteil, den man hat, wenn man als Study Abroad geht: Man kann jeden beliebigen Kurs aus jeder Fakultät besuchen, vorausgesetzt man hat ausreichend Vorkenntnisse. In diesem Kurs brauchte man gar keine. Ich glaube, dass 90% der Studenten von denen, die teilgenommen haben, nichts mit Bio zu tun haben. Darüber hinaus hatte der Kurs wohl gar keine Australier, also nur internationale Studenten. Diese Veranstaltung hatte zwei Ausflüge, für die man leider zusätzlich bezahlen musste (alles zusammen ca. 400AUD): der eine zu Lamington National Park, der andere zu Stradbroke Island. Man hatte diverse Aufgaben während jedes der Ausflüge bekommen. Was würde man dafür nicht geben, um 5 Uhr morgens aufzustehen und den Vögeln im Regenwand zuzuhören, ihre Art zu bestimmen sowie die Häufigkeit und die Frequenz des Singen zu beobachten? Oder wie wäre es mit einer Dünenlandschafsmessung an einem wilden Strand, wo man nur den endlosen Ozean vor sich hat? Dabei gab es jede Menge Spaß und gute Laune trotz Aufstehen um 5 Uhr morgens. Dieser Kurs ist nicht der einziger, es gibt eine ganze Reihe solcher Kurse, wo keine Vorkenntnisse gebraucht sind. Es wäre nennenswert den Kurs Austarlia’s Marine Environment in diesem Kontext zu erwähnen, an dem ich leider nicht teilgenommen habe. Im Rahmen dieses Kurses geht man an einem der Ausflüge zum Heron Island (leider auch nicht umsonst). Ausführlichere Informationen zu diesen Kursen findet man unter www.ilc.uq.edu.au (zweites Jahr).

Im zweiten Semester habe ich folgende Kurse genommen: „Bifurcation and Chaos“ und „Financial Calculus“ (beides Mathe), „Introduction to Information Systems“ und „Artificial Minds“ (beides IT). Die Kurse waren ziemlich interessant, vom Schwierigkeitsgrad her, waren sie etwas leichter als an der TU, dass meiner Meinung nach an der praktischen Orientierung liegt. Ich werde an dieser stelle nicht mehr ins Detail gehen, ich vermute, der Inhalt der Kurse ist für die Mehrheit nicht von Interesse. Falls jemand doch Interesse an den Inhalten haben sollte, ist die oder der jenige herzlich willkommen mich per E-Mail diesbezüglich zu kontaktieren.

Als letztes, um einen Überblick über die Teilnehmerzahlen in den Veranstaltungen zu haben, sollte erwähnt werden, dass in „Measure Theory“ ca. 15 Studenten waren, in „Stochastic Processes“ 5, in „Computation in Financial Mathematics“ 7, in „Corporate Finance“ ca. 300, in „Australia’s Terrestrial Environment ca. 50“, 30 in „Bifurcation and Chaos“, ca. 10 in „Financial Calculus“, ca. 200 in „Introduction to Information Systems“ und 43 „Artificial Minds“. Diese Zahlen sind mehr oder weniger repräsentativ für alle Kurse dieser Fakultäten, wobei selbstverständlich Ausnahmen durchaus da sind. Man sollte auch berücksichtigen, dass von mir besuchte Kurse in Mathe im dritten und vierten Jahr sind, in IT im Zweiten und Business im Dritten.

Ich hatte am Anfang jedes Semesters Probleme, mich in einige Kurse online einzuschreiben, da diese entweder Post Graduate waren oder man eine spezielle Genehmigung dafür brauchte. In der Regel war das gar kein Problem, ich musste lediglich jemanden von der Fakultät diesbezüglich ansprechen. Also muss man sich keine Gedanken in Deutschland darüber machen, sobald man vor Ort ist, geht alles viel einfacher.


4.3 Anerkennung der Leistungsnachweise

Die Anerkennung der Leistungsnachweise ist selbstverständlich abhängig von der Heimhochschule und sollte im Voraus geklärt werden. Am Ende des Semesters bekommt man eine Bestätigung seiner Leistungen nach Hause zugeschickt, in meinem Fall hat das Ranke – Heinemann zugeschickt bekommen. Nach Bedarf sind die Lehrkräfte immer bereit eine zusätzliche Information in schriftlicher Form auszuhändigen. Ich habe immer darum gebeten, da die Notenverteilung in Australien sich etwas von der Deutschen unterscheidet. Hier ist ein kurzer Auszug mit Erläuterungen, dabei stellt Final Mark das Endergebnis in Prozenten.
Final mark Grade
85-100 7
75-84 6
65-74 5
50-64 4
45-49 3
20-44 2
0-19 1

1. Serious Fail
Fails to satisfy most or all of the basic requirements of the course.

2. Fail
Fails to satisfy some of the basic requirements of the course.

3. Pass Conceded
Falls short of satisfying all basic requirements for Pass but can be granted concession for deficiencies through:
• being close to satisfactory overall, or
• having compensating strengths in some aspects of the course, or
• having compensating strengths in other courses, or
• other mitigating considerations.
4. Pass
Satisfies all of the basic learning requirements for the course, such as knowledge of fundamental concepts and performance of basic skills; demonstrates sufficient quality of performance to be considered satisfactory or adequate or competent or capable in the course.

5. Credit
Demonstrates ability to use and apply fundamental concepts and skills of the course, going beyond mere replication of content knowledge or skill to show understanding of key ideas, awareness of their relevance, some use of analytical skills, and some originality or insight.

6. Distinction
Demonstrates awareness and understanding of deeper and subtler aspects of the course, such as ability to identify and debate critical issues or problems, ability to solve non-routine problems, ability to adapt and apply ideas to new situations, and ability to invent and evaluate new ideas.

7. High Distinction
Demonstrates imagination, originality or flair, based on proficiency in all the learning objectives for the course; work is interesting or surprising or exciting or challenging or erudite.


4.4 Kontakte zu Studienkollegen

In einigen Kursen gibt es Arbeitsgruppen für die Abgabe der Hausaufgaben, doch gewöhnlich ist man auf sich allein gestellt. Das finden von study buddies ist dann die Aufgabe jedes einzelnen Der Stand der Dinge ist aber so, dass die ausländischen Studierenden schneller in den Kontakt miteinander kommen als mit den Einheimischen. Diese Tendenz ist aber wohl überall auf der Welt zu beobachten. Der nächste Punkt, der zu erwähnen wäre, ist dass an der UQ es ziemlich viele deutsche Studenten von Semester zu Semester gibt, die für ein Semester nach Australien kommen. Es gab Kurse mit mehr als 10 Teilnehmern aus Deutschland. Deutschland belegt wahrscheinlich den dritten oder vierten Platz nach Asien, darunter überwiegend China, und Amerika. Dieses Verhältnis weicht aber durchaus von Uni zu Uni ab.


5. Freizeit
5.1 Freizeit vor Ort

Im Laufe des Semesters gibt es einige Veranstaltungen, die dazu dienen sollen, die Studenten aus unterschiedlichen Ländern zusammenzubringen. Organisiert wird das durch die UQ Union (www.uqunion.uq.edu.au). Leider erfüllen diese nicht immer die Erwartungen. Diverse Sportarten, die im Rahmen des UQ Sport (www.uqsport.uq.edu.au) laufen, bieten eine gute Freizeitbeschäftigung. Man wird sich nicht über die Vielfalt des Angebotes beklagen, doch wie es bereits erwähnt wurde: Nichts ist umsonst. In meinem Fall wollte ich der Volleyball Mannschaft beitreten, doch für den laufenden Wettbewerb wären ca. 350 AUD für die Uniform, Mitgliedschaft in diversen Volleyball Verbänden und die Mitgliedschaft im Team fällig.

Ansonsten am Wochenende oder auch nicht geht man aus. Die meisten Clubs findet man in Furtitude Valley oder in City. Die Busse fahren nur bis ca. 23 Uhr, das ist eine der Schwachstellen von Brisbane – die öffentlichen Verkehrsmittel, sodass man auf Taxi angewiesen ist. Der Preis für die Fahrt von City bis St. Lucia in dieser Zeit ist ca. 10 – 15 AUD. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man dafür in der City Schlange stehen muss. Die Busfahrt innerhalb einer Zone – City and St. Lucia sind Zone 1, kosten für einen Studenten 1 AUD, die Hälfte des regulären Preises.

Es finden in Brisbane regelmäßig verschiedene Festivals, sodass fast jeder etwas für sich finden kann, näheres entnehme man www.ourbrisbane.com. Eine beliebte Attraktion, wenn man ohne hin darauf nicht schon als Verkehrsmittel zur Uni angewiesen ist, ist die Ferry entlang des Brisbane Rivers. Die Reise würde ca. 1.5 Stunden in Anspruch nehmen und ist alle Mal Wert mit Freunden oder Familie zu unternehmen (www.brisbane.qld.gov.au/:STANDARD::pc=PC_1231). Ein weiterer beliebter Ort zum Spazierengehen ist Southbank, das auf der von City gegenüberliegenden Flussseite liegt. In dem Pool unter dem freien Himmel kann man sich auch nachts aufhalten. Man hat einen hervorragenden Blick auf die nächtliche Stadt mit allen Lichtern. Im Winter ist das weniger angenehm, geht aber auch. Näheres dazu findet man unter www.brisbanecitylife.com.au/bcl/places/southbank.htm. In Southbank wie an vielen Plätzen in ganz Australien findet man öffentliche Grillplätze, die bis in die Nacht im Betrieb sind und von allen benutzt werden können. Man braucht auch keine Kohle, da diese mit Gas versorgt sind. Das Konsumieren von alkoholischen Getränken ist da leider nicht gestattet. Siehe dazu mehr im Punkt 7.

Ich muss gestehen, dass in der ganzen Zeit wo ich da war, mir nur ein Theaterausflug gelungen ist. Es liegt zu einem an dem Programm, das leider etwas enttäuschend ist und zum anderen an den nicht gerade studentenfreundlichen Preisen. Man kann das mit dem sauberen Gewissen auf die Zeit in Deutschland verlegen. Auf der anderen Seite ist gibt es Kino. Die ermäßigten Preise sind ca. 8 AUD, was eigentlich in Ordnung geht. Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, könnte man eine Blick auf die folgende Seite riskieren: www.greaterunion.com.au/cinemas/cinema.asp?cinema=98.


5.2 Reisen

Australien bietet eine ganze Reihe von unglaublichen Reisezielorten. Ich werde an dieser Stelle nicht auf diese genauer eingehen, ihr werdet das schon selbst sehen. Die Flüge innerhalb Australiens sind relativ günstig. Es empfiehl sich aber im Voraus damit zu kümmern. Man kann weitere Informationen folgenden Seiten entnehmen: www.jetstar.com.au, www.freedomair.co.nz, www.virginblue.com.au, etc.

Im Punkt 3 angesprochene Hostels (Backpackers) sind die wohl meist verbreitete Unterkunftsmöglichkeit. In jeder wie auch kleiner Ortschaft findet sich zumindest eins. Als Alternative kann man sicherlich zelten, doch das ist Wetter bedingt nicht immer angenehm. In diesem Fall findet man auch in ziemlich jeder Ortschaft ein Camping Ground. In beiden Fällen sollte man rechtzeitig buchen, da zu einem in den Ferien das Beste normalerweise ausgebucht ist and zum anderen wenn man am Abend kommt, ist nicht unbedingt mit jemanden an der Rezeption zu rechnen, siehe mehr dazu unter www.lonelyplanet.com. (Es empfiehlt sich so einen Reiseführer sowieso zu kaufen. Der Preis wäre ca. 42 AUD). Die Priese für ein Bett sind ab 13 AUD, je nach dem mit wie vielen Leuten man das Zimmer teilen möchte. Doppelzimmer sind im Regelfall 50-70 AUD pro Nacht. Campen kostet etwa 20 AUD pro Zelt.

Erst ab 25 wird es billiger ein Auto zu mieten, wobei regulärer deutsche Führerschein völlig ausreicht. Ich habe nie meinen Internationalen vorzeigen müssen. Für Abenteuerlustigen ist es allemal wert ein Wohnmobil zu mieten (z.B. www.wickedcampers.com.au oder ähnliches). Die oben erwähnten Camping Grounds bieten die Möglichkeit zum Waschen, Kochen, etc., sodass das Zelten zum reinen Vergnügen wird.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wenn man nach Australien über Asien fliegt, sind nur ca. 25 kg. Gepäck erlaubt. Beim Flug über US sind es zwei mal 32 kg. Also spätestens beim Packen bevor man den Heimweg einschlägt, kann das zu einem Problem werden. Der weitere Schwachpunkt des Systems ist, dass die Flugtickes nur ein Jahr gültig sind.

6. Arbeiten und Praktika

Die meisten Banken bieten für Studenten die Möglichkeit ein kostenloses Konto zu eröffnen. Man kann auch ohne überleben, doch in meinem Fall erwies sich als nützlich. Das Bezahlen von Studiengebühren für das zweite Semester wurde dadurch etwas einfacher. Des Weiteren ist ein australisches Konto für einen möglichen Job vom großen Nutzen.

Das Arbeiten während des Semesters ist erlaubt bis maximal 20 Stunden pro Woche, man muss ein Arbeitervisum für 45 AUD vor Ort beantragen. Siehe dazu www.immi.gov.au. Ebenso braucht man eine Tax File Number (www.ato.gov.au/individuals/) damit man nicht zu viele Steuern zahlen muss. Diese kann man online beantragen und es dauert nur einige Tage bis man diese bekommt.

Praktika sind in Australien eher nicht so verbreitet wie in Deutschland. Außerdem möchten die australischen Firmen verständlicherweise nicht wirklich Zeit in die Menschen investieren, die früher oder später das Land verlassen werden. Es gibt einen Vermittlungsservice an der Uni (www.uq.edu.au/international/?page=17599.au). Dieser kostet aber ziemlich viel Geld. Ich kenne niemanden, der das benutzt hat. Es besteht die Möglichkeit ein Praktikum an der Uni zu absolvieren, das auch bezahlt wird. Das hängt von der Fakultät ab und kann für einen längeren Zeitraum (z.B. 6 Monate) angeboten werden. Dabei muss man normalerweise ein zusätzliches Visum – Occupational Training Visa (www.immi.gov.au/allforms/) beantragen. Man sollte in diesem Fall mit viel Pierverkehr rechnen. Dieses Visum ist kostenpflichtig.

Wenn das Studentenvisum abläuft, kann man ein Touristen Visum beantragen. Macht man das von Australien aus, ist das kostenpflichtig. Schaft man aber vom Ausland das zu machen, ist das Visum umsonst. Das meist beliebte Ausland in diesem Fall ist New Zealand.


7. Lebensunterhalskosten

Die Kosten für die Lebensmittel in Australien sind ähnlich zu den Deutschen. Das Essen in einem normalen chinesischen Restaurant gibt schon ab 5 – 6 AUD, McDonalds Menüs (regulär) sind ca. 6 AUD. Alkoholische Getränke sind wesentlich teuerer. Zigaretten sind ca. 8 – 9.50 AUD pro Schachtel. Die Benzinpreise waren in Juli 2005 etwa 1.10 AUD für einen Liter Bleifrei.

Die Lebensmittelgeschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet, während der Woche bis 20 Uhr. Ansonsten schließen die Geschäfte um 5 Uhr abends. Es gibt donnerstags und freitags lange Öffnungszeiten für die Geschäfte in der City und den Einkaufszentren.


8. Nachwort

Mein Aufenthalt in Australien hat sich für mich gelohnt in vielerlei Hinsicht. Neue Menschen, neue Kulturen und Sitten – das hat definitiv zum Guten beigetragen. Das Studium trotz einiger Schwachpunkte ist ziemlich gut und macht sogar an einigen Stellen mehr Spaß als in Deutschland. Das Land ist einmalig und alle Mal es Wert hinzufahren. Ich schließe einen weiteren Aufenthalt in Australien im Rahmen meines Studiums nicht aus, doch vorerst muss ich wohl etwas für mein Diplom machen.

Ich hoffe sehr, dass mein Bericht sich euch als hilfreich erweisen wird. Bei eventuellen Fragen stehe gerne zur Verfügung. Die Angaben, die im Text gemacht wurden, sind ohne Gewähr.

Und als letztes: Ihr werdet das sicher nicht bereuen, falls ihr hingeht!


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Erfahrungsbericht - Philipp Götting



Rice meets Toast meets Ham meets Jam meets Cheese
Kulturvermischungen Down Under

Sein Blick streift Gepäck, meine Augen, Passpapiere und die Dokumente der University of Queensland (UQ). „You’re going to study?“, „Yes, Sir“, steht doch auf den Papieren drauf. Ich passiere zwei, drei weitere Fragen und darf gehen. Die durch Anlagen erzwungene Kühle des Flughafens wird abgelöst durch die 38 Grad-Hitze des zehn Uhr frühen Februar-Morgens in Brisbane. Vom Airport versetzt es mich in einen Van des Abhol-Service der UQ. Konversation mit der Fahrerin: Wetter hier, Wetter in Deutschland, Einwohner hier, Einwohner in Deutschland, dieses hier und jenes dort… Das Gespräch, die Fahrt wird unterbrochen von geschreiartigen Remarks: „Look at this, wow, wow!.... What’s that, what’s that, wow, wow?“ Neben mir: Ein Koreaner, Duck, genannt wie Ente, aus der mit Betonappartementblöcken verstopften Metropole Soul, der sich aufgrund des Grün in der Stadt, der relativ großzügigen, teilweise hölzernen Familienhäuser und der Gärten, die die ein oder andere Wohngegend schmücken, kaum noch einkriegen kann. Für mich sieht’s aus wie in Amerika, er sieht eine andere Welt. Der Deutsche in mir ringt sich ein Lächeln, ein zustimmendes „Yeah“ ab. Zusammen landen wir, der Deutsche und der Koreaner, im Backpackers Palace und starten in eine neue Zeit.

Eine Woche später, 46 Dell Road: Jemand belegt seinen in der Pfanne fettverbratenen Toast mit Schinken, Käse und Marmelade. Sein eigenes Urteil: „Wow, it doesn’t taste!“ Western food, für manchen eine Entdeckungsreise. Dem euphorischen Koreaner habe ich die Treue gehalten. By the way hat sich sein richtiger Name als Duck-Ho herausgestellt, was auf Dauer leider die Pointe versaute. Zur „Crew“ hinzu kam schon bei der Foreign-Student-Welcome-Party am Ankunftstage ein friesischer Student namens Gonn. Das lud zu neuen Pointen ein: „who is gone?“, „where is gonn? - gone!“ Die Vermittlung dieses deutsch-deutschen Aufeinandertreffens hatte übrigens ein Bilderbuch-Aussi übernommen: Langer Kerl mit langen, einige Zentimeter vor den Schultern haltmachenden, offen getragenen Haaren, begleitet von einem stets fröhlichem Grinsen. Dieses gepaart mit der Coolness des Sunny-Surfer-Boy welches in den dazugehörigen Shorts seine vorgestellte Vollendung findet. Er war also derjenige, der mit und dank seiner Bier- und Literaturkenntnisse, zum engsten Freund und Besucher von 46 Dell Road avancieren sollte. Der vermeintlichen Ironie zum Trotze, trifft beides zu: Bier wie Literatur. Dass er nicht surfen konnte, hat uns dabei nicht gestört.

Stören lässt sich der Australier als solcher wohl auch von nichts. Der demütige, im Land unter dem Southern Cross gerade angekommene Teutone fragt den Busfahrer:
„Sorry Sir, may I ask you…“
„Don’t feel sorry man, just feel happy!“ Welcher professionelle Omnibuspilot in Paris, London oder Berlin hätte wohl so reagiert? „No worries- keine Sorgen.“ Der Leitspruch einer Nation, der forder- wie hintergründig vieles dieses Landes preisgibt. Hier, Down Under, heißt es stets „no worries“. Auch wenn man es mit „macht nichts“ übersetzen wollte, so fehlt im Land der hüpfenden Tiere doch jener in Europa häufig mitschwingende negative Unterton. Der Vorwurfston, der das lockere „macht nichts“ in ein „macht doch was“ überträgt. Die Töne dieses Landes werden vielmehr in der Musik der Weite und Ewigkeit, den Farben der Natur und der Wärme der Sonne ganz anders zusammen komponiert. Ergeben Melodien des Alltages, die in ihrer einfachen Leichtigkeit bestechen, verlocken. Bei der aber auch viele in ihrer einfachen Leichtigkeit versacken. Und denen, denen es hier gelinkt „no worries“ im Herzen zu tragen aber dennoch die Augen aufzuhalten, die Welt um sich herum nicht ignorieren zu lernen, sind die Helden des Lebens und dieses Landes. Dieser, unserer Literatur- und Bier-Tim, ist einer von ihnen.

However, der Schauplatz der nächsten Wochen und Monate war und ist auch heute noch ein Steinwurf vom Campus der UQ entfernt. Dort hatten sieben Leute aus fünf Ländern ein Riesenhaus samt Gärtnerbetreutem Garten und Hausnummer 46 gemietet. Ein Haus, in dem vier Jungs ihre Boxershorts und drei Mädels ihre Bikinis bis in den späten Mai ausführten. Danach wurde es auch im mit Sonne verwöhnten Sunshine-State allmählicher kälter. Eine Kälte, die unsere einzige Native-Speakerin, Joey from Tasmania, zum Tragen von Schneeboots und Skifahrerjacken veranlasste. Doch wer von dieser Insel am Rande Australiens und am Ende der Welt kommt, schätzt sich glücklich, Anlässe zum Bootstragen zu finden. Utensilien, die eine andere von uns nie nötig hatte: Marie (Aussprache: Marieä’) aus Norwegen. Die Blonde, die für jeden Spaß und jede Party zu haben war, hat nach beiderseitigem und zwei Tage andauerndem Blick-Kontakt beim UQ-Accomodation Service zu uns gefunden. An dem Ort also, in dem sich alle vorläufig wohnungslosen tummelten, um Ausschau nach Zimmern wie Häuser zu halten. Eine Koreanisch-Deutsch-Norwegische Suchgemeinschaft war gebildet. Australisch-Japanische Verstärkung kam dann per Anzeige und nach hartem Kreuzverhör hinzu. Sie komplettierte unsere Suchgemeinschaft, auch wenn ein Haus schon gefunden war.

Eine Suchgemeinschaft in vielen Fragen: Es galt, in der anfänglichen Uni-Orientierung sowie in der nie endenden Lebensorientierung gemeinsam zu suchen. Eine Suche, gewürzt mit den kulturellen Entdeckungen der Fünf-Länder-Gemeinschaft. So kannte unsere Marie beim Vorspiel, dem norwegischen Namen für die Feier vor der Party, also bei diesem Vorspiel und den Gesprächen vor dem Spiel, sicher keine Grenzen. Nur bei der von Housemate Aniela aufgebauten Idee eines Nackt-Saunaganges, wurde der heißen Osloerin ganz, ganz kühl. In Norwegen laufen die Mädels zur Abitur-Feier nackt durch Oslo, aber niemals nackt in die Gemischtsauna. Solche entkleideten Angelegenheiten waren auch für Taka, der Japaner unter uns, schlicht unvorstellbar. Taka war mehr von der Mission des Studierens von Economics wie auch Hip-Hop beseelt und verwundert angetan von der europäischen Partystudienmentalität.

Eine Mentalität, die vor allem in den ersten Wochen sich von der europäischen Keimzelle auf die gesamte Hausgemeinschaft verbreitete. Aber dennoch hat sich ein jeder auch ernsthaft dem Curriculum zugewandt. Es galt die zwei Paragraphen umfassende, am Kühlschrank festgemachte „Constitution of 46 Dell Road: 1.) Party hard, study hard. 2.) Don’t touch others property!” einzuhalten. In unterschiedlicher Intensität haben alle sich selbst wie die anderen dazu angestiftet, den auferlegten Regeln und auch dem Sauber-Reinemachen-Plan zu befolgen. Zu befolgen, wie dem Ruf des täglichen Ice-Coffees at Tanja’s Café unter den Bogenrundungen des weiten und historisch anmutenden UQ-Campusses. Die institutionalisierte und konstituierende Grundlage für die Planungsgespräche zwischen den Vorlesungen und der Anbahnung der Abendgestaltung. Letztlich knüpfte sich in und um unser Haus ein asiatisch-europäisch-australisches Netzwerk, in das sich später sogar der ein oder andere Amerikaner verirrte.

Die Dell Road-Welt der relativen Ordnung wurde nicht nur von ständig sich abwechselnden Kurz- und Langfristbesuchern belebt. Es herrschte ein reger und anregender Meinungs- und Stimmungsaustausch zu den Unterschieden und Gleichheiten in der Wahrnehmung dieser Welt. Eine von Toleranz und gegenseitigen Interesse geprägter Dialog - definitiv spannender als diese abgedroschenen Formulierung. Ein Austausch, geprägt vom Drang, wissen zu wollen, was der andere zu wissen meint. Dieser geteilte Durst nach der unerschöpflich erscheinenden Quelle hatte die vielfältigsten Konsequenzen: Neben den Eßgewohnheiten der im Haus vertretenen Länder wurden auch zunehmend Denk-, Fühl- und Verhaltenswelten erforscht. Eine Forschung, die beim fast allabendlichen gemeinsamen Dinner auch endlose forsche Gespräche über wichtiges wie unwichtiges zu Tage brachte. So vermischten sich zwischen den Stühlen die Liebes- und Leidensgeschichten mit dem damals Aktuellen. Vom Irak-Krieg bis zu lokalen Polit-Intrigen. Begleitet von den Berichten des Australien, der überregionalen Tageszeitung, die unser Haus bereicherte, haben wir den australischen Wahlkampf verfolgt und das Absetzungsverfahren gegen den koreanischen Präsidenten diskutiert. Diskussionen, die genau so in jeder deutschen Studenten-WG stattfinden könnten und doch immer etwas anders ausgefallen wären. Anders ausgefallen sind, da sich die Perspektiven zwischen den Kontinenten verschieben und die Gespräche uns so von Abend zu Abend näher aneinander brachten. Da waren die Themen fast völlig egal, denn letztlich spiegelten sich immer wieder die Erfahrungs- und Kulturtraditionen in den Denk- und Meinungsweisen jedes einzelnen von uns nieder. So merkte jeder, dass er wohl mehr von seiner Heimat in sich trägt, als er vorher vielleicht gedacht hätte. Und jeder merkte auch, wie spannend und erweiternd die Perspektive des jeweils anderen sein kann. Völlig egal, ob es um geschichtliches, politisches oder nur auf den ersten Blick völlig banales Alltagsverhalten ging. Letztlich wurde so im alltäglichen Leben unser Englisch wohl mehr poliert als durch die - im Vergleich mit Deutschland - vielen Referate und Hausarbeiten, die für die Uni anzufertigen waren. Vor allem aber wurden Freundschaften gebildet, die bis heute - ein Jahr danach - noch intensiv halten. Besuche in Norwegen, Deutschland, Japan und Korea wurden schon abgestattet - weitere sind geplant. Der Februar bis Juni 2004 an der UQ war „the best time of my life“ (Zitat Marie). Eine Bereicherung, die unvergessen bleibt.
Philipp Götting, Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
University of Queensland, Brisbane


Meine ganz subjektiven Australien-Tipps:
_Lebe niemals alleine! Je mehr und je verschiedenere Leute, desto besser. Die Chemie muss allerdings stimmen.
_Versuche spätestens zur Orientierungs-Woche da zu sein, dann wird die Wohnungssuche weniger stressig.
_Wer nicht nur auf die sagenhafte australische Landschaft steht, sondern auch kulturell sich nach mehr sehnt, sollte Sydney, Melbourne oder Brisbane als Studienort wählen. Schon hier hat Brisbane für eine Stadt mit 1,5 Mio. Einwohnern in Relation weniger zu bieten als die Städte von New-South-Wales, kann dafür aber mit dem sonnigsten Wetter kontern.
_Vermeide die reinen „Landsmannschaften“, insbesondere die Deutschen, die sich an jeder Uni bilden. Genug deutsche Erfahrungen kann man ja in der Heimat machen.
_Gehe schon zu Anfang des Semesters in die Clubs der Unis - von Sport bis Wine-and-Food-Association - um schnell Kontakte zu knüpfen.
_Study hard and party hard!


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Erfahrungsbericht - Gonn Weide



Die meisten Studenten, die ein Auslandssemester in Australien planen, haben das Ziel, dieses in den Weltmetropolen Sydney oder Melbourne zu absolvieren. Zu Recht, denn die beiden Städte sind hochinteressant, multikulturell und wirklich sehens- und lebenswert. Dennoch hat Australien auch andere tolle Städte. Meine erste Wahl bei meiner Bewerbung im letzten Jahr war Brisbane. Für alle, die freiwillig nach Brisbane gehen oder nach Brisbane gehen müssen, weil sie woanders keinen Studienplatz bekommen, möchte ich hier fünf Gründe aufführen, warum sie sich freuen können:

Warum Brisbane und nicht Sydney oder Melbourne?

1. Das Wetter:
Das Wetter in Brisbane ist unschlagbar! Es ist zwar im Sommer sehr heiß und teils auch recht schwül, aber das lässt sich auch in den anderen Städten nicht verhindern. Die sommerliche Wärme hält auch nachts an, so dass man nicht - wie in Deutschland selbst im Hochsommer - auf Jacken oder Pullover angewiesen ist. Im Winter ist es nachts kalt (im Juni/Juli teils unter 10 Grad), aber tagsüber bleibt es so warm, dass man ohne Probleme kurze Hosen und T-Shirts tragen kann. Als ich im Herbst 2004 (April) nach Sydney flog, brauchte ich eine Jacke und in Melbourne bei Regen gar Pullover und dicke Jacke. Zurück in Brisbane konnten die Shorts bei strahlendem Sonnenschein wieder herausgeholt werden!

2. Die Kosten:
Brisbane ist günstiger als Sydney und Melbourne! Die University of Queensland (UQ) wirbt auch genau damit: Die ohnehin sehr hohen Studiengebühren sind in Brisbane ca. 1000 A$ niedriger als in Sydney oder Melbourne. Auch ist das Preisniveau in der täglichen Lebenshaltung geringer. Brisbanes Preisniveau für Wohnungen und Lebensmittel entspricht m. E. in etwa dem in Deutschland (Vergleichsstadt: Münster).

3. Der Campus:
Der Campus der UQ wurde hat Züge von dem, was wir unter einem idyllischen kleinen Urlaubsort an der Küste verstehen würden. Bereits zum schönsten Campus Australiens gewählt, ist er nicht nur für ortsansässige Studenten, sondern auch für auswärtige Besucher und für Hochzeitsfotos ein beliebtes Ziel. Man kann dort den ganzen Tag verbringen: Cafés, Bibliotheken mit Internet, Sportgelegenheiten, Wiesen und Seen, Kino, exzellente Fähr- und Busanbindungen zur Innenstadt, Rundweg um den Campus zum Joggen am Brisbane River und und und...

4. Die Umgebung:
Die Gold Coast - das Miami der südlichen Hemisphäre - ist nur etwas mehr als eine Stunde mit dem Zug von Brisbane entfernt. Für Studenten gibt es Sonderkonditionen, so dass sich bei Preisen von 6 Dollar für die Hin- und Rückfahrt die Gold Coast für zahlreiche Tagesausflüge lohnt! Fraser Island - die größte Sandinsel der Welt und ein "Must-see" ist nur 4 Stunden Autofahrt (zzgl. Überfahrtszeit) entfernt. Von Sydney sind es knapp 1.400km, von Melbourne noch einmal ca. 1.000km mehr. Auch liegt Brisbane näher am Great Barrier Reef, an Cairns , an Byron Bay, an den malerischen Whitsunday Islands und an zahlreichen Nationalparks im südlichen Queensland.

5. Mal etwas anderes:
Nach Sydney oder Melbourne geht jeder! Für mich war es ein Hauptanliegen nach Brisbane zu gehen, weil viele Freunde von mir in Sydney studiert hatten. Ich wollte gerne etwas anderes machen und mal etwas "Neues" erzählen. Obwohl ich vorher nie in Sydney gewesen war, hatte ich das Gefühl, alles durch Erzählungen bereits zu kennen! Trotzdem sind Sydney und Melbourne tolle Städte und man sollte sie auf jeden Fall gesehen haben! Und dafür kann man ja die zahlreichen Freunde und Bekannte besuchen, die dort studieren:-) Es gibt täglich nahezu 15-20 Flüge in beide Städte, die bei rechtzeitiger Buchung preislich absolut erschwinglich sind. Schließlich ist Brisbane mit internationalen Airlines aus Deutschland genau so gut und häufig erreichbar wie Sydney und Melbourne. Auch Brisbane ist eine multikulturelle und spannende Millionenstadt!

Aber nun zum eigentlichen Erfahrungsbericht. Vieles davon kommt bereits in anderen Erfahrungsberichten vor. Ich versuche, hier die Dinge aufzuschreiben, die mir wichtig erscheinen und deren Kenntnis mir für eine Planung des Aufenthalts geholfen haben oder hätten. Dabei gehe ich nach folgender Gliederung vor:

1. Bewerbung
2. Vorbereitung
3. Brisbane vor Ort und Wohnen
4. UQ
5. Reisen innerhalb Australiens
6. Einige Events und "MUST-DOs"
7. Einige Tipps zum Schluss


1. Bewerbung:

Die Damen des Instituts Ranke-Heinemann sind sehr hilfsbereit und beantworten auch vermeintlich "blöde" Fragen sehr geduldig und kompetent. Da meine Bewerbung zeitlich sehr knapp war, habe ich des Öfteren dort angerufen und nachgehakt. Dabei wurde mir immer geholfen. Die Damen dort bearbeiten täglich viele, für sie anonyme Bewerbungen und bewahren dennoch das Bewusstsein, dass es sich für den einzelnen Studenten um ein Großereignis handelt! Einzig eine Sache lief anders als geplant: Ich hatte mich für drei Unis gleichzeitig beworben. In meinem ersten Brief habe ich nur zwei "Bewerbungsmappen" vollständig eingereicht und schriftlich angemerkt, dass ich die fehlenden Unterlagen für die dritte Bewerbung noch nachreichen würde. Daraufhin wurden alle drei Bewerbungen zunächst nicht weiter bearbeitet. Dies war ein Missverständnis, aber in einem solchen Falle sollte man sich ggf. rechtzeitig vergewissern, dass die ersten Bewerbungen bereits an die Unis weitergereicht wurden.

Die Chancen für ein Study Abroad-Studium stehen für Undergraduate-Kurse an der UQ meines Wissens auch bei nicht so berauschenden Noten ganz gut. Für Postgraduate-Kurse sind die Annahmevoraussetzungen schon erheblich höher. Eine entscheidene Rolle spielt stets das Ergebnis des TOEFL-Tests. Es ist ratsam, den TOEFL-Test rechtzeitig vor der IRH-Bewerbung zu absolvieren. Denn man kann ihn bei einem schlechten bzw. unzureichenden Ergebnis jeden Monat wiederholen (was natürlich auch jedes Mal wieder die Gebühren kostet). Für Undergraduate-Semester gibt es teilweise auch Ersatzleistungen. Darüber sollte man sich im Einzelfall informieren. Übrigens muss der TOEFL-Test nicht in Deutschland absolviert werden. Für Westdeutsche kann z. B. Arnheim in den Niederlanden u. U. näher sein als Frankfurt.


2. Vorbereitung:

Die Vorbereitung ist umfangreich, allerdings im Gegensatz zu Praktika oder Studium in den USA als harmlos zu bezeichnen. Das Visum erhält man nach dem Antrag innerhalb von meist 24 Stunden per Email zugeschickt. Man muss nicht in der australischen Botschaft vorsprechen.

Beim Buchen des Fluges sollte man nicht nur auf den Preis achten. Bei den meisten Airlines kosten die Flüge von Deutschland nach Australien und vv. inkl. aller Steuern und Gebühren ca. 1.000 Euro. Allerdings sind dies häufig Studententarife, deren Meilen auf den Meilenkonten der Airlines nicht gut geschrieben werden! Viele Airlines bieten Stopover-Möglichkeiten. So bietet Singapore Airlines Stopovers in Singapur, wo man zu sehr günstigen Konditionen einige Tage Pause machen kann (auf der Hin- oder Rückreise). Emirates bietet gleiches in Dubai. Meist sind Stadtrundfahrten und Flughafenzubringer kostenlos und es gibt Vergünstigungen für viele Attraktionen. Bei Flügen mit Star-Alliance-Airlines (inkl. Lufthansa) sind innerdeutsche Zubringerflüge nach Frankfurt (in meinem Falle von Münster/Osnabrück) im Flugpreis enthalten. Häufig sind im Reisebüro gebuchte Flüge günstiger als Internetangebote!

Singapore Airlines bietet an, den genauen Rückflugtag noch offen zu lassen (Open Return Ticket). Dies ist eine gute Gelegenheit, wenn man u. U. warten möchte, ob sich vor Ort noch Reisen nach Semesterende ergeben. Allerdings sollte man sich dennoch möglichst 2-3 Monate vor dem Rückflug für einen Termin entscheiden, da die Rückflüge sehr früh ausgebucht sind (alle Gaststudenten wollen ja ungefähr zur gleichen Zeit aus Australien wieder nach Europa zurück).


3. Brisbane vor Ort und WOhnen

Brisbane ist eine 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt an der Ostküste Australiens mit subtropischem Klima. Sie liegt ca. 1.000km von Sydney und 2.000km von Melbourne entfernt. Die Stadt ist - wie alle Down Under-Metropolen - sehr multikulturell. Insbesondere die Asiaten sind sehr stark vertreten, aber auch viele Amerikaner, Deutsche, und Skandinavier trifft man dort. Studenten wohnen häufig in der Nähe der Uni in den Stadtteilen St. Lucia (wo sich auch der Campus befindet), Toowong oder Indooroopilly. Sehr empfehlenswert sind die UQ Accommodation Services (www.accommodation.uq.edu.au), wo man auch bereits lange vor seiner Zeit in Brisbane mal nach freien Zimmern Ausschau halten kann. Fast alle Studenten finden darüber ihre Zimmer. Allerdings sind die Qualitätsunterschiede drastisch, so dass eine Vorausbuchung von Deutschland aus nur bedingt zu empfehlen ist. So nervig und schweißtreibend die Wohnungssuche gerade im Hochscommer (Februar) ist, so lohnt es sich doch, die Zimmer einmal gesehen zu haben, bevor man dort einzieht. Übrigens wohnt man in Brisbane meistens in Häusern und nur selten in Wohnungen oder Apartments. Das Land ist so riesig, dass man es nicht nötig hat, an Fläche zu sparen und in die Höhe zu bauen.

Attraktionen: Zu empfehlen ist der Blick vom Mount Coot-tha auf die Stadt (insbesondere bei Nacht), der Lone Pine Koala Sanctuary mit allen möglichen australischen Tierarten, das Casino, die Southbank Parklands mit den künstlichen Stränden (wochentags hingehen, da am Wochenende von Familien übervölkert), der UQ-Campus, das "Valley", wo sich die Discos befinden sowie eine Brauereibesichtigung der XXXX Brewery im Stadtteil Milton. Sehr interessant ist auch eine CityCat-Fahrt. CityCats sind Schnellboote auf dem Brisbane River, die für viele ein völlig gewöhnliches Verkehrsmittel darstellen neben Autos, Bussen und Zügen.


4. UQ

Die UQ ist mit über 35.000 Studenten größer als die meisten deutschen Unis. Der Ausländeranteil der Studierenden ist sehr hoch. Auch hier sind insbesondere die Asiaten und Amerikaner stark vertreten. Der Campus ist groß, wunderschön (s.o.) und bietet vieles. Es bieten sich zahlreiche Sportarten an (inkl. australischer Sportarten), bei denen man auch leicht viele Einheimische kennen lernen kann. Wer gerne joggt, wird in der Zeit zwischen 18h und 20h auf dem Rundweg am River zahlreiche Mitstreiter finden!

Undergraduate-Studenten, die im Rahmen eines gewöhnlichen Auslandssemesters (Study Abroad) an der UQ studieren, sind nicht für ein bestimmtes Fach eingeschrieben. Sie können sich daher für Kurse aller Fachrichtungen anmelden, was ich nur empfehlen kann. An der Uni wird alles von Sprachen (warum nicht auf Englisch Spanisch lernen?), Geschichte, Naturwissenschaften, Business, Informatik bis Kunst angeboten. Am beliebtesten sind meist die Kurse "Australian History" und "Australian Biology", wo live lebende Tiere im Hörsaal beobachtet werden.

Zu beachten ist, dass die UQ nicht nur einen Campus besitzt, sondern drei (mit der Klinik für Mediziner sogar vier). Die meisten Studenten sind in St Lucia in Brisbane. Dies ist der größte Campus und der, von dem ich oben und unten stets spreche. Im Internet stehen gute Infos, welche Kurse wo stattfinden. Fast alle Fächer sind in St Lucia angesiedelt (Business, Economics, Law, Psychology, Biology, Sciences, Sports, Arts, Languages).


5. Reisen innerhalb Australiens

Wenn man schon einmal die Reise nach Down Under auf sich nimmt, dann sollte man auch versuchen, etwas mehr als die Uni-Stadt zu sehen. Das Land ist riesig und bietet alles, was das Herz begehrt. Reisen ist recht günstig (Greyhound-Busse, Inlands-Low-Cost-Carrier, s.u.). Viele "Backpacker" reisen ein ganzes Jahr nach dem Abi oder nach dem Studium durchs Land und können trotzdem nicht alles sehen. Es kann daher auch keine Empfehlungen geben, welche Ecken man sehen sollte. Empfehlenswert ist aber der Kontrast einer Millionenmetropole wie Sydney zum völlig menschenleeren Outback, in dem man über hunderte von Kilometern kein Haus sieht und kaum einem Auto begegnet. Generell ist die Ostküste eher touristisch und die West- und Nordwestküste nahezu menschenleer (abgesehen von Perth). An der Ostküste sind Cairns und Umgebung, das Great Barrier Reef, die Whitsunday Islands und Byron Bay zu empfehlen. Ein Trip nach Fraser Island ist fast ein Muss - am Besten privat organisiert, da man dann mehr Freiheiten auf der Insel hat!


6. Einige Events und "MUST DOs":

- Der Australia Day (26. Januar) und der ANZAC-Day (26. April) sind echte Events und es ist ein Highlight, die Paraden und Feiern anzuschauen
- Da Australien ja ein sehr multikulturelles Land ist, werden auch die Nationalfeiertage anderer Länder dort gefeiert. Sehenswert sind z. B. der irische St. Patrick's Day (17. März), den man möglichst ab dem frühen Abend in einem Irish Pub begießen sollte und der norwegische Nationalfeiertag mit einer Norweger-Parade, die morgens vom QUT-Campus durch die Innenstadt zieht.
- Der/Das "State of the Art" (Australian Football) findet halbjährlich als Wettkampf zwischen den Staaten New South Wales und Queensland statt und das ganze Land schaut zu. Also: eine Kneipe mit Live-Übertragung finden und mitgucken! Generell sind aber auch alle AFL (Australian Football League)-Spiele live im Stadion sehenswert. Die Brisbane Lions sind häufig Meister geworden. Allerdings wird ein Nicht-Ozzie die Regeln wohl nie wirklich verstehen...
- Buddha's Birthday entspricht in etwa dem "Weihnachten der Buddhisten". Es wird sehr groß ein ganzes Wochenende in den Southbank Parklands gefeiert. Ein Spazieren über die Märkte sowie das große Feuerwerk sind beeindruckend. In 2004 fand das Fest am 25. April statt, aber der genaue Tag ändert sich in jedem Jahr.


7. Einige Tipps zum Schluss:

- Man sollte eine Kreditkarte besitzen. Viele Events, Flüge und Trips sind nur über das Internet und dort nur mit Hilfe einer Kreditkarte buchbar!!!
- Wer Flüge innerhalb Australiens bucht, sollte nicht nur bei VirginBlue und JetStar, sondern ruhig auch mal Qantas die Preise vergleichen. Mein Flug von Cairns nach Brisbane war dort um 50% günstiger als bei VirginBlue.
- Wer im "Qantas Frequent Traveller Program" (entspricht Lufthansas "Miles & More") Mitglied ist, bekommt bei AVIS Autovermietungen günstigere Konditionen (zumindest war es in 2004 so).
- Autofahren außerhalb der großen Städte auf Landstraßen (Highways) kann bei Dunkelheit gefährlich sein, da Millionen Kängurus durchs Land hüpfen und keine Rücksicht auf Straßen nehmen. Generell ist ein internationaler Führerschein zwar nicht immer nötig, aber hilfreich.
- In Australien braucht man abends für den Eintritt in Kneipen und Discos einen Reisepass! Es reicht kein Personalausweis! Alternativ kann man sich auch für ca. 15 A$ eine "Over-18"-Card kaufen, die als Beweis für das Erreichen der Altersgrenze dient. Selbst 35-jährige werden dort noch nach ihrem Ausweis gefragt!
- Wer ein Konto bei der Deutschen Bank hat, kann kostenlos bei der australischen Kooperationsbank "Westpac" mit der normalen EC-Karte Geld abheben. Es fallen keine Gebühren an. Westpac-Geldautomaten gibt es in der Stadt, in jeder Mall und auf dem Campus.
- Für Nichtraucher ist Australien ein tolles Land, für Raucher hingegen gar nicht. Rauchen ist in Kneipen, Cafés und auch Discos nicht erlaubt!


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Erfahrungsbericht - Johannes Markmiller



Erfahrungsbericht über meinen einsemestrigen Studienaufenthalt an der University of Queensland in Brisbane, Australien im Rahmen eines „study abroad“ Programms

Nachdem ich acht Semester Maschinenwesen an der Technischen Universität in München studiert hatte, entschied ich mich noch vor meiner Diplomarbeit ein Semester im Ausland zu verbringen. Als Gastuniversität wählte ich dazu die University of Queensland in Brisbane, Australien. Die Bewerbung wickelte ich über das Institut Ranke-Heinemann ab, das Studenten unentgeltlich und sehr professionell und freundlich bei einem Bewerbungsprozeß an einer Australischen Universität unterstützt und diesen abwickelt. Die University of Queensland bietet alle gängigen Studienrichtungen an und Ausländer können entweder ein vollständiges „degree“ erwerben oder im Rahmen eines „study abroad“ Programms Vorlesungen besuchen, die dann an der Heimatuniversität angerechnet werden können.
Das Vorlesungsangebot insbesondere im „undergraduate“ Bereich ist reichhaltig und entspricht im Fach Maschinenbau etwa dem Niveau des Grundstudiums und der ersten Hälfte des Hauptstudiums an einer deutschen Universität. Da man im Rahmen eines „study abroad“ Programms an keine Fakultät gebunden ist, kann man sehr frei auswählen. Kurse im „postgraduate“ Bereich können mit Zustimmung der jeweiligen Fakultät auch belegt werden und sind oft mit einem kleinen Forschungsprojekt verbunden. Die Kurswahl kann man in den ersten Vorlesungswochen vor Ort problemlos vornehmen bzw. ändern.
Das „department for mechanical engineering“ der Universität of Queensland ist relativ klein und insbesondere auf den Bereich der Überschallaerodynamik spezialisiert, in dem es aber sehr kompetent ist und dementsprechende Möglichkeiten bietet. Die anderen „engineering departments“ sind breiter gefächert und haben auch für Maschinenbauingenieure ein interessantes Kursangebot.
Ein Kurs (Vorlesung) ist sehr oft aufwendiger als in Deutschland, wenn dieser beispielsweise mit einem Praktikum verbunden ist. Die Kursnoten werden meistens aus Prüfungen zu Mitte und Ende des Semesters und aus den Leistungen, die während des Semesters erbracht werden, wie etwa Berichte, Praktika oder ähnliches, gebildet.
Die Universität bietet zu universitären und darüber hinaus gehenden Angelegenheiten einen exzellenten Service für Studenten, in einer bemerkenswert positiven Weise, die man von Deutschland her nicht kennt. Vom Ankunftstag an wird man wird man in allen wichtigen Angelegenheiten von der Universität unterstützt. Dies beinhaltet unter anderem einem Abholservice vom Flughafen, einen „accommodation service“, der Hilfe bei der Wohnungssuche bietet, und sogar eine Rechtsberatung und medizinische Versorgung. In praktisch allen Angelegenheiten findet man kompetente, hilfreiche und freundliche Unterstützung.
Die Universität befindet sich auf einen wunderschönen Campus in einem Wohnort etwa 15 Minuten (Bus) vom Stadtzentrum entfernt, mit allen studentischen Einrichtungen, auch exzellenten Sportmöglichkeiten, studentischen Clubs, viel Grünflächen, Palmen, ... Die umliegenden Stadtteile mit guten Busverbindungen bieten exzellente Wohnmöglichkeiten für Studenten, die Mietpreise entsprechen etwa denen einer mittelgroßen Stadt in Deutschland. Eine Wohnung läßt sich problemlos in der ersten Woche vor Ort finden („accommodation service“ oder „real estate agency“, beides kostenfrei). Üblich sind WGs, 2 oder 3 Studenten können zum Beispiel ein ganzes Haus mieten. Nur wer in einem College wohnen möchte sollte sich frühzeitig vor der Abreise bewerben.
Brisbane ist mit 1.8 Millionen Einwohnern die nördlichste Großstadt von Australien und Hauptstadt von Queensland. Sie besitzt sehr angenehmes subtropisches Klima. Die Winter sind etwa so warm wie die Sommer in Deutschland und trocken, nur die Nächte sind etwas kühl. Die Sommer sind heißer, etwa 30°C, und normalerweise feuchter. Wer aus Deutschland kommt, wird das Gefühl haben in einem sonnenverwöhnten, paradiesischem Klima zu sein. Brisbane bietet exzellente Einkaufsmöglichkeiten, ein gutes öffentliches Verkehrssystem, und ein ausgezeichnetes Kulturangebot. Darüber hinaus bietet Brisbane und das Umland, wie überhaupt ganz Queensland, exzellente touristische Möglichkeiten mit den mitunter besten und schönsten Attraktionen und Naturwundern von ganz Australien, wie etwa Surfers Paradiese, Great Barrier Reef, Fraser Island, Daintree National Park ... um nur einige zu nennen.
Wenn man zusätzlich zum Studienaufenthalt noch eine Reise plant, wozu ich unbedingt rate, empfehle ich als bewährten Reiseführer die entsprechende Ausgabe von „Lonely Planet“, mit allen nötigen Informationen. Man sollte nur beachten, daß das Studentenvisum vier Wochen nach Semesterende seine Gültigkeit verliert und gegebenenfalls vor Ort zu verlängern ist. Dazu ist aber der Nachweis über ein „erfolgreich“ (!) absolvierteres Studienprogramm zu erbringen, wozu man die offiziellen Prüfungsergebnisse abwarten muß. Man sollte also dazu in jedem Fall mindestens eine Woche nach Semesterende einplanen.

Für mich war mein Australienaufenthalt eine wunderschöne Zeit in einem traumhaften Land mit offenherzigen Menschen und wertvollen Erfahrungen. Ich kann nur jedem, für den sich eine ähnliche Möglichkeit bietet, wärmstens empfehlen diese wahrzunehmen.

Johannes Markmilller


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Erfahrungsbericht - Jens Froese



Zwischenbericht
Hallo zusammen!
Soweit es mein nach 5 Monaten Australien schon stark verarmtes Deutsch noch erlaubt, will ich hier eine Zusammenfassung meines Aufenthaltes in Brisbane an der ‚University of Queensland’ geben. Ich hoffe, dass ich damit dem einen oder der anderen bei der Vorbereitung auf ein Studienjahr down under ein wenig helfen kann. Da der Bericht ein ‚formloser’ sein soll, will ich auch nicht allzu sehr auf die ‚Form’ achten – Rechtschreibfehler und sonstige grammatikalische Schwaechen (z.B. gross- und Kleinschreibung) werden somit wohl nicht zu vermeiden sein. Jetzt aber genug der langen Vorrede und los geht’s!

Zuerst mal zur schwierigen Entscheidung fuer eine Stadt: Wer sich fuer einen Auslandsaufenthalt in Australien entschieden hat, hat sich wohl zugleich fuer ein Klima entschieden, das Sonne & Sommer das ganze Jahr verspricht. Was zieht einen sonst nach Australien – die Straende? der Ozean mit dem Great Barrier Reef? das endlose Outback im Landesinneren? Die lebhaften Kuestenmetropolen? Der Aussie-Lifestyle? oder etwa die Universitaeten an sich mit ihrem Kursangebot? Keine Ahnung, was fuer euch den Ausschlag gegeben hat, darum vielleicht zuerst mal eine kurze Zusammenschau, was euch hier unten tatsaechlich erwartet und was Brisbane (die Stadt fuer die ich mich entschieden habe) hat, was die anderen Staedte im Angebot des IO (Sydney, Melbourne, Adelaide, Canberra) nicht haben:
Das Outback ist genauso weit weg von Brisbane, wie von allen anderen Staedten, und das man mal kurz einen Wochenendausflug raus aus der Zivilisation und ab in die Weite des Outbacks machen kann ist natuerlich ein Trugschluss in Brisbane sowie in jeder der anderen australischen Metropolen. Suburbian Brisbane und das umgebende ‚Rural Country’ zieht sich weit in alle Richtungen – und ohne Auto hat man sowieso keine Chance, auch nur annaehernd irgendwohin zu kommen, wo’s spannend ist. Ich hab zwar kein Auto, sondern nur mein Mountainbike, was in der Stadt sehr hilfreich ist, aber dafuer das Glueck, eine australische Freundin mit Auto zu haben. Ohne Auto, oder Zugang zu einem Auto, ist es so gut wie unmoeglich, die Gegend kennenzulernen – das ist die negative Seite der endlosen Weite in Australien. Das gleiche gilt fuer Brisbane’s Zugang zum Pazifik. Wer sich fuer Brisbane interessiert, weiss wohl, dass in unmittelbarer Naehe die „Surfer-Paradiese“ der ‚Gold Coast’ und der ‚Sunshine Coast’ liegen, die beide zwar endlos kommerzialisiert und – v.a. die gold coast um ‚Surfers Paradise’ (ja, die Stadt heisst wirklich so!) – mit Wolkenkratzern verschandelt sind, aber abseits der Touristenzentren dennoch fantastische und fast menschenleere Straende bieten. Aber wie gesagt, um diese zu erreichen, muss man zuvor ca. 1 - 1.5h Autofahrt auf sich nehmen oder 2-3h Zug- oder Busfahrt. Meine Annahme, dass ich hierherkomme und jeden Tag am Strand chille und als ein braungebrannter „Surfie“ wieder zurueck nach Freiburg kehre, erwies sich somit also schlichtweg als Illusion. Brisbane liegt zwar nur ca. 20km vom Meer entfernt, das dumme ist nur, dass es sich bei diesem Meer um die beinahe strandlose und umso Mangrovenreichere ‚Moreton Bay’ handelt. In der Bay liegen ein paar sehr schoene Inseln, die bekannteste ist Stradbroke Island. Diese kann man mit Zug und Faehre in 1.5 – 2h erreichen und dort erwarten einen dann wunderschoene Straende (zu denen dauerts mit’m Bus dann aber noch ein wenig laenger) sowie dichte Vegetation im Innenland. Soviel zu den Straenden! Fuer die Tauchfreaks unter euch: das Great Barrier Reef beginnt ca. 8h Autofahrt weiter noerdlich auf der Hoehe von Gladstone, die UQ (Uni of Queensland) bietet einen Kurs nur fuer international Students an, der euch nach Heron Island, eine absolute Trauminsel in dieser Gegend bringt. Jeder, der nach Brisbane kommt und Tauchen oder Schnorcheln liebt, MUSS diesen Kurs machen, er ist gigantisch.
Also, kurze Zusammenfassung mal bis hierhin. Surfen und Sonnenbaden liegt (mit Auto!) im Bereich einer Tages- bis Wochenendunternehmung, Tauchen oder Outback ist wegen der Entfernungen eigentlich nur durch einen mehrtaegigen Trip zu erreichen.
Jetzt aber mal zu den richtig angenehmen Seiten des Lebens in Brisbane. Die Broschueren von der Uni wollen einem zwar kontinuierlich weismachen, dass es auch im Sunshine State Queensland einen Winter gibt, um diese Erklaerungen richtig einschaetzen zu koennen, muss man aber hier gewesen sein! Es ist jetzt ja Mitte Juli hier, d.h. mitten im Winter (wie Januar in Freiburg), aber wenn die Aussies von ‚Winter’ reden, wissen sie ueberhaupt nicht, wovon sie reden! Winter in Brissy (so nenen die Leute hier ihr Brisbane) heisst naemlich: (Fast) immer Sonne bei 20 – 25 grad tagsueber und 10-15 (ganz, ganz selten auch mal runter bis zu 5) grad nachts. Die nachttemperaturen sind etwas gewoehnungsbeduerftig, weil die haeuser hier im allgemeinen null isoliert, weil aus holz gebaut, und auch ungeheizt sind. Das heisst, das es im haus fast so kalt wird wie draussen. Warme klamotten und hausschuhe sind also angebrachte mitbringsel im Reisegepaeck. Tagsueber kann man auch im tiefsten winter fast immer mit shorts und t-shirt rumlaufen.
Brisbane reklamiert fuer sich, „the Australian city with the most laid-back life style“ zu sein, und diese Behauptung der Staedtvaeter trifft auch zu. Hier gibt es zwar nicht ein pulsierendes Nachtleben und Grossstadtfeeling wie in Sydney oder Melbourne und Touristen bleiben mangels atemberaubender Sehenswuerdigkeiten auch in der Minderheit, dafuer ist Brissy aber eine ideale Stadt zum leben. Die Innenstadt ist das Geschaefts- und Bankenzentrum und wird von den Bewohnern Brisbanes, die nicht dort arbeiten, eher selten aufgesucht. Drum herum liegen zahlreiche Stadtteile mit ihren eigenen kleinen Zentren, in denen man so gut wie alles fuer den taeglichen Gebrauch bekommen kann. Der idyllische Brisbane River durchzieht die Stadt mit seinen weiten Maeandern und traegt seinen Teil zum angenehmen Stadtbild mit viel gruen zwischen den weiten Wohngebieten bei. Es gibt auch zahlreiche sehr schoene Parks in denen man ein Picknick oder Barbecue (die Aussies nennen es BBQ und sind verrueckt danach) haben kann.
Jetzt noch ein paar praktische Tips zum Leben hier unten und zur Vorbereitung:

Visum: Fuer die Austellung eines Studentenvisums verlangen die australischen Behoerden in Deutschland 345.-!! Fuer diejenigen, die laenger als 6 monate bleiben wollen kommen dazu noch ca. 180.- fuer eine medizinische und radiologische Untersuchung, welche nur bei bestimmten Vertragsaerzten durchgefuehrt werden koennen (details siehe www.australian-embassy.de/visa/visa.htm). Die Bearbeitungszeit dauert wohl tatsaechlich die angegebenen 6-8 wochen. Wer aber zufaellig nach berlin kommt, der kann es dort direkt in der australischen botschaft in 20 minuten erledigen. Das visum kann man aber erst beantragen, wenn man von der australischen uni die ‚Confirmation of Enrolment’ (CoE) bekommen hat (ca. mitte november).
Krankenversicherung: darum muss man sich als austauschstudent in australien keine sorgen machen, weil die regierung hier eine pflichtversicherung fuer auslaendische studierende gesetzlich vorschreibt. Die uni erledigt das alles fuer einen und man muss lediglich bei annahme des studienplatzes einen betrag von ca.250-300 Aus-$ (350DM), der das ganze Jahr abdeckt, an die Uni ueberweisen.

Flug: es gibt unzaehlige flugverbindungen nach australien und wer im februar mit dem studium beginnt, sollte anfang dezember eigentlich noch freie wahl unter den fluggesellschaften haben. Wer moeglichst billig davonkommen will, sollte sich aber noch im alten jahr darum kuemmern. Fuer ein return ticket nach brisbane muessen studenten mit ca. 1500 –1600.- rechnen, one-way tickets gibt’s ab 1000.- (qantas) aufwaerts.

Geld: bei der visum-bewerbung will das department of immigration von einem wissen, ob man genug geld hat, um das jahr in australien zu ueberleben. Meistens genuegt wohl ein einfaches ‚ja’, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass sie manchmal auch was schriftliches haben wollen. Also besser im vorfeld genuegend verdienen oder auslandsbafoeg beantragen. Wer eine Kreditkarte mitbringen will, eigentlich alle grossen institute (visa, eurocard...) werden hier fast ueberall akzeptiert. Bei der suche nach einem guten weg fuer ein Bankkonto, hab ich leider danebengegriffen. Ueberweisungen nach australien kosten so um die 20-30 DM gebuehr, bei der citibank als ein internationales unternehmen fallen diese gebuehren nicht an, da man einfach von seinem konto daheim auch im ausland abheben kann...dacht’ ich mir. Hier angekommen stellte sich heraus, dass die citibank in brisbane nicht mehr existiert, also wer nach brisbane kommt: finger weg von der citibank! Vielleicht ist es am besten, sein konto daheim zu behalten, hier ein neues konto zu eroeffnen (geht ohne probleme, die commonwealth bank hat fuer studenten die besten deals), und von zeit zu zeit grosse betraege hier am automat fuer relativ kleine gebuehren (~7DM) bar abzuheben und auf sein australisches konto einzuzahlen. Zu den Lebenshaltungskosten: der Aussie-Dollar steht im allgemeinen so bei 1.25DM, als ich angekommen bin war er zwar in einem rekordtief von ~1.10DM, das hat sich aber wieder eingependelt – leider! Somit sind die alltaeglichen kosten wieder ungefaehr gleich bzw. ein wenig teurer als in Deutschland, v.a. weil es keine Billigsupermaerkte wie „ALDI“ oder „Pennymarkt“ gibt. Bus & Bahn ist deutlich billiger, Benzin auch. Durch vermehrte Reiseaktivitaet gebe ich aber mindestens das 1 ½-fache von meinen Freiburger Lebenshaltungskosten aus

Wohnung: kann ich leider nicht aus erfahrung berichten, da ich das glueck hatte, schon vor meiner ankunft eine dauerhafte wohnung organisiert bekommen zu haben. Ansonsten gestaltet sich die wohnungssuche von deutschland aus wohl ziemlich schwierig. Die meisten leute hier haben es so gemacht, dass sie in den ersten 2 wochen die von der uni angebotene ‚temporary accomodation’ angenommen haben – on-campus und man lernt viele andere austauschstudenten kennen – und sich von dort aus eine wohnung off-campus in einem der umgebenden stadtteile gesucht haben. Je naeher das semester rueckt, desto schwieriger wird es aber, was geeignetes in der naeheren umgebung zu finden. Die Mieten liegen fuer WG’s (share houses) so zw. 70 und 100 $ pro woche – also aehnlich wie in freiburg. Beliebte stadtteile sind st.lucia (direkt neben dem campus), toowong, indooroopilly & taringa (alle auf der gleichen flussseite wie der campus) und west end. Dort wohne ich und ich kann es auch nur weiterempfehlen. vom suedlich gelegenen campus ist dieser sehr schoene und etwas alternativ und zugleich szenig angehauchte stadtteil durch den fluss getrennt. Eine faehre bringt einen im 30 minuten-takt aber direkt zum campus (bruecken verbinden nur richtung norden zur innenstadt) . Mit dem fahrrad (die anschaffung eines fahrrads ist natuerlich sehr empfehlenswert) kann man in einem grossen bogen ueber die innenstadt in 20-30 minuten auch ankommen.
Die alternative zu einer selbstaendigen wohnungssuche ist, in einem der ‚residential colleges’ on-campus unterzukommen. Ist aber auf jeden fall teurer und ich kenne nur sehr sehr wenige leute (v.a. amis, die nur fuer ein semester hier waren), die sich dafuer entschieden haben. Hier hat man die wahl zwischen sehr teuren colleges mit vollverpflegung und etwas billigeren selbstversorgten appartments. Das angenehme lebensgefuehl, das brisbane bietet, kann man meiner meinung nach aber nur erfahren, wenn man sich ausserhalb des campus eine unterkunft sucht. Erstaunlich viele der international students haben es auch geschafft, eine wohnung mit australischen mitbewohnern zu bekommen, was dem aufenthalt natuerlich einen besonderen reiz verschafft.

Uni-termine, Kurse und Orientation: Termine fuer das akademische jahr 2002 unter www.uq.edu.au/studyabroad/program-calendar.html. Als austauschstudenten seit ihr fuer den degree: „study abroad“ eingeschrieben. D.h., dass ihr sozusagen keinen degree habt, und euch fuer alle kurse zu denen ihr lust habt und fuer welche ihr aufgrund eurer bisherigen studienerfahrung zugelassen werdet, einschreiben koennt. Man muss hier mindestens 3 und darf hoechstens 5 kurse pro smester belegen, ansonsten gilt man nicht als vollzeit-student und wird laut den visa-bestimmungen des landes verwiesen – und das wollen wir doch alle vermeiden, oder nicht? Die internet-site www.uq.edu.au/studyabroad bietet aber fuer all das und viel mehr ausgiebige informationen und ihr solltet sie euch auf jeden fall mal anschauen. Die orientation findet in der 1. semesterwoche statt, vorlesungen beginnen in der darauffolgenden. Obwohl eigentlich nicht viel los ist waehrend der orientation ausser hilflosen 17jaehrigen ersties, die auf dem campus herumirren und abends in den colleges saufen, ist es doch hilfreich, bei den massen-informationsveranstaltungen anwesend zu sein. Dort bekommt man einen haufen an papierkram, den man groesstenteils gleich wieder wegwerfen kann, der aber teilweise auch wichtige informationen enthaelt und ausserdem lernt man auch die anderen internationals ein wenig kennen.

Ich hoffe ein wenig geholfen und nicht allzu viel verwirrung gestiftet zu haben. Ich kann euch allen nur empfehlen, ein Jahr im Sunshine State Queensland zu verbringen. Wenn ich was wichtiges vergessen habe oder ihr irgendwelche Fragen habt, zoegert nicht und mailt mir einfach unter jensfroese@gmx.de. Take it easy,
Jens Froese


Endbericht
Nachdem ich in meinem Zwischenbericht vom Juli 2001 ja schon auf die angenehmen (und weniger angenehmen) Seiten des Lebens in Brisbane und seiner Umgebung eingegangen bin und ein paar praktische Tips zum Leben hier und zur Vorbereitung gegeben habe (Visum, Krankenversicherung, Geld, Flug, Wohnung, Uni-termine und Kurse), will ich mich jetzt mehr auf das Uniangebot im allgemeinen und mein Studium im speziellen konzentrieren.

Fuer meine Bewerbung um einen Platz im Austauschprogramm mit der University of Queensland musste ich ja die Kurse, die ich gerne belegen moechte (4 pro Semester), angeben. Fuer eine Liste der fuer undergraduates (das sind alle internationalen Studenten ohne fertigen Hochschulabschluss) verfuegbaren Kurse siehe www.uq.edu.au/studyabroad und folge den links. Mein mit der Bewerbung ans Freiburger international office eingereichtes Studienvorhaben baute dann natuerlich auch auf den angegebenen Kursen auf. Direkt von der Uni of QLD kam dann etwas spaeter ein Bescheid, welche Kurse ich tatsaechlich belegen bzw. nicht belegen kann, aus verschiedenen Gruenden. Diesen Bescheid sollte ich dann auch zur Orientierung und Kurseinschreibung mitbringen, damit die Leute dort wissen, fuer welche Kurse ich angenommen wurde. Im Endeffekt hat sich dieses ganze Getue aber als ziemlich ueberfluessig erwiesen, da ich letztendlich gerade mal zwei von den anfaenglich 8 angegebenen Kursen wirklich belegt habe - zum Teil weil manche Kurse doch nicht angeboten wurden, zum Teil weil ich vor Ort einfach noch ueber andere, mir interessanter erscheinende Kursangebote gestolpert bin. Man ist mit der Kurswahl also doch sehr flexibel, und selbst bei Kursen, fuer die man eigentlich nicht angenommen wurde, bekommt man meistens das OK vom zustaendigen Fakultaets-Dekan – wenn man wirklich will und auch genuegend Vorwissen mitbringt um den Kurs zu bewaeltigen. Trotz der Aenderungen habe ich selbstverstaendlich Kurse gewaehlt, die mit meinem Studienvorhaben uebereinstimmten. Mein Hauptinteresse galt zwei Bereichen:

Als Englischstudent war ein Hauptanliegen natuerlich die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse. Um dieses Ziel zu erreichen erschien mir aber der einjaehrige Aufenthalt im englischspracheigen Australien genug, und ich wollte nicht noch zusaetzlich sprach- oder litaraturwissenschaftliche Kurse besuchen. Anstatt dessen suchte ich von Anfang an den Kontakt mit Australiern oder anderen englischsprachigen Studenten. Vorteilhaft war, dass ich das ganze Jahr ueber in einer WG mit australischen Mitbewohnern wohnen konnte, und somit in meiner Freizeit fast nur englisch gesprochen habe. Insgesamt bin ich mir sicher, dass mein Englisch von diesem Auslandsaufenthalt enorm profitiert hat und mir in Zukunft vor allem das sprachliche Ausdruecken meiner Gedanken und schriftliche Verfassen von Texten sehr viel leichter fallen wird.

Als Hauptfach – Geographiestudent war ich darueberhinaus sehr am australischen Kontinent, der mich schon seit meiner fruehen Jugend faszinierte, interessiert. Ich wollte mehr ueber die physisch-geographischen und soziooekonomischen (kulturgeographischen) Umstaende des Landes erfahren. Darueberhinaus galt mein Interesse seit jeher touristischen Fragen, umso mehr seit ich Australien fuer 2 Monate bereist habe und das ungeheure touristische Potential des Landes erlebte.

Zum anderen entwickelte ich im Laufe meines Geographie-Studiums eine immer engere Beziehung zu oekologischen Fragen und fand Interesse an der Verknuepfung von geographiachen und oekologischen Betrachtungen. Insbesondere hier wollte ich meine Freiheiten als international student ausnutzen und in den umweltwissenschaftlichen Faechern Kurse belegen, was in Freiburg fuer mich leider kaum moeglich ist.

Ausgehend von diesem Vorhaben, habe ich mich im Semester 1/2001 dann schliesslich fuer folgende 4 Kurse (man muss mindestens 3, aber darf hoechstens 5 Kurse pro Semester belegen) entschieden:

MARS2005 – Australia’s Marine Environment

ENVM1501 – Introduction into Environmental Management

GEOS2301 – Introduction to Remote Sensing of the Environment

GEOS2201 – Tourism Systems

Im Folgenden will ich die einzelnen Kurse kurz beschreiben und darlegen, welchen Nutzen ich aus ihnen gezogen habe:

MARS2005: Dieser Kurs wurde erst dieses Jahr eingefuehrt und ist ausschliesslich fuer international students konzipiert. Zusammen mit dem Semester 2 – Kurs ‚Australia’s Terrestrial Environments’ soll er den auslaendischen Studenten die Moeglichkeit geben, mehr ueber die australische Umwelt zu erfahren, und diese auch auf Exkursionen zu erleben. Der Kurs stellte sich dann als absoluter Volltreffer heraus. Der Dozent Ian Tibbetts hat es super verstanden, den Kurs so angenehm wie moeglich zu machen. Da international students ja alles moegliche studieren, hat von Biologie, und insbesondere Meeresbiologie, nicht jeder eine Ahnung. Ausserdem sind international students nicht nur am studieren, sondern auch am reisen und spasshaben interessiert. Ian (man redet hier die Dozenten mit Vornamen an) hat genau den richtigen Mittelweg zwischen Spass und studieren gefunden. Die Vorlesungen waren also nicht allzu hart, man musste aber doch trotzdem einiges lernen, um in den Klausuren gut abzuschneiden, und die Exkursionen waren der absolute Hammer. Erst ging’s fuer 1 Woche nach ‚Stradbroke Island’ direkt vor Brisbanes Kueste. Dort haben wir einiges praktische ueber Fische und all die anderen Tierchen und Pflanzen, die im Ozean und an der Kueste so leben, erfahren. Ueber zwei Tage hinweg mussten wir an verschiedenen Gruppenprojekten arbeiten und die Ergebnisse dann praesentieren – also auch ein wenig Arbeit. Aber insgesamt auch jede Menge Freizeit, um zu relaxen und das gute Wetter zu geniessen. Die zweite Exkursion ging dann fuer 5 Tage auf ‚Heron Island’, eine klitzkleine Insel im Great Barrier Reef. Dort war dann nicht mehr so viel mit Theorie und lernen, sondern anstatt dessen war spasshaben und praktische Erfahrungen mit fischen angesagt – beim schnorcheln. Waehrend der 5 Tage haben wir dann eigentlich auch nichts anderes als schnorcheln – und ab und zu mal eine halbstuendige Vorlesung – gemacht, und dabei unvergessliche Erlebnisse gehabt. Im Korallenriff um Heron Island haben wir so ziemlich alle Meeresbewohner, die man sich wuenschen kann, gesehen: Schildkroeten, Riffhaie, Rochen, grosse Fische, kleine Fische, bunte Fische, alle erdenklichen Arten von Korallen.... Mein Tip: Wer fuer ein Jahr an die UQ kommt, darf ‚Australia’s Marine Environment’ auf keinen Fall verpassen.

ENVM1501: Auch dieser Kurs hat mir enorm Spass gemacht. Der Dozent Bradd Witt kam mir anfangs noch etwas komisch und wirr vor, nach einiger Zeit habe ich mich jedoch an seinen Stil gewoehnt und die Vorlesungen sehr genossen. Der Kurs ist ja eigentlich fuer Erstsemester (deswegen ENVM1...), Bradd hat aber trotzdem nur ein Minimum an Vorgaben gegeben, sondern von anfang an selbstaendiges Denken und Arbeiten gefordert. Das heisst: kein Vorlesungsskript (darum war die Vorlesung auch teilweise sehr, sehr konfus und unorganisiert), Literatur soll man sich selbst zusammensuchen und keine klaren Begriffsdefinitionen (er meinte, man soll sich in der Literatur informieren und selbst eine Meinung bilden). Wie gesagt, anfangs fand ich das eher abschreckend, letztendlich wurde mir aber klar, das man sich insbesondere in den Umweltwissenschaften einfach selbst seine Meinung bilden muss. Dort gibt es kein “Ja” oder “Nein”, weil vieles vom individuellen Standpunkt abhaengt. Ausserdem hat der Kurs mich eines Trugschlusses gelehrt. Ich dachte eigentlich, das ‚environmental management’ (= Umweltmanagement) damit zu tun hat, die Umwelt zu managen und vor schaedlichen menschlichen Einfluessen zu schuetzen. In dieser Einfuehrung wurde mir aber immer mehr klar, dass nicht die Umwelt an sich gemanaget wird, sondern die menschliche Nutzung der Umwelt. In den Umweltwissenschaften wird der Mensch als Bestandteil der Umwelt angesehen, und deswegen muss die Umwelt in nachhaltiger, nicht-schaedigender Weise genutzt werden; denn ohne das Ganze (die Umwelt/Erde) gibt es auch keine Bestandteile (Tiere, Pflanzen, Menschen). Der Kurs hat weiterhin Einblicke in die Geschichte der globalen Umweltbewegung und wichtige Publikationen, australische Umweltthemen und Konzepte fuer das Verstaendnis von Mensch-Umwelt-Beziehungen gegeben. Environmental Management bedient sich dafuer der verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen von Oekologie, ueber Geographie und Soziologie bis hin zu den Wiirtschaftswissenschaften. Genau diese Verknuepfungen haben mich dann auch dazu gebracht im Semester 2 mehr ueber EnvMan lernen zu wollen.

GEOS2301: Mit diesem Kurs hab ich mein Gewissen ein wenig beruhigen wollen, dass ich auch etwas “nuetzliches” fuer mein Studium in Freiburg mache. Fernerkundung (das anfertigen, manipulieren und interpretieren von Luft- und Satellitenbildern) ist zusammen mit GIS die boomende geographische Disziplin schlechthin und wird auch in Freiburg in manchen Jahren als Kurs angeboten. Da hier an der UQ das Angebot hinsichtlich dieser Disziplin weitaus groesser ist als in Freiburg, erschien es mir nuetzlich, von der guten Infrastruktur an der UQ zu profitieren, und diesen Kurs hier zu belegen. Der Kurs war dann auch sehr gut konzipiert. Wir haben zuerst ueber – fuer mich aus der Geographie bereits bekannte – atmosphaerische Sachverhalte gelernt: Sonnenstrahlung und ihre Wechselwirkungen mit der Atmosphaere und den Objekten auf der Erdoberflaeche. Danach ging der Kurs auf fotografische und technische Apekte von Kameras und Satelliten ein und hat eine Einfuehrung in die Interpretation von Luftbildern mit verschiedenen Technicken gegeben. Der Anspruch in diesem Kurs war deutlich hoeher als in den beiden anderen Kursen, vom Lernerfolg hat er mir meiner Meinung nach aber auch am meisten gebracht.

GEOS2201: Mit diesem Kurs hatte ich mir leider etwas zuviel zugemutet. Nicht weil der Kurs an sich zu anspruchsvoll war, sondern mehr, weil ich mit 4 Kursen genau einen zuviel belegt hatte. Als auslaendischer Student hatte ich vor allem zu Anfang des ersten Semesters noch etwas Probleme, die staendigen Assignments (= Hausarbeiten; fuer jeden Kurs muss man durchschnittlich 3-4 Leistungsnachweise in Form von kleinen oder grossen Assignments, Mid-semester und Final Exams ueber das gesamte Semester hinweg verteilt erbringen - das artet teilweise ganz schoen in Stress aus!) in einem angemessenen Zeitrahmen zu verfassen. Fuer eine Hausarbeit, die australische Studenten in 3 Tagen schreiben, brauchte ich die doppelte Zeit (Literatur lesen dauert in einer Fremdsprache einfach laenger, Saetze formulieren, von einem native speaker korrigieren lassen, nochmal durchgehen....). Also bin ich ungefaehr in der Mitte des Semesters zu dem Schluss gekommen, dass 3 Kurse einfach genug sind – vor allem, wenn ich nebenbei auch noch ein bisschen Spass haben und das Land bereisen will (was ein mindestens genauso wichtiger Teil des Auslandsaufenthaltes ist wie das studieren an sich) – und habe diesen Kurs wieder fallengelassen.

Im Semster 2/2001 habe ich dann schon dazugelernt und belegte ich von Anfang an nur 3 Kurse (zusaetzlich zu den unten genannten habe ich anfangs noch zwei weitere Kurse – Introduction to Management und Contemporary Australian Cultural Studies – zum ausprobieren belegt, weil ich mich nicht sofort entscheiden konnte; waehrend der ersten 4 Semesterwochen kann man naemlich noch ohne Pobleme den einen oder anderen Kurs wegfallen lassen):

GEOS3301 – Advanced Remote Sensing of the Environment

ENVM2100 – Sustainable Development 1

ENVM2101 – Principles of Cleaner Production

Es folgt wieder eine kurze Beschreibung der genannten Kurse:

GEOS3301: Im Anschluss an die Introduction im vorangegangenen Semester , habe ich mich entschieden, das gute Angebot im Bereich Remote Sensing so richtig auszunuetzen und hier vielleicht den Grundstein fuer den Einstieg ins Berufsleben zu legen – Fernerkundung ist naemlich definitiv eines der Gebiete, in dem in Zukunft die meisten Jobs fuer Geographen erhaeltlich sein werden. Dieser Kurs fuer Fortgeschrittene drehte sich zudem auch vollstaendig um das manipulieren und interpretieren von Satellitenbildern mit Hilfe des Computerprogramms ERDASImagine. Dies erschien mir besonders deswegen hilfreich, da ich zu deisem Zeitpunkt noch keine allzu grosse Erfahrung mit Computern oder irgendwelchen Computerprogrammen vorweisen konnte (ausser WORD vielleicht). Der Kurs war dann auch ziemlich hart und involvierte unzaehlige Ueberstunden im Computerlab der Geowissenschaftlichen Fakultaet. Dort verbrachte ich in den Wochen vor Assignment-Abgabe fast mehr Zeit als zu Hause (was bei manchmal sehr heissen Temperaturen draussen und der angenehmen Air-condition im Lab manchmal gar nicht so schlecht war). Der Dozent Stuart Phinn ist aber wirklich ausgesprochen gut, man kann ihn jederzeit ansprechen, wenn man Probleme hat, und ausserdem war die woechentliche praktische Uebung sehr hilfreich. Die Vorlesung an sich war fuer diesen Kurs eher zweitrangig, da man den Umgang mit einem Computerprogramm ja schlecht in der Theorie lernen kann. Die Leitungsnachweise (2 grosse Hausarbeiten) waren zudem sehr gut gewaehlt, haben mir abgesehen vom Stress grossen Spass gemacht, und ich denke ich habe dadurch weit mehr gelernt als es mit Klausur-Lernerei der Fall gewesen waere.

ENVM2100: Ein weiteres Highlight, dieser Kurs. Der Professer Tor Hundloe ist der fuehrende Environmental Manager an der UQ. Allein wegen ihm war der Kurs schon sehr spassig und lehrreich, der Anspruch war nicht zu hoch aber auch nicht zu niedrig und man konnte mit Allgemeinwissen anstatt von Auswendiglernen schon recht weit kommen. Sustainable Development heisst uebersetzt nachhaltige Entwicklung und dreht sich um die wirtschaftlich, soziale und politische Entwicklung der Menschheit ohne schaedliche “Nebenwirkungen” auf die Umwelt (was ganz im Gegensatz zum derzeitigen versimpelten Verstaendnis von Entwicklung: = wirtschaftliches Wachstum, steht). Die Begruenderin des Konzeptes BRUNDTLAND hat einige Prinzipien fuer Sustainable Development gefordert, u.a.: Entwicklung darf die Moeglichkeiten zukuenftiger Generationen nicht einschraenken; Entwicklung muss versuchen, Armut zu bekaempfen und gleiche Chancen und Lebensbedigungen fuer alle auf der Erde lebenden Menschen herbeizufuehren; Entwicklung muss die Disziplinen Oekonomie und Oekologie in allen Entscheidungen integrieren. Da Tor gelernter Wirtschaftswissenschaftler ist, liegt bei ihm der Schwerpunkt auch auf dem letzten der genannten Prinzipien. Somit haben wir nicht nur einiges ueber das Konzept von nachhaltiger Entwicklung und dessen Umsetzung gelernt, sondern auch einen jeweils 2-woechigen Crashkurs in den Grundlagen der Oekonomie und der Oekologie erhalten. Dieser Kurs hat damit auch unerwartete positive Auswirkungen auf mein Wirtschaftsverstaendnis gehabt, und ich bin mir sicher davon in meinem Nebenfach BWL in Freiburg profitieren zu koennen.

ENVM2101: Cleaner Production dreht sich um die Moeglichkeiten, die ein jeglicher Betrieb/ Unternehmen hat, seinen Produktionsprozess umweltfreundlicher zu gestalten, und abei auch noch Geld zu sparen. Hoert sich ziemlich gut an, oder nicht? Diese fuer mich ausgesprochen interessante Thematik (im speziellen auch fuer mein BWL-Studium neue Tueren oeffnend), musste ich also einfach belegen. Dennoch zweifelte ich in den ersten Wochen an diesem Kurs - und habe ihn fast wieder fallengelassen – weil der Dozent Bob Pagan mir etwas konfus erschien. Dieses schlechte Bild von ihm hat sich dann im Laufe des Kurses auch bestaetigt: die Vorlesungen waren sinnlos und unstrukturiert und im Angesicht des geringen Lernerfolgs waren seine Anforderungen in den insgesamt 3 Assignments und im speziellen in der Abschlussklausur viel zu hoch. Die Assignments zu schreiben (eins ueber Muell und Umweltverschmutzung in der Gesellschaft, eins ueber Recycling und eine Recycling-Firma die wir besichtigt hatten, eins ueber Cleaner Production in der Metallverarbeitungsindustrie) war noch bei weitem das beste am Kurs und durch das lesen von unzaehligen Artikeln/ Buechern habe ich das Meiste ausserhalb des eigentlichen Kurses erlernt. Die 3-stuendige (!!) Vorlesung hat mir so gut wie gar nichts gebracht, darum bin ich nach ein paar Wochen auch nicht mehr allzu oft hingegangen – und habe dann laut Mitstudierenden auch nie etwas wichtiges verpasst! Fazit: Sehr interessante und spannende Thematik, aber Spass versaut durch einen unfaehigen Dozenten.

Das war also mein Jahr an der University of Queensland in Brisbane, Australien. Zusammenfassend kann ich behaupten, dass mir das Studium hier ausgesprochen viel Spass gemacht hat, und ich von allen belegten Kursen einiges mit nach Hause genommen habe. Abgesehen vom Spass hatte ich aber auch das stressigste Jahr meines Lebens – teilweise weil Hausarbeiten-schreiben und fuer-Klausuren-lernen in Englisch wohl doch etwas schwerer faellt als im vertrauten Deutsch, teilweise weil die Kurse hier enorm viel Zeit in Anspruch nehmen (3 Kurse hier sind meines Erachtens ungefaehr so zeitintensiv wie 6 oder mehr Kurse in Freiburg). Abgesehen vom Studium war Brisbane auch sonst sehr genial – und im Sommer VERDAMMT heiss – und ich kann jedem nur empfehlen sich beim international office in Freiburg auch fuer ein Jahr Auslandsstudium in Australien zu bewerben.

Januar 2002


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 1/2011
Orientation:
21.02.2011 - 25.02.2011
Semesterbeginn:
28.02.2011
Semesterende:
25.06.2011

Semester 2/2011
Orientation:
18.07.2011 - 22.07.2011
Semesterbeginn:
25.07.2011
Semesterende:
19.11.2011

Fakten

Cricos code:
00025B

Anzahl Studierende:
40700

Anzahl ausländische Studierende:
8700

Stadt:
Brisbane

Bundesstaat:
Queensland

Website:
The University of Queensland

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Ausgabe 2 - Westaustralien + Christmas und NYE Down Under

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Ausgabe 4 - Heimweh + Indigenous Sport

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Ausgabe 6 - Wohnungssuche + Northern Territory

Ausgabe 7 - Reverse Culture Shock + Hauptstadt Canberra

Ausgabe 8 - Flug nach Down Under + Ausgefallene Studiengänge

Ausgabe 9 - Feiertage + Tipps zum Studienalltag

Ausgabe 10 - Australien forscht + Nebenjobs Down Under

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